Elektromobilität

Bosch wird Partner von Byton beim Elektroauto

| Autor / Redakteur: Sm/Ampnet / Svenja Gelowicz

Carsten Breitfeld von Byton (links) und Stefan Seiberth, Project Head Bosch, Mobility Solutions, New Customers – die Unternehmen wollen beim E-Auto zusammenarbeiten.
Carsten Breitfeld von Byton (links) und Stefan Seiberth, Project Head Bosch, Mobility Solutions, New Customers – die Unternehmen wollen beim E-Auto zusammenarbeiten. (Bild: Byton)

Das E-Auto-Start-up Byton und der Autozulieferer Bosch arbeiten beim Elektroauto zusammen – in puncto Antriebsstrang-, Bremssystem- und Fahrerassistenzsysteme. Der deutsch-chinesische Hersteller bereitet sich derzeit auf die Serienproduktion vor.

Byton, neu im Spiel als Entwickler und Hersteller von Elektroautos, und die Bosch-Gruppe haben heute (26. September) in Düsseldorf eine Kooperation für die Bereiche Antriebsstrang-, Bremssystem- und Fahrerassistenzsysteme vereinbart. Der Gouverneur der Provinz Jiangsu, Wu Zhenglong, der Generalkonsul des chinesischen Generalkonsulats in Düsseldorf, Feng Haiyang, und der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Lutz Lienenkaemper, nahmen an der Unterzeichnungszeremonie im Rahmen des Jiangsu-NRW-Deutschlandforums für Öffnung, Innovation und Zusammenarbeit teil.

Byton war bei dem Jiangsu-NRW-Deutschlandforum der einzige Elektroautohersteller, der eingeladen worden war, um die Region Jiangsu zu repräsentieren. Das selbstbewusste Unternehmen entwickelt Elektrofahrzeuge mit Premium-Anspruch. Mit neuen Ansätzen für eine intelligente, sichere, komfortable und ökologische Mobilität will Byton punkten.

Bosch soll zu einem der wichtigsten Byton-Partner werden

Das Kernteam von Byton besteht aus Experten – die kommen aus China, Europa und den USA mit Management-Erfahrungen aus Positionen in Unternehmen wie BMW, Tesla, Google oder Apple. Ihr Know-how umfasst Fahrzeugdesign, Automobiltechnik und -fertigung, Elektroantrieb, intelligente Konnektivität, automatisiertes Fahren, Nutzerschnittstellen und Supply-Chain-Management. Carsten Breitfeld, CEO und Mitbegründer von Byton sagte: „Wir sind davon überzeugt, dass Bosch durch die enorme Automotive-Kompetenz zu einem der wichtigsten Partner von Byton wird.“ Breitfeld sieht sein Unternehmen als Innovator der Branche. Die Partnerschaft mit Bosch werde es beiden Seiten ermöglichen, Ressourcen zu teilen, Vorteile zu nutzen und Geschäftsinnovation voranzutreiben, um den Kunden Produkte mit hoher Qualität zu einem optimalen Preis anzubieten, sagte Breitfeld.

Daniel Kirchert, Präsident und Mitbegründer von Byton, unterstreicht die Rolle, die das Unternehmen übernehmen will, wenn er sagt: „Die Automobilindustrie durchläuft grundlegende Veränderungen, wie etwa Elektrifizierung oder Digitalisierung. Sowohl China als auch Deutschland stehen an der Spitze dieser Entwicklung.“ Als in China verwurzelte internationale Marke nutze das Unternehmen weltweit Talente und Technologieressourcen. Dazu werden Byton und Bosch regelmäßig Technologietransfers mit dem Ziel durchführen, einen „branchenführenden Verarbeitungs- und Qualitätsstandard“ aufzubauen. Beide Unternehmen werden Plattformen einrichten und in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Markenwerbung, Produktmarketing, Technologieförderung, Qualitäts-Training, Kundendienst und Personalschulung intensiv zusammenarbeiten.

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2019 soll das erste Byton-Serienmodell kommen

Bytons internationale Zentrale sowie die Produktions-, Entwicklungs- und Forschungszentren liegen in Nanjing, China, das Designentwicklungszentrum für Prototypen und Konzeptfahrzeuge in München. Im Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien wird ein weiteres Entwicklungszentrum betrieben. Zusätzliche Büros für Vertrieb, Marketing, Design und Investor Relations betreibt Byton in Peking, Schanghai und Hongkong. Die Finanzierung steht, auch mit Hilfe des des chinesischen Automobilherstellers FAW.

Byton bereitet sich derzeit auf die Massenproduktion vor. Die Prototypenfertigung wurde offiziell am 1. April dieses Jahres in Betrieb genommen. Die Produktionshallen für Stanzen, Lackieren, Schweißen, Montage und Batteriefertigung werden bis Ende dieses Jahres gebaut sein. Im August 2018 hatte das Unternehmen den ersten fahrbaren Engineering-Prototypen auf die Straße gebracht. Im vierten Quartal 2019 soll das erste Serienmodell, basierend auf dem Premium-SUV-Konzept Byton M-Byte Concept, auf den Markt kommen.

Es wird in der Fabrik in Nanjing, Jiangsu, hergestellt und soll weltweit verkauft werden. Inzwischen erlebte im Juni 2018 auf der CES Asia die Konzeptstudie Byton K-Byte Concept – eine sportliche Limousine – ihren ersten öffentlichen Auftritt.

Byton und Bosch: Ressourcen intelligent nutzen

Für Automobilzulieferer Bosch steht in China die lokale Fertigung sowie Forschung und Entwicklung im Fokus. Insgesamt flossen in den vergangenen zehn Jahren mehr als 4,8 Milliarden Euro in die chinesischen Bosch-Standorte. Allein 2017 waren es knapp 840 Millionen Euro. In Wuxi entsteht die weltweit erste Produktionsstätte für 48-Volt-Batterien in Elektroautos. Im November 2018 soll in Nanjing der erste „iBooster“-Produktionsstandort von Bosch im asiatisch-pazifischen Raum an den Start gehen. Ebenfalls noch in diesem Jahr wird der zweite Bauabschnitt des Werks für Automobilelektronik in Wujin, Changzhou, fertiggestellt. Zudem ist für 2018 die Eröffnung eines Artificial Intelligence Centers in China geplant.

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