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Automobilmesse

Das zeigt Daimler auf dem Genfer Salon 2019

| Autor/ Redakteur: Günter Weigel, Peter Maahn/SP-X / Svenja Gelowicz

Daimler präsentiert am Lac Léman den erneuerten Sportkombi CLA Shooting Brake, der gerade in Sachen Digitalisierung deutlich mehr kann als vorher. Außerdem: den von der V-Klasse abgeleiteten E-Großraum-Van EQV und einen Sportler aus Affalterbach.

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Zu Daimlers Weltpremieren in Genf gehören der überarbeitete GLC und der AMG GT R Roadster. Neben den Sportlern gibt es auch im Kleinbus-Segment was zu sehen: den elektrisierten Van namens EQV.
Zu Daimlers Weltpremieren in Genf gehören der überarbeitete GLC und der AMG GT R Roadster. Neben den Sportlern gibt es auch im Kleinbus-Segment was zu sehen: den elektrisierten Van namens EQV.
(Bild: Daimler)

Ein knappes halbes Jahr vor der Markteinführung zeigt Mercedes auf dem Genfer Salon (7. – 17. März) die Kombiversion des viertürigen A-Klasse-Coupés. Der CLA Shooting Brake ist gegenüber der seit 2015 gebauten ersten Version um knapp fünf Zentimeter auf 4,68 Meter gewachsen. Auch in der Breite legt er um gut fünf Zentimeter zu und misst nun 1,83 Meter ohne Außenspiegel.

Der leichte Längenzuwachs geht einher mit einer um zwei Zentimeter niedrigeren Gesamthöhe, wodurch insgesamt eine etwas dynamischere Linienführung entsteht. Auch Radstand (2,72 m, + 3 cm) und Spur legen zu. Im Alltagseinsatz auffälliger dürfte allerdings die deutlich breitere Laderaumöffnung sein. Sie misst nun 87 statt bislang 64 Zentimeter und sollte das Beladen mit etwas sperrigerem Gepäck deutlich erleichtern.

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Viel Vernetzung

Abseits der Designänderungen unterscheidet sich der neue Shooting Brake von seinem Vorgänger vor allem durch die Möglichkeiten der Vernetzung. Wie schon in der A-Klasse ist MBUX (Mercedes Benz User Experience) an Bord und „bestimmt das Erlebnis im Innenraum“ so die Mercedes-Beschreibung. Tatsächlich wurde das Konnektivitäts- und Bediensystem seit seinem Debüt in der A-Klasse vor Jahresfrist sukzessive weiterentwickelt und kommt in allen neuen Daimler-Modellen zum Einsatz.

Und weil die Entwicklung im digitalen Bereich viel schneller geht, als im klassischen Automobilbau, wartet jede neue Generation von MBUX mit neuen Fähigkeiten auf. So ist sie im CLA schon in der Lage, zwischen den gesprochenen Befehlen von Fahrer und Beifahrer zu unterscheiden und reagiert gegebenenfalls auch auf Handzeichen. Eine neue Komfortsteuerung lässt sich mit den Daten einer Smartwatch verbinden und berücksichtigt die Befindlichkeit des Fahrers an Hand seines Stresslevels.

Stärkster Motor für den Shooting Brake ist ein Zweiliter-Turbobenziner mit 165 kW/225 PS, der die Vorderräder mittels eines Siebengang-DSG-Getriebes antreibt und im Schnitt 6,5 Liter verbraucht. Bis zur Markteinführung im September dürften aber auch weitere Motoren aus dem Portfolio der A-Klasse lieferbar sein. Preise nennt Daimler erwartungsgemäß noch nicht. Den Shooting Brake auf Basis der alten A-Klasse gibt es aktuell ab 31.178 Euro, den neuen CLA kann man ab 32.500 Euro ordern. Der Shooting Brake dürfte etwas teurer ausfallen.

