Günstiger und zum Schnellladen E-Autos: CATL will Natrium-Ionen-Akkus ab 2023 bauen

Autor: Svenja Gelowicz

Der chinesische Batteriekonzern hat eine neue Batterietechnologie präsentiert. Welche Vorteile diese gegenüber Lithium-Ionen-Akkus haben soll und wie die Massenfertigung bereits in zwei Jahren starten soll.

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Der Batteriehersteller CATL sieht Vorteile in Natrium-Ionen-Batterien.
Der Batteriehersteller CATL sieht Vorteile in Natrium-Ionen-Batterien.
(Bild: CATL)

Der chinesische Batteriekonzern CATL (Contemporary Amperex Technology) hat am Donnerstag erstmals einen neuen Natrium-Ionen-Akku präsentiert. Er funktioniere ähnlich wie Lithium-Ionen-Batterien – habe jedoch einige Vorteile. Denn die Technologie sei günstiger und umweltfreundlicher, heißt es in einer Mitteilung. Die Natrium-Ionen-Akkus seien außerdem besser geeignet für niedrige Temperaturen und könnten zudem schneller geladen werden. Im Detail heiße dies, dass die neuen Batterien bei Zimmertemperatur in 15 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden könnten. Die erste Generation der Natrium-Ionen-Akkus erreiche eine Energiedichte von 160 Wh/kg (Wattstunden pro Kilogramm), eine zweite Generation soll über 200 Wh/kg schaffen.

CATL: „Durchbruch“ bei Batteriesystemen

Der Batteriespezialist habe bereits mit der Industrialisierung der Batterietechnik begonnen, bis zum Jahr 2023 soll eine Massenfertigung möglich sein. Der stellvertretende Entwicklungschef Qisen Huang sagte am Donnerstag, die Herstellung von Natrium-Ionen-Batterien sei mit den Anlagen und Verfahren für Li-Ionen-Akkus kompatibel. Die Produktionslinien könnten also schnell umgestellt werden, um eine hohe Fertigungskapazität zu erreichen.

CATL kündigte außerdem einen „Durchbruch“ bei Batteriesystemen an. Das Unternehmen habe ein System entwickelt, dass sowohl die Lithium-Ionen- als auch die Natrium-Ionen-Technologie enthalte. Mit dem Ansatz soll ein leistungsfähiges Gesamtsystem entstehen.

Der chinesische Batterie-Riese ist der weltweit größte Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge. CATL ist mit Unterstützung der chinesischen Regierung erst in der Volksrepublik zum Platzhirsch gewachsen und hat sich schließlich die globale Marktführerschaft gesichert. Laut einer Prognose der Beratung Roland Berger und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka) soll CATL im Jahr 2023 einen Marktanteil von 17 Prozent an der weltweiten Zellproduktion für E-Auto-Batterien innehaben. Auf Platz 2 folgt das südkoreanische Unternehmen LG Chem mit 13 Prozent.

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Redakteurin im Ressort Management