Autobranche Corona-Jahr 2020: Fast doppelt so viele Pleitekandidaten

Autor: Svenja Gelowicz

Die Anzahl der Großinsolvenzen hat sich bei Unternehmen im Automobilsektor im Jahr 2020 fast verdoppelt im Vergleich zu 2019. Wer die drei größten Antragssteller waren.

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In der Autobranche gab es im Jahr 2020 einen Boom bei den Großinsolvenzen.
In der Autobranche gab es im Jahr 2020 einen Boom bei den Großinsolvenzen.
(Bild: Daimler)

Die Coronakrise hat viele Unternehmen der Autobranche im Jahr 2020 wirtschaftlich stark belastet. Aktuelle Zahlen der Sanierungsberatung Falkensteg untermauern dies nun eindrücklich. Die Anzahl der Großinsolvenzen ist 2020 um 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, insgesamt gab es 54 Pleitekandidaten. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es 18.

„Die erste Insolvenzwelle hatten wir eigentlich schon im ersten Halbjahr. Allerdings traf es viele Unternehmen, die bereits vor Corona mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten“, erklärt Falkensteg-Partner Tillmann Peeters. Die drei größten Antragssteller waren der Automobilzulieferer Veritas, der Autopflege-Dienstleister Arwe und die Gießerei KSM Castings.

Die meisten Unternehmen haben eine Regelinsolvenz gewählt, zehn eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Neun sind unter einen Schutzschirm geflüchtet. Insgesamt haben Bund und Länder laut dem Bundesfinanzministerium etwa 1,3 Billionen Euro für die Hilfsmaßnahmen gegen die Coronafolgen im vergangenen Jahr ausgegeben. „Bei den größeren Unternehmen hat das Kurzarbeitergeld sehr geholfen und eine massive Entlassungswelle verhindert. Weil es sehr schnell und effizient ausgezahlt wurde, war das die pragmatischste Wirtschaftshilfe“, sagt Sanierungsexperte Peeters. Hinter den Insolvenzen der Autobranche im Jahr 2020 stehen 22.215 Beschäftigte.

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Redakteurin Wirtschaft und Mobilität