EQV: Die elektrisierte V-Klasse

Der von der V-Klasse abgeleitete EQV feiert auf dem Genfer Autosalon als seriennahes Konzeptauto seine Premiere.
Der von der V-Klasse abgeleitete EQV feiert auf dem Genfer Autosalon als seriennahes Konzeptauto seine Premiere.
(Bild: Sven Prawitz/Automobil Industrie)

Wie kommen bis zu acht Erwachsene in noblem Ambiente rein elektrisch in eine rund 400 Kilometer entfernte Stadt? Bald in einer V-Klasse: Wie der EQC, ein Mittelklasse-SUV auf Basis des GLC, trägt auch der große Stromer die neue Typenlogik von Mercedes. „EQ“ für elektrisch plus „V“ für den Genspender im normalen Modellprogramm.

Ein „Fahrzeugkonzept mit Zukunft“ sei der EQV, betont Daimler-Vorstand Wilfried Porth und verspricht den baldigen Serienstart der weltweit ersten Großraumlimousine im Edel-Segment. An der Vorderachse zieht ein 150 kW/204 PS starker Elektromotor, der seine Energie aus einer 100 kWh-starken Lithium-Ionen-Batterie saugt. Laut neuer Norm reicht der Akku für gut 400 Kilometer. Geladen werden kann an einer sogenannten Wallbox, einer Haushaltssteckdose oder Schnellladesäule. Letztere liefert in nur 15 Minuten den Strom für weitere 100 Kilometer Fahrt. An der heimischen Wallbox mit 11 kW Ladeleistung sind es demnach rund zehn Stunden, bis das 4,90-Meter-Schiff komplett erstarkt wieder ablegen kann.

Von außen gleicht der EQV weitgehend seinen Schwestermodellen aus der alten Welt. Als Unterscheidungsmerkmal nennt Chef-Designer Gorden Wagener die Frontpartie: „Im Zentrum steht der Kühlergrill mit Chromspangen, ein LED-Leuchtenband als typisches Merkmal des EQ-Designs und große Lufteinlässe“. Deutlicher wird das Besondere im Innenraum. Das inzwischen in mehreren Pkw-Modellen eingeführte Infotainment-System MBUX mit den großflächigen Monitoren anstelle von klassischen Armaturen erobert die V-Klasse erst mit der Elektroversion. Das jüngst präsentierte Facelift der normalen V-Klasse kommt noch mit dem aufgesetzten Mittel-Monitor der klassischen Art daher.

Serienstart des EQV noch offen

Das moderne Bedienkonzept des EQV wurde durch typische E-Anzeigen wie Reichweite, Energiefluss oder Stromspartipps ergänzt. Dazu gehört eine Navigation, die den gegenwärtigen Ladezustand berücksichtigt, eine Fernsteuerung zum Klimatisieren von zu Hause aus, aber auch eine App, mit der man den gezapften Strom an der Ladesäule bezahlen kann.

Natürlich ist das in Genf gezeigte Konzeptfahrzeug gespickt mit edlen Accessoires: Blaue Lederoptik der Instrumententafel, ergänzt durch Elemente in Roségold. Eine Farbkombination, die sich auch an den Sitzen wiederfindet. Die Grundtöne des Innenraums in Schwarz und Blau sollen für eine entspannte und luxuriöse Stimmung wie im nobel gestalteten Eigenheim sorgen. Während das Ausstellungsstück über sechs Sitze in drei Reihen verfügt, ist bei Marktstart dann auch eine sieben- oder achtsitzige Bestuhlung möglich. Über die späteren Preise oder das Datum für den Serienstart schweigt sich Mercedes noch aus.

Athlet aus Affalterbach: Mercedes-AMG GT R Roadster

Mercedes-GT-Fans aufgepasst: Die Stuttgarter sorgen nicht nur im überarbeiteten Coupé, sondern jetzt auch im Roadster mit der GT R-Variante für pure Fahrfreude. Der 430 kW/585 PS starke V8-Biturbomotor im offenen Zweisitzer ermöglicht den Standardspurt in 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 317 km/h erreicht. Das Hochleistungscabrio verfügt über ein verstellbares Gewindefahrwerk mit aktiver Hinterachslenkung. Den Fahrer erwarten bis zu 700 Newtonmeter Drehmoment.

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