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Ymos Insolvenzverfahren eröffnet

| Autor / Redakteur: dpa/AI / Bernd Otterbach

Das Insolvenzverfahren über sechs Gesellschaften der Ymos-Gruppe ist vom Amtsgericht Idar-Oberstein eröffnet worden. Gläubiger könnten bis zum 16. September ihre Forderungen gegenüber dem Automobilzulieferer anmelden, teilte das Amtsgericht am Mittwoch mit.

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Die Ymos-Gruppe hatte Anfang Mai wegen drohender Zahlungsunfähigkeit für fünf Firmen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Idar-Oberstein gestellt. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Tobias Laub sind von der Insolvenz 690 Arbeitnehmer an sechs Standorten in Deutschland betroffen, davon mehr als 300 in Idar-Oberstein (Kreis Birkenfeld) und weitere 290 in Prenzlau (Brandenburg). Ymos liefert zahlreiche beschichtete Kunststoffteile, darunter Chrom-Embleme, Türgriffe und Verkleidungen. Wegen zu geringer Kapazitäten in Deutschland ist der modern ausgebaute Galvanikbereich zur Verchromung von Autoteilen besonders gefragt und noch erweiterungsfähig. Der jährliche Umsatz liegt bei etwa 75 Millionen Euro.

Volkwagen und Daimler sind Haupkunden

Hauptkunden der Gruppe sind Laub zufolge der Volkswagen-Konzern und Daimler. Volkswagen hatte bereits kurz nach dem Insolvenzantrag „hohes Interesse an der Fortsetzung der Geschäftsbeziehung“ bekundet. Die Produktion laufe derzeit „unvermindert weiter“, so Laub weiter. Wegen der guten Konjunktur sei auch bei Ymos die Auftragslage „sehr gut“. Ziel sei es, die Unternehmensgruppe an einen Investor zu veräußern. Es habe bereits intensive Gespräche mit zahlreichen Interessenten gegeben, teilte Laub in Idar-Oberstein mit.

Spätfolge der Absatzkrise

Gleichzeitig solle das Unternehmen wieder rentabel gemacht werden. Daher werde gerade die Schließung des Werkes in Gütersloh vorbereitet, von der 60 Arbeitnehmer betroffen seien. Die Produktion werde in den nächsten Wochen an die Standorte Idar-Oberstein und Prenzlau verlagert. Mit weiteren Entlassungen sei nicht zu rechnen.

Die Ymos-Gruppe ist laut Insolvenzverwalter vor allem wegen der Absatzkrise in der Automobilbranche vor zwei Jahren in finanzielle Schieflage geraten. Die erste Gläubigerversammlung sei für den 2. November geplant, teilte das Amtsgericht mit.

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