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Mobilität Automatisiertes Fahren: Testfeld Niedersachsen in Betrieb genommen

| Redakteur: Thomas Günnel

Verkehrsflüsse besser verstehen und die Erkenntnisse in automatisierte Fahrfunktionen überführen: Dieses Ziel verfolgen das Land Niedersachsen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Jetzt ging der erste hochgerüstete Teilabschnitt der Teststrecke auf der A39 in Betrieb.

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Der erste Streckenabschnitt des „Testfeld Niedersachsen“ ist seit 8. Januar in Betrieb.
Der erste Streckenabschnitt des „Testfeld Niedersachsen“ ist seit 8. Januar in Betrieb.
(Bild: DLR)

Den Verkehr der Zukunft auf die Straße bringen – nichts Geringeres wollen die Projektpartner mit dem Projekt „Testfeld Niedersachsen“. Am 8. Januar eröffnete das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik dafür die Teststrecke auf der Autobahn A39 bei Braunschweig, ein Teilstück der gesamten Teststrecke. Hier installierte das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren 71 Masten mit Erfassungstechnik. Damit lassen sich nun automatisierte und vernetzte Fahrzeuge testen und das Fahrverhalten und der gesamte Verkehrsfluss erfassen und analysieren – anonymisiert, versteht sich.

Die Wissenschaftler erfahren so zum Beispiel, was künftige Assistenz- und Automationssysteme leisten müssen. Konkret wollen sie mit den erhobenen Daten spezielle Situationen wie Stauenden, Einfädelsituationen und Überholmanöver besser verstehen. Ihr Ziel: Funktionen für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln oder verbessern. Außerdem stehen Methoden und Konzepte für die Zulassung automatisierter Fahrzeuge auf der Agenda. Sie sollen weiterentwickelt und praktisch erprobt werden.

Insgesamt 71 dieser Erfassungsmasten installierten die Forscher entlang der Autobahn A39 in Niedersachsen.
Insgesamt 71 dieser Erfassungsmasten installierten die Forscher entlang der Autobahn A39 in Niedersachsen.
(Bild: DLR)

Die Masten können untereinander und mit den entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen kommunizieren. Zusätzlich zu den fest installierten Masten gibt es mobile Varianten. Sie ermöglichen die Tests auch abseits der Autobahn, an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Straßentypen. Eine hochgenaue Karte und die Simulation der gesamten Strecke bilden die Datenbasis. Nach DLR-Angaben ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Entwicklungs- und Testmethoden und ihrer Werkzeuge einzigartig und eine Besonderheit des Testfelds.

Was ist das Testfeld Niedersachsen?

Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigen Aufbau über circa 280 Kilometer auf den Autobahnen A2, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen. Es ist die Weiterentwicklung von AIM, der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität. Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR im Zusammenhang mit AIM unter anderem eine Forschungskreuzung in Braunschweig, eine Teststrecke auf dem Innenstadtring sowie verschiedene Simulatoren und spezielle Laboreinrichtungen.

Mit der sukzessiven Erweiterung um Autobahnen, Bundes- und Landstraßen knüpfen die Mobilitätsforscher an die bestehende Testinfrastruktur für automatisierte und vernetzte Fahrzeugtechnologien an. Als offene Forschungsplattform ist das Testfeld Niedersachsen für wissenschaftliche Einrichtungen und weitere industrielle Partner nutzbar. Das Testfeld wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und vom Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen.

Neben dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Land Niedersachsen engagieren sich weitere Kernpartner in dem Projekt: der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., Continental, IAV, Nordsys, Oecon Products & Services, Siemens, Volkswagen und die Wolfsburg AG.

Die Eröffnung fand statt im Beisein von Gästen aus Politik und Wirtschaft, darunter Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr, Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Björn Thümler, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur und Thomas Jarzombek, MdB und Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt.

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