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60 Jahre Automobil Industrie 100 Jahre ZF Friedrichshafen: Mechanik und Elektronik

| Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy / Claus-Peter Köth

Im Jahr 2015 besteht die ZF Friedrichshafen AG seit 100 Jahren. Im Laufe dieser Zeit hat sich das Unternehmen vom regionalen Luftfahrt-Spezialisten zum internationalen Technologiekonzern gewandelt, der heute weltweit im Markt der Mobilitätsbranche aktiv ist.

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Im Jahr 2015 besteht die ZF Friedrichshafen AG seit 100 Jahren. Im Laufe dieser Zeit hat sich das Unternehmen gewandelt: vom regionalen Luftfahrt-Spezialisten zum internationalen Technologiekonzern.
Im Jahr 2015 besteht die ZF Friedrichshafen AG seit 100 Jahren. Im Laufe dieser Zeit hat sich das Unternehmen gewandelt: vom regionalen Luftfahrt-Spezialisten zum internationalen Technologiekonzern.
(Foto: ZF Friedrichshafen)

Wegweisende Innovationen und robuste Technik für die Praxis – mit dieser Bandbreite eröffneten ZF-Produkte dem jungen Unternehmen in den zwanziger Jahren die Welt der Automobile. Das Soden-Getriebe war 1921 dem Markt um Jahre voraus: Es war ein Vorwahlgetriebe ohne Schalthebel. Der Fahrer konnte an einem Gangwähler den gewünschten Gang wählen. Erst wenn er anschließend die Kupplung betätigte, legte ein Federmechanismus den Gang automatisch ein. 1934 war bereits das erste Allsynchrongetriebe – ein vollsynchronisiertes Getriebe – serienreif.

Serienfertigung des ersten Pkw-Automatgetriebes

2015 feiert man in Friedrichshafen ein weiteres Jubiläum: Vor 50 Jahren startete die Serienfertigung des ersten Pkw-Automatgetriebes, des 3HP12. Damit legte ZF 1965 den Grundstein für eines der mittlerweile wichtigsten Konzern-Geschäftsfelder. Aktuell markieren die zweite Generation des Achtgang-Automatgetriebes (8HP) sowie das 9HP für Pkw mit Front-Quer-Antrieb die technologischen Speerspitzen. 1965 kam das 3HP12 als das erste von ZF in Serie gefertigte Pkw-Stufenautomatgetriebe auf den Markt. Es punktete mit Lamellenkupplungen. Die setzte ZF anstatt der vergleichsweise verschleißanfälligen Bremsbänder ein, die damals üblich waren. Seine Premiere erlebte das Getriebe in den BMW-Modellen 1800 und 2000. Bald darauf hielt es auch in Fahrzeugen von Peugeot und Alfa Romeo Einzug. Erst 1982 verlangte der Markt nach Automatgetrieben mit höherer Spreizung, das heißt mit mehr und enger gestuften Gängen.

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Elektrohydraulische Regelsysteme im Getriebe

ZF erfüllte diese Ansprüche mit seinem zwischen 1982 und 1990 gebauten Viergang-Automatgetriebe (4HP) – und läutete damit zugleich einen Paradigmenwechsel bei der Getriebesteuerung ein: Erstmals ersetzte ein elektrohydraulisches Regelsystem die mechanisch-hydraulischen Aktuatoren. Dies war entscheidend, um die Schaltzeiten zu verkürzen – und hob Automatgetriebe auch unter fahrdynamischen Aspekten auf eine neue Ebene.

Vom 5HP zum 9HP

Ab 1990 wurde das 5HP gefertigt. Wie immer senkte auch diese Neuentwicklung den Kraftstoffverbrauch um etliche Prozentpunkte. Bislang hatte jedoch jede neue Generation auch zu mehr Bauelementen und folglich zu höherem Gewicht geführt. Vor diesem Hintergrund war eine evolutionäre Weiterentwicklung nicht sinnvoll.

Trendwende im Jahr 2001

Mit dem 6HP26 – dem weltweit ersten Pkw-Automatgetriebe mit sechs Gängen – wurde 2001 eine Trendwende eingeleitet. Es war um 13 Prozent und damit fast 13 Kilogramm leichter, bis zu sieben Prozent sparsamer und wesentlich leiser als der Vorgänger mit fünf Gängen. Das 6HP verfügte über ein neues Radsatzkonzept auf Lepelletier-Basis, das bis zu 30 Prozent weniger Bauteile benötigte. Premiere war 2001 im achtzylindrigen BMW 7er. Beide Entwicklungsstufen zusammengenommen, vertrauten während der gesamten Bauzeit 16 verschiedene OEMs auf das 6HP. Die erfolgreiche Ära endete am Standort Saarbrücken im März 2014 nach exakt 7.050.232 Einheiten. Im Werk in Shanghai wird das 6HP für den chinesischen Markt weiter produziert.

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