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Konferenz Automotive 2019: Branchentreff in Österreich

| Redakteur: Sven Prawitz

In der Voestalpine-Stahlwelt in Linz fand die Automotive 2019 statt. Das bestimmende Thema: die künftige Mobilität und deren Einfluss auf die Branche.

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Wohin fährt die Automobilindustrie künftig? Die Sprecher auf der Konferenz Automotive 2019 gaben eine Ausblick.
Wohin fährt die Automobilindustrie künftig? Die Sprecher auf der Konferenz Automotive 2019 gaben eine Ausblick.
(Bild: Peter Bodingbauer/Business Upper Austria)

Zu Beginn der Konferenz „Automotive 2019“ in der Voestalpine-Stahlwelt in Linz gab es eine Blitzumfrage, wer wie angereist ist: Etwa ein Drittel des Publikums setzte auf E-Mobilität. Doch Kinder könnten selbst das eigene E-Auto künftig nicht mehr als praktizierten Klimaschutz empfinden. Darauf ging Florian Danmayr, Automobil-Clustermanager des Veranstalters Business Upper Austria, in seiner Begrüßungsrede ein.

Wo einst lackierte Karossen für glänzende Augen und den „Haben-Wollen-Effekt“ sorgten, regt sich heute Unmut über Fahrzeuge. Danmayrs sieben Jahre alter Sohn zeigt offenbar wenig Begeisterung für Autos: „Sie sind schlecht für die Welt“: So hat es der Bub in der Schule gehört und gelernt. Greta ist an dieser Entwicklung bestimmt nicht unschuldig. „Man kann von ihr halten, was man will, aber die Automobilindustrie muss sich auch diesen aktuellen Trends stellen“, sagte Danmayr.

Führerschein als Auslaufmodell

Auch der Innovationsexperte Mario Herger ging in seinem Vortrag auf die Zukunft heutiger Kinder ein. Herger glaubt, dass heutige Kleinkinder vielleicht die letzten sind, die den Führerschein noch machen werden. Die nächste Generation werde das rosa Papier oder die Plastikkarte nur mehr aus Erzählungen kennen. Seiner Meinung nach führt am autonomen Fahren kein Weg vorbei, nicht nur weil es das Silicon Valley bereits vorexerziert. Aus Sicht des Experten haben Apple, Google und Uber die Welt der Mobilität grundlegend verändert.

„So wie sich die Pferdekutsche zum Auto oder die Luftfahrt binnen weniger Jahrzehnte vom Versuch zum Massentransportmittel entwickelt hat, wird es auch beim autonomen Fahren passieren.“ Die nächsten Monate und Jahre werde es noch Kritiker geben, die es nicht wahrhaben wollen, und dann von den Tatsachen überrollt werden.

Das Auto war in den letzten 100 Jahren wichtig, so Herger: es wurde präzise gebaut, auf alle Komponenten geachtet. Jetzt gehe es hin zu technisch-digitalen Lösungen. Sein Tesla als Beispiel: Er bekommt alle paar Wochen ein Update und schon funktionieren die Bremsen besser, oder der „Wächtermodus“ rund ums Auto als Alarmanlage. Herger sieht auch das Robotertaxi in Florida als Beispiel, dass vermeintlich technologiefeindliche Menschen – in dem Fall Pensionäre – neue Anwendungen gut annehmen.

Entwicklung außerhalb des Silicon Valley

Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Testregion Digitrans, berichtete über den Wissensaufbau, was Fahrzeuge der Zukunft können müssen und wie man das testen kann. Frantz Saintellemy von Leddartech aus Kanada stellt klar, dass es neben dem Silicon Valley weitere kreative Regionen auf der Welt gibt: „Viele blicken nach Kalifornien, dabei geschieht doch so viel in Kanada – wie in Montreal.“ In Bereichen wie New Mobility sei das Land sehr stark, der Fokus liege auf E-Mobility, Connected Intelligent Vehicles und mehr. Saintellemy betont, dass die Zeit gerade sehr herausfordernd ist. Der Markt sei aber fit für autonomes Fahren. Und: „Wir brauchen Software, die die physischen Grenzen überwindet.“

Jürgen Antonitsch von Robomart stellt seine „selbstfahrenden Jausn-Wagerl“ (Jause steht in Österreich für eine Zwischenmahlzeit oder ein Abendbrot) vor. Kunden können sich per App mit dem Robomart verbinden und erhalten dann eine Info, wann das Fahrzeug eintrifft. Nach Eintreffen verbindet man sich mit dem elektronischen Helfer, wählt die Waren aus und bezahlt nach deren Erhalt per App. In den USA sei dieses System schon seit einiger Zeit bekannt, Antonitsch will diesen Gedanken in Europa etablieren.

Umfragen hätten gezeigt, dass 84 Prozent der Befragten die Ware physisch sehen und danach auswählen wollen. Bei fast zwei Drittel der Einkäufe würden außerdem weniger als zehn Produkte gekauft. Deshalb wird sich laut Antonitsch der Robomart etablieren. Im Jahr 2020 soll die Kommerzialisierung des Systems erfolgen.

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