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Jubiläum BMW feiert: 50 Jahre in Niederbayern

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Jens Scheiner

Die BMW Group mit den Standorten Dingolfing und Landshut feierte gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik ihr 50-jähriges Jubiläum. Zugleich lief der insgesamt zehnmillionste BMW aus Dingolfinger Produktion vom Band.

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Großer Auftritt für ein kleines Auto: Original-Goggomobil von 1969, gebaut in Dingolfing bei den damaligen Glas-Werken.
Großer Auftritt für ein kleines Auto: Original-Goggomobil von 1969, gebaut in Dingolfing bei den damaligen Glas-Werken.
(Bild: BMW )

Bayern Ministerpräsident lobt Niederbayern nicht nur als „Tabellenführer des Freistaats“, sondern outete sich als gebürtiger Ingolstädter in Dingolfing auch noch als BMW-Fan. Das gab eine Menge Applaus von den rund 700 Gästen. Es war eine fröhliche Feier, die das BMW-Werk Dingolfing anlässlich des Jubiläums „50 Jahre BMW in Niederbayern“ ausrichtete.

„Vorsicht Obergrenze!“, hieß es gleich zu Beginn der Veranstaltung für Horst Seehofer. Noch bevor er seine offizielle Rede, die dann recht launig ausfiel, halten konnte, bat ihn Moderator Markus Othmer zum Sitztest im Goggomobil von 1969. Der BMW 7er, mit dem er zur Jubiläumsfeier nach Dingolfing gekommen war, war sicher komfortabler, aber der Kleinwagen machte trotzdem eine gute Figur: Er bot dem 1,93-Meter-Ministerpräsidenten eine, na ja, fast aufrechte Sitzposition. Das schafft so mancher moderne Kleinwagen nicht.

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Mit dem flotten „Goggo“ ging die Ära der niederbayerischen Glas-Werke zu Ende. Firmenchef Hans Glas stimmte für 9,1 Millionen DM einer Übernahme durch BMW zu, die am 10. November 1966 erfolgte. Die Hans Glas Werke GmbH in Dingolfing wurde Bestandteil der Bayerischen Motorenwerke. Das war vor 50 Jahren, inmitten der weltweiten Ölkrise, zu denen auch autofreie Sonntage in Deutschland gehörten. Der mutige Mann bei BMW, der die Übernahme trotz aller Widerstände, durchzog, war Gerhard Wilcke. Er vertrat seit Anfang der 1960er Jahre als Justitiar und Bevollmächtigter die Interessen der Quandt-Gruppe bei BMW, war im Aufsichtsrat und leitete den Sanierungsausschuss. In seine Zeit als BMW-Chef fiel nicht nur 1967 die Übernahme der Glas Werke mit Fabriken in Dingolfing und Landshut mit rund 3.700 Mitarbeitern, sondern auch der erfolgreiche Start der „Null-Zwei“-Typen 1602, 1802, 2002 und 2002ti/tii.

„Weiß-blauer Autoflirt“

Der Spiegel schrieb im Oktober 1966: „Erst im vorletzten Monat hatten sich BMW (Belegschaft: 11.200; Tagesproduktion: 400 Wagen; Jahresumsatz: 591 Millionen Mark) und Deutschlands kleinstes Automobilwerk mit Fließbandproduktion (Tagesproduktion: 120 Wagen; Jahresumsatz: 193 Millionen Mark) freundschaftlich verbündet und eine Vertriebsgemeinschaft gebildet. Die als ‚weiß-blauer Autoflirt‘ gefeierte Partnerschaft war der erste Schritt zur Firmenfusion.“

Zehn Milliarden Euro investiert

Heute arbeiten an den BMW-Standorten Dingolfing und Landshut rund 22.000 Menschen, in Dingolfing rollt alle 36 Sekunden ein neues Auto der Modellreihen 3er, 4er, 5er, 6er und 7er vom Band. Landshut ist das weltweit größte Komponentenwerk der BMW Group mit Leichtbauzentrum und Carbonteile-Fertigung. Darüber hinaus sind Dingolfing und Landshut die beiden Fertigungsstätten des Unternehmens für elektrische Antriebe, Elektrifizierungskomponenten, wie Hochvoltspeicher und Batterien für Hybridfahrzeuge. Mehr als zehn Milliarden Euro hat BMW in den vergangenen 50 Jahren in die beiden niederbayerischen Standorte geflossen. Für BMW-CEO Harald Krüger ist das Erreichte „das Ergebnis harter Arbeit und eines klaren Kurses, den Unternehmen, Belegschaft und Politik konsequent verfolgt haben.“

Krüger kündigte an, dass für den BMW iNext, ein autonom fahrendes E-Auto, das 2021 auf den Markt kommen soll, auf Technologie-Know-how aus Niederbayern zurückgegriffen werde. Dingolfing werde zudem das Schlüsselwerk bei den Plänen des Unternehmens für das Modellangebot der Ober- und Luxusklasse sein. Krüger: „Gemeinsam wollen wir die BMW Group und ihre niederbayerischen Standorte in eine neue Ära führen – und den Wandel unserer Branche als Vorreiter gestalten.“

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Der zehnmillionste „Dingolfinger“: ein BMW 520d für Japan

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier übergaben Mitarbeiter der beiden Standorte den Schlüssel des zehnmillionsten in Dingolfing gefertigten BMW an den Vorstandsvorsitzenden. Der BMW 520 d der neuesten Generation in silbrigem Blau ist Teil der so genannten Händler-Erstausstattung, mit der die BMW-Partner weltweit vor der offiziellen Markteinführung im Februar versorgt werden. Das Jubiläumsauto geht nach Japan.

Und es wird noch weiter gefeiert

Nach der Feier mit den geladenen Gästen wird das Jubiläum „50 Jahre BMW in Niederbayern“ in den kommenden Monaten auch für die Öffentlichkeit erlebbar. So wird Anfang Juni im Industriemuseum Dingolfing eine Sonderausstellung eröffnet. Dort können Interessenten bei freiem Eintritt mehr über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der beiden Standorte erfahren. Am 28. Mai beziehungsweise am 25. Juni 2017 steigen in den Werken Dingolfing und Landshut Jubiläumsfeste für die Mitarbeiter, ihre Familien und Freunde.

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