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Automobilhersteller Hintergrund: Ohne neue Investoren droht Byton das Aus

| Autor / Redakteur: Walter Wuttke/Ampnet / Thomas Günnel

Das deutsch-chinesische Start-up Byton hatte große Pläne mit seinem Modell M-Byte – doch wegen Corona steht der Automobilhersteller jetzt vor einer ungewissen Zukunft.

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Ein Byton M-Byte an einer Ladestation. Aktuell blickt der Automobilhersteller in eine ungewisse Zukunft.
Ein Byton M-Byte an einer Ladestation. Aktuell blickt der Automobilhersteller in eine ungewisse Zukunft.
(Bild: Byton)

Für ein halbes Jahr stehen in der Fabrik im chinesischen Nanjing erst einmal alle Bänder still. „Wir hatten dort mit der Vorserienproduktion begonnen und bereits die Zulassung durch die Behörden für die Fertigung bekommen“, erklärt Oliver Strohbach PR-Chef von Byton Europa. „Nun arbeitet dort nur noch die Kernmannschaft“. Die Fabrik ist auf eine Kapazität von 300.000 Einheiten im Jahr ausgelegt.

Auch in den USA hat das Unternehmen seine Mannschaft bereits im April um die Hälfte reduziert. In Europa, so Strohbach, „arbeitet die Designabteilung vorerst weiter“. Ursache für die Schwierigkeiten ist das Corona-Virus, das alle Planungen durchkreuzt hat. „Investoren haben ihre zugesagten Mittel wieder zurückgezogen, und jetzt werden neue Mittel gesucht“, beschreibt Strohbach die Situation. Ursprünglich hatte Byton geplant, im September die bisher unverbindlichen Reservierungen in feste Bestellungen gegen eine „geringe Anzahlung“, so Strohbach, umzuwandeln. Dieser Plan liegt nun erst einmal auf Eis.

Händlernetz schon vorhanden

„Wir hatten schon so viel geschafft“, blickt Strohbach zurück. Tatsächlich hatte Byton bereits ein europäisches Händlernetz in Norwegen, Schweiz, Schweden und den Niederlanden aufgebaut. Weitere Handelspartner in weiteren Märkten sollten in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. „Unsere Partner waren bereit, insgesamt eine Milliarde Euro zu investieren“, erklärt Strohbach. Reservierungen für Fahrzeuge gab es bereits viele: mehr als 20.000 aus Deutschland, rund 14.000 in Norwegen und weltweit schon deutlich über 50.000.

Die ersten Modelle sollten nach den auf der IAA im vergangenen Jahr bekanntgegebenen Plänen vom kommenden Jahr an in Europa abgesetzt werden. Stattdessen „müssen wir nun versuchen, uns umzustrukturieren und neue Investoren finden.“ Ohne neues Geld könnte die sechsmonatige Pause der Anfang vom Ende eines vielversprechenden Start-ups werden.

Byton hat zwei Modelle entwickelt

Byton war 2017 gegründet worden und sammelte vor allem von chinesischen Investoren mehr als 800 Millionen Dollar ein. Als erstes Serienmodell stand der M-Byte in den Startlöchern, den die Byton-Verantwortlichen als digitales „Smart Device“ definierten, und das sich von anderen Modellen vor allem durch sein mehr als ein Meter breites Display im Cockpit unterscheidet.

Das Elektro-SUV wird von einem 272 PS (200 kW) starken Elektromotor im Heck angetrieben, die Reichweite beträgt nach der WLTP-Messmethode 360 Kilometer. Eine Allradversion mit 408 PS (300 kW) erreicht maximal 435 Kilometer. Als Preis nannten die Byton-Verantwortlichen im vergangenen Herbst rund 45.000 Euro, ohne Mehrwertsteuer. Weitere Modelle sollen auf der Plattform möglich sein – gezeigt wurde bereits eine Studie einer Limousine namens K-Byte.

Coronakrise setzt Start-ups zu

Corona entwickelt sich offensichtlich zunehmend als Hindernis für Start-ups. In Aachen sucht Professor Schuh nach Geldgebern, um seinen elektrisch angetriebenen Stadtwagen Ego Life zu retten. In den USA sucht Faraday Future verzweifelt nach Investoren. Vor vier Jahren auf der CES in Las Vegas mit vollmundigen Ankündigungen gestartet – unter anderem sollte eine große Fabrik in der Nähe von Las Vegas entstehen –, dämmert das Unternehmen heute in einer ehemaligen Reifenfabrik in der Nähe von Los Angeles einer ungewissen Zukunft entgegen. In China kämpft neben Byton auch das Start-up Nio ums Überleben und hofft trotz Corona auf Investoren.

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