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Genfer Autosalon 2019: Die Highlights der Show

| Autor/ Redakteur: Michael Gebhardt/SP-X / Svenja Gelowicz

Genf hat sich seit jeher als Leistungsmesse präsentiert. Daran ändert sich auch in diesem Jahr nichts – wenn auch zumeist dank E-Antriebsvarianten. Mit reinen Verbrennern trauen sich nur noch wenige OEMs an den Lac Léman. Ein Überblick.

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Blick auf den Genfer Autosalon. Dieses Jahr dominieren die Stromer am Lac Léman.
Blick auf den Genfer Autosalon. Dieses Jahr dominieren die Stromer am Lac Léman.
( Bild: Sven Prawitz/Automobil Industrie )

Genf steht dieses Jahr unter Strom: Die Elektrifizierung gehört am Lac Léman dieses Jahr zum guten Ton, über alle Preisklassen und Segmente. Nur wenige Hersteller trauen sich noch mit Nur-Verbrennern an den Lac Léman. Viele Automessen leiden unter rückläufigen Ausstellerzahlen und können dem Publikum oft nur wenige Highlights bieten.

Der Genfer Autosalon jedoch hat seine Anziehungskraft auch 114 Jahre nach seinem Debüt nicht verloren: Zwar fehlen mit Ford, Hyundai, Opel oder Jaguar auch hier namhafte Autohersteller, doch herrscht in den Messehallen keinesfalls Endzeitstimmung. Die freigewordenen Flächen wurden geschickt umverteilt oder von neuen Marken für sich beansprucht. Ein Messerundgang:

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Exoten in Genf: Aurus, Pininfarina & Co.

Erstmals stellt zum Beispiel der russische Staatskarossen-Hersteller Aurus am Genfer See aus. Überhaupt ist es die traditionell hohe Dichte an Exoten, die Jahr für Jahr die Besucher anlockt. Schließlich dürfte der Autosalon die wahrscheinlich einzige Gelegenheit sein, den 1.926-PS-Sportwagen Battista von Pininfarina, den etwa halb so starken Elektro-Flitzer Hispano Suiza Carmen oder das von Niels van Roij Design zum Kombi umgebaute Tesla Model S einmal live zu sehen. Viele der hier gezeigten Sonderlinge schaffen es trotz großer Pläne entweder nie über den Studien-Status hinaus oder werden in so homöopathischen Dosen gefertigt, dass eine Sichtung in freier Wildbahn quasi ausgeschlossen ist.

Ob das beim Piëch auch so ist, wird sich zeigen. Gemeint ist nicht der VW-Grande Ferdinand Piëch, sondern die neue Marke Piëch Automotive, mit der Sohn Anton durchstarten will. Eine ganze Modellfamilie ist geplant, zu sehen ist mit dem „Mark Zero“ der erste Wurf – rein elektrisch natürlich und mit einer Wunderbatterie, die in knapp fünf Minuten fast voll sein soll. Die Machbarkeit solcher High-Tech-Visionen ist derzeit freilich noch mehr als fraglich.

Polestar 2: Schweden-Stromer für ein breites Publikum

Der Polestar 2 dagegen ist weit mehr als eine Fingerübung. Während Volvo mit Abwesenheit glänzt und gleichzeitig mit der Ankündigung, seine Autos künftig auf 180 km/h Höchstgeschwindigkeit zu limitieren zum Tagesgespräch auf der Messe wird, zeigt die noch junge Tochter Polestar eine kompakte Elektro-Limousine, die 500 Kilometer schaffen und für rund 40.000 Euro erhältlich sein soll – übrigens ausschließlich online.

Generell gilt in Genf: Der V12 steuert auf die Rente zu, Elektrifizierung ist mittlerweile normal. Vor allem werden nicht mehr nur ausgefallene Leuchtturm-Modelle oder hochpreisige Sportwagen unter Strom gesetzt, sondern die ganze Bandbreite alltagstauglicher Autos. BMW und Audi beispielsweise zeigen zahlreiche neue Steckdosen-Modelle, vom X3 bis zum A8. Die Ingolstädter verzichten – wie auch Kia mit dem E-Soul und dem gelifteten Niro – an ihrem Stand sogar ganz auf klassische Verbrenner.

