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Entwicklung FKFS: „Wir erweitern unser Forschungsfeld“

| Autor: Sven Prawitz

Drei neue Prüfstände für das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart: Das Institut verfügt damit über Motorenprüfstände für elektrifizierte und elektrische Antriebe. Außerdem über einen weltweit einzigartigen Fahrdynamikprüfstand.

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In der Bildmitte oben ist das neue Gebäude (dunkelgrau) des Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) in Stuttgart zu erkennen.
In der Bildmitte oben ist das neue Gebäude (dunkelgrau) des Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) in Stuttgart zu erkennen.
(Bild: FKFS )

Gestern (23. Mai) weihte das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) in Stuttgart zwei neue Motoren- und einen Fahrzeugdynamikprüfstand ein. Das Institut, als Stiftung eng an die Universität Stuttgart angebunden, erschließt sich damit neue Forschungsgebiete, erklärte Andreas Wagner, beim FKFS Vorstand und Leiter des Bereichs Kraftfahrwesen, auf Nachfrage.

Der neue Hybridmotoren-Prüfstand sei bewusst nicht als Rollenprüfstand ausgelegt. Der Fokus liege rein auf dem Zusammenspiel zwischen Verbrennungsmotor und E-Antrieb. So sollen für unterschiedliche Lastfälle die Regelstrategien untersucht werden. Der Prüfstand verfügt über eine konstante Abgasvolumenmessung (engl. CVS, constant volume sampling) von Horiba und kann elektrische Verbraucher und die Antriebsbatterie simulieren.

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Fahrzeugdynamikprüfstand „weltweit einmalig“

Der Prüfstand für E-Antriebe ist auf besonders hohe Motorleistungen ausgelegt. Damit können reine E-Antriebe und Getriebe sowie sogenannte E-Achsen getestet werden. Die zwei Radmaschinen liefern jeweils bis zu 6.000 Newtonmeter Drehmoment. Sie sollen sehr dynamische Anwendungen bis zur Simulation eines ABS-Eingriffs darstellen können. Der dazugehörende Batteriesimulator ist für Spannungen bis zu einem Kilovolt ausgelegt.

Besonders stolz sind Vorstandsvorsitzender Hans-Christian Reuss und seine Mitarbeiter auf den neuen Prüfstand für Fahrzeugdynamik (Fahrzeugdynamik-Prüfstand, FDP). Das Konzept ist so ausgelegt, dass längs-, quer- und vertikaldynamische Fahrzeugeigenschaften dargestellt werden. Das Besondere am Prüfstand ist, dass er in einem Gebäude des FKFS installiert ist und damit Tests wetterunabhängig möglich sind. „Der FDP ist derzeit weltweit einmalig und für die Institute ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal“, sagte Wagner. Mit dem Prüfstand können laut Wagner grundsätzlich auch Fahrerassistenzsysteme erforscht werden, das sei „aber momentan noch nicht geplant“.

Die Bänder, auf denen die Räder des Fahrzeugs stehen, können Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h abbilden. Vertikal lassen sich Unebenheiten bis zu einer Frequenz von 30 Hertz simulieren. Entwickelt wurde der Prüfstand gemeinsam mit MTS Systems. Geht es nach Jeffrey Graves, CEO des Prüftechnikspezialisten, bleibt der Fahrdynamikprüfstand kein Einzelstück. „Natürlich hoffen wir, dass dieser Prüfstand auf der ganzen Welt installiert wird“, sagte er anlässlich der Einweihung des Prüfstands in Stuttgart.

Forschung für die Lehre und die Industrie

Die Investitionen über mehrere Millionen Euro – einen genaueren Betrag wollten die Vorstände des FKFS auch auf Nachfrage nicht nennen – stemmte das Institut zu einem großen Teil selbst. Der Hybridmotoren-Prüfstand ist komplett durch öffentliche Mittel gefördert; der FDP zu zwei Drittel. Andreas Wagner betonte im Gespräch, dass auch die öffentlich geförderten Anlagen für Auftragsforschung zur Verfügung stehen: „Das FKFS ist ausgerichtet auf die gezielte Zusammenarbeit mit der Industrie“, sagte Wagner und ergänzte: „Dieser Austausch schafft Technologietransfer und ist Grundlage für attraktive und moderne Forschung sowie Lehre.“

Dass die Automobilzulieferer und -hersteller des Stuttgarter Raums zu den Kunden gehören liegt nahe – so freute sich Dirk Lappe, Geschäftsführer bei Porsche Engineering, über die neuen Möglichkeiten am FKFS. Diesen regionalen Zugang zu potenziellen Kunden bestätigte Wagner, betonte aber: „Das FKFS ist international ausgerichtet.“ So habe man zum Beispiel auch Kunden aus Japan und Südkorea.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist