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Fahrerassistenzsysteme Ford-Fahrerassistent erkennt Straßengräben

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Sven Prawitz

Die meisten Spurhalteassistenten funktionieren nur bei gut erkennbaren Fahrbahnmarkierungen. Ford will nun eine bessere Technik entwickelt haben.

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Die Straßenranderkennung von Ford soll schwere Unfälle auf Landstraßen vermeiden.
Die Straßenranderkennung von Ford soll schwere Unfälle auf Landstraßen vermeiden.
(Bild: Ford)

Fahrerassistenzsysteme sind auf gut erkennbare Verkehrszeichen und Straßenmarkierungen angewiesen, um zuverlässig zu funktionieren. Doch auf schlecht ausgebauten Landstraßen sind die Linien oft abgenutzt, verschmutzt oder gar nicht vorhanden. Gleichzeitig passieren auf Landstraßen besonders viele schwere Unfälle. Der Bedarf, die Leistungsfähigkeit von Fahrassistenten gerade hier zu verbessern, liegt also auf der Hand.

Ford hat sich dieses Themas nun angenommen und die Straßenranderkennung als Bestandteil des Fahrspurhalteassistenten entwickelt. Gedacht ist diese Funktion speziell für den Einsatz auf Landstraßen bei Geschwindigkeiten von 70 bis 110 Stundenkilometern. Die unterhalb des Rückspiegels positionierte Frontkamera überwacht die Straßenränder bis zu 50 Meter vor dem Fahrzeug sowie bis zu sieben Meter links und rechts vom Fahrzeug. Basis der Funktion ist ein zusätzlicher Algorithmus in der Kamera, wodurch diese die Straßenränder selbst ohne Fahrbahnmarkierung erkennen kann.

Aktiver Lenkeingriff

Droht das Fahrzeug mit einem Vorderreifen den Asphalt zu verlassen, greift das System mit einer sanften Gegenlenkbewegung ein. Befindet sich das Fahrzeug nach der ersten Lenkunterstützung noch immer in der Nähe der Straßenkante, wird der Fahrer durch Lenkradvibrationen zusätzlich gewarnt, damit er das Fahrzeug manuell auf die korrekte Spur bringen kann. Nachts nutze das System das Licht der Scheinwerfer und funktioniere daher so effektiv wie tagsüber, verspricht Ford.

Der tatsächliche Nutzen des Systems lässt sich sicherlich erst in Testfahrten bewerten. Schließlich sind viele Assistenzsysteme so kalibriert, dass sie stets einen betont ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten. Führt die Straßenranderkennung den Wagen sehr weit in Richtung Straßenmitte, um genügend Abstand zum Bankett oder Graben zu halten, könnte es auf schmalen Straßen bereits knapp für den Gegenverkehr werden.

Die Straßenranderkennung ist in Europa für den neuen Puma, den Ford Focus, den neuen Kuga und den Explorer verfügbar – sowie künftig auch für neu auf den Markt kommende Baureihen.

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 Jan Rosenow

Jan Rosenow

, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE