Im Test

Fahrbericht: Mercedes-Benz A 200 CDI

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Neue Technik, neuer Innenraum

Technik und Innenraum bezeugen aber dann die noch frische Geburt: saubere Verarbeitung, klar ablesbare Rundinstrumente, sportliche und riesige Lüftungsdüsen im SLS-Stil sowie eine Reihe von Assistenzsystemen. Dazu zählt der Tempomat mit Abstandsregelung (ab 297 Euro), Spurhalte-Assistent und Totwinkel-Assistent (892 Euro), Rückfahrkamera (345 Euro) und elektronischer Park-Assistent (803 Euro). Dinge, die man zwar nicht unbedingt benötigt, die einem aber nach einiger Zeit gefallen und die man dann nicht mehr missen möchte. Denn dank der breiten C-Säule, der winzigen Heckscheibe und der niedrigen Sitzposition fühlt man sich in der A-Klasse wie in einer dunklen Höhle und freut sich vor dem Überholmanöver über die Aufmerksamkeit und die Warnlampen des Totwinkel-Assistenten, die hektisch blinken, wenn man Gefahr läuft, fremdes Blech zu touchieren.

Ganz vorn in Sachen Fahrdynamik

Auch das griffige Sportlenkrad des AMG-Pakets gefällt nach einigen Kilometern immer besser. Allerdings sind die eng geschnittenen Sportsitze in Kombination mit den 18-Zoll-Sporträdern im AMG-Paket (2.808 Euro) etwas zu viel für eine vorbelastete Bandscheibe. Beim Platzangebot liegt der Mercedes zwar nicht vor seinen Mitbewerbern, geht aber immer noch als praktischer Stadtwagen mit vier Türen und einem Kofferraumvolumen zwischen 341 und 1.157 Liter durch.

Die Abstimmung macht im Alltag dennoch Spaß, vor allem, wenn man gerne flott unterwegs ist. Das Fahrwerk bügelt Unebenheiten sauber aus, schlägt selbst bei tiefen Löchern nicht durch und folgt jedem Lenkbefehl schon fast so direkt wie bei einem Sportwagen. In Sachen Fahrdynamik liegt dieser Mercedes ganz weit vorne.

Die zwei Seiten des Diesels

Der Diesel liebt frühes Schalten und untertouriges Fahren, zeigt aber ab 3.000 Touren auch gerne seine Zähne, wenn sich die Reifen kraftvoll in den Asphalt beißen. Dabei bleibt der Selbstzünder angenehm im Hintergrund – akustisch wie auch ökonomisch. Zwar gibt Mercedes einen Durchschnittsverbrauch von 4,3 Liter auf 100 Kilometer an, im zweiwöchigen Testzyklus notierte der Bordcomputer aber 6,4 Liter– kein guter Wert, trotz zurückhaltender Fahrweise. Und selbst zu der muss man sich zwingen, denn der 140-PS-Diesel schafft locker 210 km/h und sprintet von 0 auf 100 km/h in 9,3 Sekunden. Werte, von denen die bisherigen A-Klasse-Fahrer nur träumen konnten, wenn sie dies überhaupt wollten. Denn für diese ist die neue Generation der Kompaktlimousine sicher nicht mehr die ideale Wahl. Doch für die kommod angehauchte Klientel haben die Stuttgarter ja noch das Raummobil B-Klasse im Programm.

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