Lean & Green Ford rüstet Vorserienbau mit smarter Beleuchtung aus

Von Thomas Günnel

Daten nutzen, ressourcenschonend und effizient produzieren: Die Ziele sind in den meisten Unternehmen gesetzt. Aber was heißt das im Detail? Bei Ford in Köln zum Beispiel eine smarte Beleuchtung der neuen Vorserienfertigung.

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Werks-Managerin Betty Cherian-Oddo (r.) und Projektleiter Gisbert Klein begutachten das smarte Beleuchtungssystem im Vorserienbau.
Werks-Managerin Betty Cherian-Oddo (r.) und Projektleiter Gisbert Klein begutachten das smarte Beleuchtungssystem im Vorserienbau.
(Bild: Ford)

Innerhalb eines Jahres hat Ford den Vorserienbau am Standort Köln Niehl umgebaut und alle Abteilungen unter einem Dach vereint. Früher entstanden hier Aston-Martin-Motoren. Nun entstehen in der neugestalteten Halle die Prototypen von Ford. Um die neu gestaltete Fläche ressourcenschonend zu beleuchten nutzt der Autohersteller LED-Lampen – die über smarte Eigenschaften verfügen.

Jede Leuchte ist mit einem Sensor versehen. Er misst die Temperatur, die Umgebungshelligkeit und die Bewegung unterhalb der Lichtquelle. Das heißt: Kommt durch die Fenster der Halle wenig Außenlicht, erhöht das Beleuchtungssystem selbstständig die Lichtstärke. Wird in einem Bereich gerade nicht gearbeitet, registriert das der Sensor und dimmt die Lampen.

Jede der 459 neuen LED-Lampen im Vorserienbau ist per Mausklick einzeln ansteuerbar und für jede lässt sich ein eigenes Beleuchtungsprofil erstellen.
Jede der 459 neuen LED-Lampen im Vorserienbau ist per Mausklick einzeln ansteuerbar und für jede lässt sich ein eigenes Beleuchtungsprofil erstellen.
(Bild: Ford)

„Wir erstellen für jede Lampe ein eigenes Profil“, erklärt Gisbert Klein, Ford-Projektleiter und verantwortlich für die elektrische Infrastruktur im Kölner Vorserienbau. „So können wir genau auf den tatsächlichen Bedarf an Licht in den einzelnen Bereichen reagieren.“ Klein und sein Team legen per Mausklick vorab fest, nach wie vielen Minuten ohne registrierte Bewegung die Lampen im jeweiligen Bereich herunterfahren oder wie hoch die benötigte Lichtstärke ist. „Es gibt Arbeitsplätze, wo zum Beispiel Messungen gemacht werden, da brauchen wir von vornherein mehr Licht“, erläutert Klein. Im alten Pilotwerk sorgten noch 1.500 Leuchtstoff-Röhren für Licht. Jetzt übernehmen das 459 LEDs.

Beleuchten wo es gerade notwendig ist

Die neuen Lampen leisten jeweils bis zu 236 Watt. Allerdings nutzt das System nur 10 bis 70 Prozent davon, tagsüber. Nachts zwischen 22 und 6 Uhr sind die Lampen aus. Wird Licht benötigt, fahren sie dort automatisch wieder hoch, wo Mitarbeitende unterwegs sind, etwa vom Werkschutz oder von der Instandhaltung. „Die Kollegen müssen den Lichtschalter jetzt nicht mehr suchen“, schmunzelt Klein.

Das alles spart deutlich Strom. „Wir haben den Stromverbrauch gegenüber der bisherigen Beleuchtung im Pilot Plant um rund 50 Prozent reduziert“, beschreibt Betty Cherian-Oddo, Plant Managerin des Vorserienbaus. Wobei die Beleuchtung den größten Energieverbrauch im Pilotwerk ausmacht. Außerdem ist das Licht jetzt klarer, weißer und gleichmäßiger verteilt. „Das fällt der Belegschaft auf“, sagt Klein. „Sie empfinden die neue Beleuchtung als viel angenehmer.“ Für die Instandhaltung bedeuten die eingesetzten LEDs einen deutlich geringeren Wartungsaufwand.

Smart Factory Day

Der Smart Factory Day bringt die Produktionsexperten zusammen – endlich wieder persönlich! Die Legendenhalle in Stuttgart und die Factory 56 von Daimler bilden den passenden Rahmen für den Experten-Austausch: zu Digitalisierung und Effizienzsteigerung in der Automobilindustrie, höherer Flexibilität, Auslastung und Qualität und neuen Arbeitswelten. Mitmachen!

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Das nächste Umbauprojekt betrifft die Außenbeleuchtung der Halle, sie erhält ebenfalls LED-Lampen. Neben der neuen Beleuchtungsanlage nutzt Ford im neuen Gebäude ein computerbasiertes System, um die Lüftungsanlagen besser zu steuern und so Wärmeenergie zu sparen. Das neue Pilotwerk mit der smarten Beleuchtung dient bereits als Vorbild für andere Gewerke am Kölner Standort des Autoherstellers.

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