Saab

Allradkonzept XWD im Turbo X

15.02.2008 | Redakteur: Bernd Otterbach

Saab bringt im Spitzenmodell Turbo X ein neues Allradkonzept: den Cross Wheel Drive (XWD). Das Neue daran verbirgt sich an der Hinterachse und hört auf den bezeichnenden Namen „eLSD“.

Saab soll sich neu aufstellen. Der kleinen, aber feinen schwedischen Tochter hat General Motors (GM) eine größere Rolle zugedacht, als das Unternehmen heute spielt. Sportlich, innovativ und nachhaltig lauten die drei Schlagworte für die neue Ausrichtung innerhalb der schier unüberschaubaren Markenvielfalt des amerikanischen Giganten. Doch ein erneuertes und erweitertes Modellprogramm fällt nicht vom Himmel. Deswegen muss man die Feste feiern, wie sie fallen, um alle bei Laune zu halten: die Mutter, die eigene Mannschaft und die Kunden. Jetzt bringt Saab zunächst im Spitzenmodell Turbo X ein neues Allradkonzept: den Cross Wheel Drive (XWD).

400 Newtonmeter auf den Asphalt

XWD soll die 206 kW / 280 PS und das maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter (Nm) des 2.8 V6 Turbomotors jederzeit sinnvoll auf dem Asphalt unterbringen. Der erste Typ, der diese neue Technologie erfahren wird, ist mit dem Turbo X das Modell, das Saab als seinen Spitzensportler herausstreicht. Der Turbo X kommt in den kommenden Wochen bei den deutschen Händlern an und scheint jetzt schon, sich zu einem Verkaufsschlager zu entwickeln. Offenbar kommt er der Vorstellung der Saab-Freunde von einem echten Saab am nächsten.

Aero folgt

Später soll der Aero folgen. Diese Typenreihe war schon immer von einer umfangreichen bis kompletten Ausstattung gekennzeichnet. Man darf also wohl annehmen, dass das auch für die neue Allrad-Technologie gilt. Die anderen Modelle und Varianten werden wohl nur über die Aufpreisliste an XWD kommen. Ein Preis steht allerdings noch nicht fest.

Was kann XWD im Saab Turbo X? Zum Beispiel mit Bleifuß durch einen kurzen Slalom wedeln, bei dem man sonst geneigt wäre, den Wagen durch gezieltes Spiel mit dem Gasfuß durch die Pylonen zu bugsieren.

Aktives elektronisches Sperrdifferenzial

Damit ist klar, dass hier kein übliches Allradsystem arbeitet. Das Geheimnis verbirgt sich an der Hinterachse und hört auf den bezeichnenden Namen „eLSD“. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine aus der Vergangenheit auferstandene Designerdroge, sondern um ein „electronically-controlled Limited Slip Differential“, also ein aktives elektronisches Sperrdifferenzial.

Der elektronische Kontrolle stehen die Daten von vielen Sensoren zur Verfügung, die im Fahrzeug sowieso vorhanden sind: Geschwindigkeit, Radrotation, Querbeschleunigung, Gierrate, Lenkwinkel und Drosselklappenstellung. Mit Hilfe einer von Saab erstellten Software sorgt der Haldex-Allradantrieb der vierten Generation zusammen mit dem eLSD dafür, dass die Traktion nicht nur zwischen vorn und hinten, sondern hinten auch zwischen dem linken und dem rechten Rad verteilt wird - wie die Situation es befiehlt.

Schnell durch die Kurve

Beim vollen Beschleunigen gehen 100 Prozent an die Hinterachse, bei der normalen Fahrt mit gleichmäßiger Geschwindigkeit kommen dort nur noch rund zehn Prozent an. Wenn es eng wird, ist eLSD zusätzlich in der Lage, bis zu 80 Prozent des maximalen Drehmoments einem Rad der Hinterachse zukommen zu lassen. Das hilft dem Saab nicht nur schneller durch die Kurve. Mindestens ebenso wichtig ist der Sicherheitsgewinn.

ESP hat Pause

Weil die Drehmomentzuteilung auf genau das Hinterrad, das im Moment das meiste Moment vertragen kann, natürlich auch stabilisierend wirkt, hat das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) in aller Regel erst einmal Pause. Der Allradantrieb schiebt mit der Verteilung zwischen vorn und hinten und dort zwischen links und ein auch bei schwierigen Fahrmanövern wie dem Ausweichen die ESP-Schwelle nach oben. Die Bremsen müssen erst viel später eingreifen, um ein Ausbrechen des Fahrzeugs zu vermeiden.

Politur fürs Saab-Image

Wenn der Grenzbereich weiter draußen liegt, dann hat das natürlich nicht nur allein Folgen für die Sicherheit. Es gibt dem engagierten Fahrer ebenso die Möglichkeit, enge Kurven oder Kurven auf Glätte schneller anzugehen. Das passt zum Saab-Image, dessen man sich nun wieder mit Fleiß erinnert und das in der Vergangenheit vom Vergessen bedroht war.

ar

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