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Elektromobilität ZF widmet sich E-Mobilität mit neuer Division

| Redakteur: Christian Otto

Im fränkischen Schweinfurt soll die neue ZF-Division E-Mobility beheimatet sein. Sie gleicht auch die Abwanderung des dort zuvor positionierten Stoßdämpfergeschäfts ins Ausland aus.

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Der ZF-Standort Schweinfurt wird nun Heimat der neuen Division E-Mobility des Konzerns.
Der ZF-Standort Schweinfurt wird nun Heimat der neuen Division E-Mobility des Konzerns.
(Foto: ZF)

ZF bündelt von Jahresbeginn 2016 an seine Aktivitäten in der Elektromobilität am Standort Schweinfurt in einer neuen Division E-Mobility. ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer betont im Zusammenhang mit dieser Entscheidung die hohe Relevanz dieses Antriebskonzeptes: „Wir tragen der immensen Bedeutung der Zukunftstechnologien Rechnung, indem wir all unsere Aktivitäten rund um die Elektrifizierung von Automobil und Nutzfahrzeug unter dem Dach einer neuen Division zusammenfassen. Die Elektromobilität wird kommen – vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Emissionen von Autos vielleicht sogar schneller als gedacht.“ Wie ernst ZF den schrittweisen Wandel von der konventionellen Antriebstechnik hin zur Elektromobilität nehme, so Sommer, sei nun mit der Division E-Mobility auch in der Konzernstruktur ablesbar.

Bisher sind die Aktivitäten im Zukunftsgeschäft Elektromobilität in verschiedenen Organisationseinheiten verteilt, die nun zur Konzerndivision E-Mobility zusammengefasst werden. Sie ergänzt die vier bisherigen Divisionen Pkw-Antriebstechnik, Pkw-Fahrwerktechnik, Nutzfahrzeugtechnik und Industrietechnik sowie die jüngst entstandene Division Aktive & Passive Sicherheitstechnik, in der ZF die Geschäfte des Mitte Mai übernommenen Unternehmens TRW fortführt.

Neuer Hightech-Standort

Den Kern der neuen Division E-Mobility sollen die Geschäftsfelder Elektronische Systeme sowie Elektrische Antriebstechnik bilden. Ergänzt wird die Division um das Projekthaus E-Mobility, in dem unterschiedliche Elektromobilitäts-Projekte aus dem gesamten ZF-Konzern gebündelt werden.

Mit der Division E-Mobility und den Leichtbau-Aktivitäten von ZF erfährt Schweinfurt aus Sicht des Unternehmens eine weitere Stärkung als ein führender Hightech-Standort. Zugleich bedeute die dortige Neuausrichtung auch einen Wandel von der Fahrwerkkomponenten-Fertigung hin zur Produktion technisch anspruchsvollerer Antriebsstrang-Komponenten, sagte ZF-Chef Sommer und ergänzte: „Das sichert den Standort langfristig.“

Stoßdämpfer aus der Slowakei und Türkei

Das Stoßdämpfergeschäft steht unter hohem Kostendruck. Gerade die Lohnkosten sind für ZF in Deutschland problematisch, weshalb die Produktion der konventionellen Stoßdämpfer von den deutschen Standorten Schweinfurt, Eitorf und Ahrweiler ins Ausland verlagert wird. Dies geschieht größtenteils an die bestehenden Produktionsstandorte in Levice (Slowakei) und Gebze (Türkei).

Ein Teil der Produktion von technologisch anspruchsvolleren, elektronisch geregelten Stoßdämpfern sowie weitere Produkte werden nach Angaben von ZF von Schweinfurt nach Eitorf, Ahrweiler sowie an osteuropäische Standorte verlagert. Damit sichere man in Eitorf und Ahrweiler die Beschäftigung bis mindestens Ende 2022, teilt der Konzern mit. Der Standort Schweinfurt, der sukzessive die gesamte Stoßdämpferproduktion abgibt, hat im Gegenzug die Division E-Mobility mit entsprechenden Investitionen erhalten.

Laut ZF habe der Konzern gemeinsam mit den Betriebsräten der betroffenen Standorte in den vergangenen Monaten die Errichtung der Division E-Mobility in Schweinfurt sowie das Stoßdämpfer-Gesamtkonzept ausgehandelt.

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