Mobile aus dem VW-Konzern: Audi, VW, Seat, Skoda

Im Mittelpunkt steht bei Audider Q4 E-Tron: Das kompakte, serinnahe E-SUV soll dem wohl noch Mitte März präsentierten Tesla Model Y schon vorab Paroli bieten. Seat gibt mit dem „El Born“ einen Ausblick auf den ersten Stromer aus Spanien, der mit seinem luftigen Cockpit auch den Innenraum des VWID Neo andeutet und Wolfsburg selbst zeigt mit dem ID Buggy eine weitere E-Vision – und natürlich den gelifteten Bulli T6, der künftig auch mit Stromantrieb erhältlich sein soll. Mit der Studie „Vision iV“ stellt auch Skoda einen Elektro-Crossover aus, der fast als geschrumpftes Tesla Model X durchgehen könnte. Ganz klassisch kommt dagegen der Skoda Kamiq daher, das nach Kodiaq und Karoq dritte SUV der Tschechen, das vorerst ohne E-Unterstützung auskommen muss.

Volkswagen gab außerdem bekannt, dass das Aachener E-Auto-Start-upE.Go Mobileerster Kunde des Elektrifizierungsbaukastens (MEB) sein wird. Die Aachener wiederum enthüllten erstmals den E.Go Life Concept Sport. Außerdem zeigte das Unternehmen erstmalig das Serienmodell des E-Autos E.Go Life.

Technik aus Frankreich und Japan: Renault, Peugeot, Honda und Mazda

Mit gutem Beispiel geht Peugeot in der generell stark vertretenen Kleinwagen-Klasse voran: Der neue 208 debütiert nicht nur mit Verbrennern unter der Haube, sondern ganz selbstverständlich auch als „e-208“ mit 340 Kilometern Reichweite. Auch Honda gibt sich grün und will den „e“ sogar nur als Stromer bringen: Der kleine Viertürer ist die Weiterentwicklung der kultigen Retro-Studie Urban EV von der 2017er IAA und soll Ende des Jahres in Serie gehen.

Soviel Mut beweist Renault nicht: Zwar legt der französische Automobilhersteller ebenfalls in der VW-Polo-Klasse nach und bringt eine neue Generation des Clio auf den Weg, die sich mit Spielereien wie einem digitalen Cockpit recht modern gibt. Doch der Franzose soll vorerst nur mit herkömmlichen Motoren kommen; 2020 folgt dann zumindest eine Hybrid-Version. Mildhybrid-Technik gibt es auf Benzinerseite auch im Mazda CX-30, mit dem die Japaner hierzulande in den SUV-Coupé-Markt einsteigen.

Daimler zeigt unter anderem neuen Van

Zumindest ein bisschen Strom hat auch Mercedes dabei: Aus Stuttgart ist das überarbeitete Mittelklasse-SUV GLC nach Genf gerollt, das mit geglätteter Optik, frischen Assistenten und neuen Motoren punkten will; die neuen Vierzylinder-Benziner setzen auf 48-Volt-Unterstützung. Für den Lifestyle-Kombi CLA Shooting Brake, der ebenfalls seine Premiere feiert, sind die allerdings nicht vorgesehen. Außerdem elektrifiziert der Hersteller die V-Klasse. Das seriennahe Konzeptauto namens EQV hat ebenfalls seinen ersten Auftritt.

Sportwagenhersteller setzen weiter auf den Verbrenner

Und tatsächlich, es gibt auch noch Hersteller, die so tun als hätten sie von Elektrifizierung noch gar nichts gehört: Der Ferrari 488-GTB-Nachfolger F8 Tributo darf mit einem 3,9-Liter-V8 unter der Haube weiterhin aus den Benzin-Vollen schöpfen, das 530 kW/720 PS starke Aggregat markiert sogar den bislang stärksten Achtender aus Modena. Beistand bekommen die Italiener von Porsche: Auch das neue 911 Cabrio gibt es zunächst nur als S-Modell mit 331 kW/450 PS, die ausschließlich aus verbranntem Benzin erzeugt werden.

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