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Elektromobilität i3-Absatz kommt nicht in Schwung

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Jens Scheiner

Der Münchner Autobauer BMW ist mit dem Verkauf des i3 zufrieden. Doch in Deutschland sind die Händlerziele unerreichbar. Bestenfalls die Hälfte werden die i3-Agenten erreichen.

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Der Verkauf vom BMW i3 kommt nicht so recht in Schwung.
Der Verkauf vom BMW i3 kommt nicht so recht in Schwung.
(Foto: BMW)

Während BMW über die Entwicklung seiner i-Sparte jubelt, werden viele deutsche i-Agenten ihre Jahresziele verfehlen. Nach neun Monaten summiert sich der Absatz zahlreicher Händler beim i3 gerade mal auf die Hälfte der anvisierten Zahlen. Der große Anfangshype sei vorüber, sagte ein BMW-Händler auf Anfrage von unserem Schwestermagazin „kfz-betrieb“, der nicht genannt werden will. Demnach mehren sich die negativen Stimmen der Kunden, die Kritik an den hohen Anschaffungskosten und teuren Leasingraten sowie der geringen Reichweite üben.

Ambitionierte Ziele

Nach einem ordentlichen Marktstart sind die i3-Neuzulassungen hierzulande in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen: Den bisherigen Tiefstand im laufenden Jahr erreichte der i3 laut Kraftfahrbundesamt im September mit 131 Neuzulassungen. Im dritten Quartal zählte das Amt weniger als 500 Einheiten. Etwas besser sehen die Zahlen für das Gesamtjahr aus mit knapp 1.900 i3-Neuzulassungen (davon mehr als ein Drittel mit Range Extender).

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Doch von den ursprünglichen Zielen für den deutschen Markt scheint BMW weit entfernt. Nach Informationen aus Händlerkreisen sollten die 43 i-Agenten im laufenden Jahr eigentlich zwischen 5.000 und 6.000 Elektrofahrzeuge verkaufen. Dennoch sehen die Händler keinen Grund zu verzagen. „Wir haben aus dem Stand mit unseren Fahrzeugen 30 Prozent des Elektrosegments erobert. Das sind realistische Zahlen, wie sie der Markt aktuell ermöglicht“, ist Ralf Brandenburg, Geschäftsführer der Hans Brandenburg GmbH, überzeugt. Wettbewerber wären froh, könnten sie mit ihren Elektromodellen ähnliche Ergebnisse vorweisen.

Kunden an den i3 heranführen

Nun will der bayerische Autobauer mit verstärkten Marketingmaßnahmen die schleppende Entwicklung voranbringen. Er plant eine Aktion, dass die Kunden einen i3 für 555 Euro einen Monat lang testen können. Entscheidet sich der Kunde im Anschluss zum Kauf, wird die Miete verrechnet. Auch die rückläufigen Wartezeiten könnten den Elektrowagen weiter voranbringen. Probleme bei der Carbonfertigung sowie Unwetter auf den Schiffsrouten hatten laut Händler die Wartezeiten zum Teil auf mehr als ein halbes Jahr getrieben. Das sei nun vorbei: Laut BMW-Chef Norbert Reithofer betragen sie derzeit zwischen vier und sechs Monate. Aus seiner Sicht ist dies immer noch zu viel.

„Die Händler sagen, dass sie mehr verkaufen könnten, als sie Anfang des Jahres zugeteilt bekommen haben“, meinte Reithofer jüngst im Rahmen einer Telefonkonferenz. Doch der BMW-Chef sagte nicht, welche Händler dies sind. Insgesamt sieht sich BMW mit der Entwicklung seiner Elektroflotte voll auf Kurs: Vom rein elektrischen BMW i3 hat BMW nach eigenen Angaben in den vergangenen neun Monaten dieses Jahres knapp 10.200 Fahrzeuge verkauft. Vom Plug-in-Hybrid BMW i8 sind von Juni bis September 341 Fahrzeuge an Kunden gegangen. In Deutschland hat der kleine Elektrowagen mit dem „plüschigen Innenraum“ bislang eher einen schweren Stand.

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