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Universität Stuttgart Europas größter Fahrsimulator geht in Betrieb

| Autor/ Redakteur: Christian Otto / Thomas Günnel

Die Einrichtung wurde am Montag in einem zweigeschossigen Anbau der Universität Stuttgart eröffnet. Die dortigen Forscher wollen mit Hilfe des Simulators vor allem den Energieverbrauch senken und die Zahl der Verkehrsopfer mindern.

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Europas größter Fahrsimulator ist an der Universität Stuttgart in Betrieb gegangen. Im Inneren der Kuppel ist Platz für ein vollständiges Fahrzeug. Vorrangiger Einsatzzweck des Simulators: Forschung und Entwicklung an Fahrerassistenzsystemen.
Europas größter Fahrsimulator ist an der Universität Stuttgart in Betrieb gegangen. Im Inneren der Kuppel ist Platz für ein vollständiges Fahrzeug. Vorrangiger Einsatzzweck des Simulators: Forschung und Entwicklung an Fahrerassistenzsystemen.
(Universität Stuttgart)

Nach dreijähriger Bauzeit wurde am Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen (IVK) der Universität Stuttgart und am Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) der Bau eines sehr leistungsfähigen Fahrsimulators abgeschlossen. Der Simulator wurde sowohl für die öffentliche Forschung als auch für Verbundprojekte mit der Automobilindustrie konzipiert.

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Es ist die größte Anlage dieser Art an einer europäischen Forschungseinrichtung.

Dort sollen intelligente Fahrerassistenzsystemen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und zur Sicherheitsoptimierung erforscht und entwickelt werden. Im Fokus der Wissenschaftler stehen Fahrzeuge mit Elektro- und Hybridantrieb sowie mit konventioneller Motortechnik.

Förderung durch Bund und Länder

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg förderten das Projekt mit rund 3 Mio. Euro beziehungsweise 1,8 Millionen Euro. Weitere Mittel kamen aus dem Konjunkturpaket 2 (1,25 Mio. Euro) und Eigenmitteln des FKFS (1 Mio. Euro). Staatssekretär Dr. Georg Schütte betonte: „Dieser europaweit größte Fahrsimulator ermöglicht es Forscherinnen und Forschern, Autos in Zukunft energieeffizienter und sicherer zu machen. Solche innovativen Entwicklungen sind die Grundlage dafür, dass Deutschland auf dem internationalen Automobilmarkt auch in den kommenden Jahren seinen Technologievorsprung sichern kann.“

Acht-Achsen-Bewegungssystem

Zur realistischen Nachbildung der Fahrzeugbewegungen verfügt der Fahrsimulator über ein Acht-Achsen-Bewegungssystem mit einem 10m x 7m Bewegungsraum. Dieser dient zur Darstellung kombinierter Längs- und Querbeschleunigungen. Mit Hilfe eines aufgesetzten Hexapod können die Forscher Hub-, Nick-, Wank- und Gierbewegungen nachbilden. Ein Fahrzeugwechselsystem ermöglicht es ihnen zudem komplette, geringfügig modifizierte Vorserien- oder Serienfahrzeuge in den Simulator einzubringen. Die Simulationsumgebung ist modular aufgebaut, so dass diese durch weitere Funktionen und auch kommerzielle Produkte ergänzt werden kann.

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