Daimler Buses hat zehn elektrisch angetriebene Stadtbusse an den Stuttgarter Betreiber SSB ausgeliefert. Die Busse können batterieelektrisch mit Akkus und Brennstoffzelle fahren.
Heinz Friedrich, Leiter Vertrieb & Service Deutschland bei Daimler Buses (l.), übergibt den symbolischen Fahrzeugschlüssel an Thomas Moser, Technischer Vorstand und Sprecher der SSB.
(Bild: Daimler Truck)
Daimler Buses hat zehn vollelektrische Gelenkbusse des Typs Mercedes-Benz E-Citaro G Fuel Cell an die Stuttgarter Straßenbahnen AG, SSB, ausgeliefert. Die Busse tanken Wasserstoff. Eine Brennstoffzelle dient als Range Extender. Sie kann den Bus auch alleine antreiben – wobei dennoch Batterie und Brennstoffzelle die Energie für die Elektromotoren liefern. Wenn der Bus steht müssen die Akkus jedoch nicht extern geladen werden – den Ladestrom liefert schon während der Fahrt die Brennstoffzelle. Die Busse haben so mehr Reichweite. Für die SSB sind die Busse laut einer Mitteilung der Start für den Aufbau einer emissionsfreien Busflotte; gleichzeitig hat die SSB die Busse mitentwickelt.
Keine Diesel-Busse mehr
Dieselbetriebene Busse will das Unternehmen nicht mehr einkaufen. Ab 2027 sollen in der Stuttgarter Innenstadt ausschließlich emissionsfreie Busse fahren. Ab 2035 will die SSB nach eigenen Angaben das gesamte Stuttgarter Busnetz klimaneutral bedienen. Die Bus-Betriebshöfe in Gaisburg und Möhringen bereitet die SSB nach eigenen Angaben derzeit mit dem Aufbau von Ladeinfrastruktur auf 60 elektrisch betriebene Busse vor. In Gaisburg betreibt die SSB bereits eine Wasserstofftankstelle, die aktuell mit Trailern versorgt wird. Künftig soll sie an eine Pipeline angebunden sein.
Technische Daten E-Citaro G Fuel Cell
Die E-Citaro G Fuel Cell der SSB sind mit vier NMC3-Hochvolt-Batteriepaketen mit jeweils 98 Kilowattstunden Kapazität ausgerüstet, gesamt 392 Kilowattstunden. Das ist mehr als bei reinen wasserstoffelektrischen Bussen. Der Vorteil: Die beim Bremsen rekuperierte Energie kann vollständig gespeichert werden. Die Busse fahren so wirtschaftlicher, vor allem im Stadtverkehr wo häufiger gebremst wird. „Ganz besonders aber bei anspruchsvoller Topografie, etwa an Steigungen wie der Stuttgarter Weinsteige“, teilt Daimler Buses mit. Größere Akkus können außerdem höhe Antriebsleistungen über längere Strecken bedienen – ohne dass die Brennstoffzelle im oberen und damit ineffizienten Leistungsbereich arbeiten muss. Die Brennstoffzelle leistet maximal 60 Kilowatt. Das System ist montiert auf dem Dach des Hinterwagens direkt hinter dem Drehgelenk. Ebenfalls auf dem Dach befinden sich jeweils sechs Wasserstofftanks mit zusammen 30 Kilogramm Fassungsvermögen. Den Antrieb leisten zwei elektrische Radnabenmotoren mit jeweils 125 Kilowatt Leistung und 485 Newtonmetern Drehmoment. Das Antriebssystem bezeichnet der Bushersteller als „H2-Mode“.
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Ausstattung des E-Citaro G Fuel Cell
In den E-Citaros können 47 Fahrgäste sitzen. Hinzu kommen 77 Stehplätze. Beleuchtet sind die Busse rundum mit LEDs. Zudem gibt es eine Wank-Nick-Regelung und diverse Sicherheits- und Assistenzsysteme. Sie überwachen zum Beispiel die Front und Seiten des Busses, zeigen Verkehrszeichen an und überwachen die Aufmerksamkeit der Fahrerin oder des Fahrers. Außerdem gibt es eine Rückfahrkamera, eine Videoüberwachungsanlage mit fünf Mini-Domkameras und einem acht Zoll großen Farbmonitor und einen Unfalldatenspeicher. Verbaut sind zusätzlich USB-Doppelsteckdosen und eine manuell betätigte Klapprampe. Auf zwei sogenannten Sondernutzungsflächen gibt es Platz zum Abstellen und Anlehnen von Rollstühlen und Kinderwagen.
Großer Umbau und Unterstützung von Land und Stadt
„Die Umstellung unserer Busflotte auf alternative Antriebe bedeutet für uns eine der größten Veränderungen unseres Kerngeschäftes seit der Umstellung auf die Stadtbahn“, kommentierte Thomas Moser, Technischer Vorstand der SSB, und fügte an: „Wir sind froh und dankbar für die aktive und anhaltende Unterstützung von Land und Landeshauptstadt.“ Insgesamt 31 Millionen Euro will die SSB in den nächsten Jahren in emissionsfreie Busse investieren. Das Land unterstützt die Mehrinvestitionen bei der Beschaffung von Bussen mit alternativen Antrieben: im konkreten Fall mit 1,4 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt Stuttgart unterstützt die Betreiberin ihres ÖPNV-Netzes bei der Busbeschaffung mit einer komplementären Förderung in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro.
Stand: 08.12.2025
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