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Einkauf BMW-Einkaufschef Wendt: „Unsere Einkaufsmärkte folgen der Produktion“

| Autor: Svenja Gelowicz

Der Einkaufsvorstand des Münchener Premiumherstellers zeigt sich zufrieden mit seinem Lieferkettenmanagement der vergangenen Wochen. Gründlich beobachtet das Team um Andreas Wendt nun auch die Liquidität der Zulieferer.

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Andreas Wendt.
Andreas Wendt.
(Bild: BMW)

Die Coronakrise hat die Liquidität vieler Automobilzulieferer ausgetrocknet, einige wenige haben deshalb bereits Insolvenz angemeldet. Solche Insolvenzen in der Zulieferkette sind für BMW-Einkaufschef Andreas Wendt ein Thema, „das wir im Blick haben“. Sein Team betreibe ein Risikomanagement, Maßnahmen im Fall einer Insolvenz hängen laut Wendt vom Einzelfall ab.

Wendt zeigt sich insgesamt zufrieden mit seiner Lieferkette während der coronabedingten Werksschließungen. Zwar sei es für eine finale Bilanz noch zu früh. „Stand heute kann ich sagen, dass wir die reibungslose Teileversorgung unserer weltweiten Produktionsstandorte durchgängig sicherstellen konnten. Das gilt sowohl für den Wiederanlauf unserer Joint Venture Werke in China Mitte Februar als auch für den gestaffelten Wiederanlauf unserer Werke außerhalb Chinas ab Ende April“, so Wendt. Ein „tägliches, minutiöses Monitoring von rund 7.000 1st Tier- und weiteren 1.500 n-Tier-Lieferantenstandorten und ein weltweiter Länderradar“ seien dafür essentiell gewesen.

Dass wir in allen wichtigen Einkaufsmärkten mit leistungsfähigen Teams vor Ort sind, hat sich in der aktuellen Situation mehr denn je bewährt.

Wendt hat immer wieder auf ein großes Team und ein detailliertes Tracking verwiesen, wenn es um die Sicherheit der BMW-Lieferkette ging. Diesen Kurs wolle man fortsetzen und weiterhin mit „größtmöglicher Flexibilität“ auf neue Entwicklungen reagieren. „Die Lage bleibt dynamisch“, so Wendt.

„Produktion folgt dem Markt, Einkaufsmärkte folgen der Produktion“

Die Lieferkette nun wegen Corona künftig stärker regional aufzustellen, plant Wendt nicht. BMW sei seit vielen Jahren global aufstellt, aktuell gebe es keine Gründe, diese Struktur zu ändern. „Unsere Produktion folgt dem Markt. Und unsere Einkaufsmärkte wiederum folgen der Produktion.“

Viel mehr setzt er auf Personal an den weltweiten Standorten. „Dass wir in allen wichtigen Einkaufsmärkten mit leistungsfähigen Teams vor Ort sind, hat sich in der aktuellen Situation mehr denn je bewährt“, so Wendt, gerade, wenn es um eine flexible Teileversorgung durch das Sourcing in der Nähe der Produktionsstandorte geht. „Einzelne regionale Veränderungen schließe ich nicht aus.“

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin