Schaeffler E-Autos auch 2025 preislich nicht konkurrenzfähig

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Sven Prawitz

Schaefflers Automotive-Chef Matthias Zink glaubt nicht, dass E-Autos nach dem Auslaufen der aktuellen Förderprogramme zu attraktiven Marktpreisen angeboten werden können.

Firmen zum Thema

(Bild: Schaeffler)

Elektroautos werden auch in fünf Jahren noch nicht als preislich konkurrenzfähig zu herkömmlichen Verbrennern sein. Davon ist Matthias Zink überzeugt, Automotive-Chef des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler. Der wachsende Absatz von Elektroautos sei vor allem den hohen Kaufprämien geschuldet. Auf die Frage, ob Elektroautos 2025 nach Auslaufen der Prämien so günstig sein werden wie Verbrenner, sagt der Manager im Gespräch mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ (Ausg. 26 vom 3.12.): „Bis zum Jahr 2025 könnte das knapp werden.“

Den CO2-Ausstoß nur über Elektro-Neufahrzeuge zu senken, dauert sehr lang.

Matthias Zink

Außerdem werde sich die Technik nur durchsetzen, wenn neben dem Preis auch die Infrastruktur stimme. „Hier kommt es meiner Meinung nach stark auf die Rahmenbedingungen an: Gibt es genügend Ladepunkte, sinkt die Ladezeit, ist die richtige Infrastruktur da? All das muss passen, damit eine Kaufentscheidung des Endkunden dauerhaft in Richtung E-Mobilität geht.“

E-Fuels und Wasserstoff einbeziehen

Matthias Zink leitet bei Schaeffler als CEO Automotive unter anderem die Bereiche Getriebe, E-Mobilität, Motor- und Fahrwerkssysteme sowie Forschung und Entwicklung.
Matthias Zink leitet bei Schaeffler als CEO Automotive unter anderem die Bereiche Getriebe, E-Mobilität, Motor- und Fahrwerkssysteme sowie Forschung und Entwicklung.
(Bild: Schaeffler)

Der Automobilzulieferer Schaeffler hatte die Elektromobilität vergleichsweise früh stark im Fokus. Bereits 2016 kommunizierte das Unternehmen sein wahrscheinlichstes Zukunftsszenario in Sachen Antriebsverteilung, wonach 2030 weltweit nur noch um die 30 Prozent aller Neufahrzeuge allein mit Verbrennungsmotor ausgeliefert werden. Nichtsdestotrotz wünscht sich Matthias Zink eine größere Technologieoffenheit der Politik in Sachen automobile Antriebe. Dort setze man zu stark auf die Elektromobilität und zu wenig auf andere Technologien wie E-Fuels und Wasserstoff.

„Ich würde mir eine Diskussion wünschen, die nach wie vor alle Technologien miteinbezieht, auch wenn ich grundsätzlich von der Elektromobilität überzeugt bin. Momentan fahren 1,4 Milliarden Autos über den Planeten. Den CO2-Ausstoß nur über Elektro-Neufahrzeuge zu senken, dauert sehr lang“, kritisiert Zink im Gespräch mit dem Magazin. E-Fuels seien etwa für Lkw und Flugzeuge eine Option, um den CO2-Ausstoß zu senken.

(ID:47026059)

Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Teamlead Newsdesk / Content Pool