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Wirtschaft Medien: Deutsche Autoindustrie schmiedet Entwicklungsallianz

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Nicht nur die Konkurrenten Daimler und BMW denken Berichten zufolge über eine Entwicklungskooperation beim autonomen Fahren nach, um Kosten zu teilen. Womöglich will sich auch Volkswagen an einem solchen Bündnis beteiligen – und auch die großen Zulieferer werden als mögliche Akteure genannt.

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Auf der CES konnten Besucher im BMW Vision iNext Platz nehmen und dank Mixed-Reality-Simulation eine virtuelle, vollvernetzte und autonome Fahrt erleben.
Auf der CES konnten Besucher im BMW Vision iNext Platz nehmen und dank Mixed-Reality-Simulation eine virtuelle, vollvernetzte und autonome Fahrt erleben.
(Bild: BMW)

Die deutsche Autoindustrie will beim Zukunftsthema autonomes Fahren einem Pressebericht zufolge womöglich in großem Umfang kooperieren. Anders als bislang bekannt, gebe es nicht nur Gespräche zwischen BMW und Daimler, sondern die Strategen der Branche verfolgten die Idee einer Bündelung der Kräfte der drei großen deutschen Autohersteller sowie großer Zulieferer, berichtete das „Manager-Magazin“ am Mittwoch (23. Januar), ohne seine Quellen zu nennen. Ziel wäre dann, ein gemeinsames System für das autonome Fahren zu entwickeln.

Neben den Herstellern BMW, Daimler und Volkswagen werden auch die Automobilzulieferer Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen als mögliche Akteure genannt. Ein Grund für die Gedankenspiele seien die hohen Entwicklungskosten. Konkrete Pläne gibt es laut dem Magazin allerdings noch nicht.

Volkswagen und Ford kooperieren bereits

Erst jüngst haben Volkswagen und Ford ihre Kooperationspläne vorgestellt und damit auch nochmals die steigende Bedeutung von Partnerschaften betont.

Die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ berief sich auf Unternehmenskreise und verkündete am Montag (21. Januar), dass die Konkurrenten Daimler und BMW derzeit die Möglichkeit einer Entwicklungsallianz prüfen. Demnach wollen die Automobilhersteller beim autonomen Fahren zusammenarbeiten und einen Industriestandard etablieren. Das Ziel: die Kosten in Milliardenhöhe aufzuteilen, die bei der Entwicklung von Technik zum automatisierten Fahren entstehen.

Laut dem Bericht geht es bei den Gesprächen der Unternehmen um eine Zusammenlegung der Produktentwicklung. Sogar Patente könnten dem Partner offengelegt werden. Außerdem peilen die Unternehmen einen gemeinsamen Industriestandard an. Ein weiteres Thema ist laut dem „Handelsblatt“ eine Kooperation bei kleineren Modellen. BMWs 1er-Reihe und Daimlers A-Klasse könnten auf einer gemeinsamen Plattform stehen. Das könnte die Kosten schon um Milliarden drücken, will die Zeitung von Insidern erfahren haben.

Die Mobilitätsdienste von Daimler und BMW sind schon vereint

Die Fusion der Carsharing- und Mobilitätsdienste der Hersteller ist bereits unter Dach und Fach. Im Dezember wurden die letzten rechtlichen Hürden beseitigt. Vollzogen werden soll die Fusion Ende Januar, die nächsten Schritte will das neue Unternehmen anschließend im Laufe des ersten Quartals 2019 bekannt geben.

Zu der neuen Firma gehören auch die Buchungsplattformen Moovel und Reach-Now, die Vermittlungs-Apps My Taxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat, die Parkplatz-Dienste Park-Now und Parkmobile sowie die Elektroauto-Ladedienste Chargenow und Digital Charging Solutions. Die Dienste von Daimler und BMW haben zusammen etwa 40 Millionen Kunden, vor allem in Europa. Die beiden Autohersteller legen ihre Mobilitätsdienste zusammen, um sich die Kosten zu teilen und schneller zu wachsen – und um nicht eines Tages von Fahrdienst-Plattformen wie Uber oder Didi Chuxing in China zu reinen Zulieferern degradiert zu werden.

Mit Material von dpa

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