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Round Table Zulieferer: „Einige bleiben auf der Strecke“

| Autor/ Redakteur: Christian Otto, Claus-Peter Köth / Thomas Günnel

Die Zulieferindustrie steht vor großen Umbrüchen – das stand schon vor dem gemeinsamen Round Table von Berylls und »Automobil Industrie« fest. Doch die Teilnehmer konkretisierten die Richtung und das Ausmaß des erwarteten Wandels.

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Die Themen Elektrifizierung, automatisiertes Fahren, Vernetzung und neue Mobilitätsmuster zwingen die Branche zum Umdenken. Wohin die Automobilzulieferindustrie steuert, erörterten Manager und Experten aus der Branche in München beim Round Table-Gespräch.
Die Themen Elektrifizierung, automatisiertes Fahren, Vernetzung und neue Mobilitätsmuster zwingen die Branche zum Umdenken. Wohin die Automobilzulieferindustrie steuert, erörterten Manager und Experten aus der Branche in München beim Round Table-Gespräch.
(Bild: Charles Diehle Photography)

Die Branche eint derzeit ein gemeinsamer Hintergrund: Die Themen Elektrifizierung, automatisiertes Fahren, Vernetzung und neue Mobilitätsmuster zwingen alle Spieler zum Umdenken. Diesen Transformationsprozess beobachtet die Strategieberatung Berylls Strategy Advisors bei ihren Kunden. Dabei ist noch nicht endgültig geklärt, wohin gerade die Automobilzulieferindustrie steuert. Deshalb lud Berylls gemeinsam mit der Fachzeitschrift »Automobil Industrie« Manager und Experten aus der Branche nach München ein, um dieser Frage nachzugehen. Der Berylls-Partner Dr. Jan Dannenberg fühlte deshalb zusammen mit »AI«-Chefredakteur Claus-Peter Köth den Round-Table-Gästen auf den Zahn, die selbst den Wandel ihrer Unternehmen begleiten.

Meine Herren, welche sind die Erfolgsfaktoren der klassischen Automobilzulieferer vor dem Hintergrund der anstehenden Transformationsprozesse? Werden beispielsweise jene Firmen, die einen hohen Wertschöpfungsanteil im Feld des klassischen Antriebs haben, künftig noch existieren, wenn sie sich den neuen Themen erst jetzt zuwenden?

Wolf: Vielleicht gibt es einige Unternehmen, für die der Zug schon abgefahren ist. Wenn sie heute keine Lösungen für alternative Antriebskonzepte haben, bedeutet das ein langsames Sterben. Den Peak bei den Verbrennungsmotoren werden wir 2020/21 mit 90 bis 92 Millionen Einheiten haben. Danach geht die Zahl zurück. Falls sich dann nicht einige Unternehmen aus dem Geschäft zurückziehen, wird der Kuchen für die Wettbewerber von Jahr zu Jahr kleiner. Sie können in dem klassischen Geschäft kein organisches Wachstum mehr generieren. Heute dort einzusteigen und alternative Lösungen zu entwickeln, ist schwer. Das geht nicht so schnell. Die Produkte werden aber jetzt von den Herstellern gefordert. Beispielsweise benötigt VW für seine E-Modell-Offensive die Produkte innerhalb der nächsten fünf Jahre. Da hat man keine zehn bis fünfzehn Jahre, um sie zu entwickeln.

Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, AUTOMOBIL INDUSTRIE