Umfrage Elektro-Lkw: Die Rechnung geht auf, die Ladesäule fehlt

Von Mario Hommen/SP-X 2 min Lesedauer

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Mehr als 40 Prozent der Flottenentscheider halten Elektro-Lkw für wirtschaftlicher als Dieselmodelle. Auf Europas Straßen sind E-Laster dennoch selten, was wohl auch an fehlenden Lademöglichkeiten liegt.

Rein elektrisch angetriebene Lkw werden von vielen Flottenbetreibern in Europa mittlerweile als wirtschaftlicher im Vergleich zu Diesel-Lkw eingestuft.(Bild:  Daimler Truck)
Rein elektrisch angetriebene Lkw werden von vielen Flottenbetreibern in Europa mittlerweile als wirtschaftlicher im Vergleich zu Diesel-Lkw eingestuft.
(Bild: Daimler Truck)

Batterieelektrisch angetriebene Lkw haben auf Europas Straßen bislang Seltenheitswert. Doch das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Denn unter Flottenbetreibern ist die Überzeugung offenbar bereits weit verbreitet, dass sich der Umstieg auf den Elektroantrieb wirtschaftlich rechnet. Das geht aus einer Umfrage von Daimler Truck unter knapp 200 Flottenentscheidern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien hervor.

Demnach halten mehr als 40 Prozent der Befragten Elektro-Lkw mit Blick auf die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer für wirtschaftlicher als vergleichbare Dieselmodelle. Weitere 16 Prozent sehen beide Antriebsarten etwa gleichauf. Nur rund ein Viertel attestiert dem Diesel noch einen Kostenvorteil. Knapp jeder vierte befragte Flottenbetreiber setzt bereits batterieelektrische Lkw ein.

Marktentwicklung zeigt ein anderes Bild

Die Einschätzungen der Flottenmanager stehen allerdings in einem deutlichen Kontrast zur bisherigen Marktentwicklung. Nach aktuellen Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA legten die Neuzulassungen elektrisch aufladbarer Lkw in der EU in den ersten neun Monaten 2026 zwar kräftig zu. Ihr Marktanteil bewegt sich jedoch weiterhin im einstelligen Prozentbereich. Obwohl viele Flottenmanager bereits von den wirtschaftlichen Vorteilen des E-Antriebs überzeugt sind, schlägt sich dies bislang nur begrenzt in den Zulassungszahlen nieder.

Als eines der größten Hemmnisse für den Wechsel erweist sich weiterhin die lückenhafte Ladeinfrastruktur. Während rund zwei Drittel der Befragten Stromkosten für mindestens ebenso kalkulierbar halten wie Dieselkosten, sehen 61 Prozent bei der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten einen Nachteil für Elektro-Lkw. Vor allem im Fernverkehr erschwert das noch lückenhafte Ladenetz den Umstieg.

Dachser nutzt E-Lkw in der Logistik

Dass batterieelektrische Lkw bereits heute auch auf längeren Strecken wirtschaftlich eingesetzt werden können, zeigt nach Einschätzung von Daimler Truck die Praxis. Der Logistikdienstleister Dachser betreibt inzwischen mehr als 200 Elektro-Lkw im Nah- und Fernverkehr. Für eine breitere Elektrifizierung seien allerdings verlässliche wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen sowie ein konsequenter Ausbau der Ladeinfrastruktur notwendig, betont Dachser-Vorstand Stefan Hohm.

Auch Daimler Truck sieht im Ausbau öffentlicher und halböffentlicher Ladeangebote einen entscheidenden Hebel für den weiteren Markthochlauf. Dabei sollen auch betriebseigene Ladepunkte eine größere Rolle spielen, die außerhalb der eigenen Nutzungszeiten anderen Transportunternehmen zur Verfügung stehen.

Die Umfrage unter 197 Flottenentscheidern ist nicht repräsentativ. Sie deutet jedoch darauf hin, dass weniger grundsätzliche Zweifel an der Wirtschaftlichkeit als vielmehr praktische Hürden einer schnelleren Verbreitung von Elektro-Lkw im Weg stehen. Die Botschaft von Daimler Truck ist jedenfalls klar: Die Technik ist da, jetzt müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

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