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Mercedes V-Klasse: Geliftet – aber ohne MBUX

| Autor/ Redakteur: Peter Maahn/SP-X / Jens Scheiner

Mercedes spendiert seiner größten Limousine zum neuen Jahr eine Frischzellenkur. Die V-Klasse erhält eine neue Frontpartie, einen moderneren Vierzylinder in verschiedenen Leistungsstufen und soll zudem in naher Zukunft rein elektrisch fahren.

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Mercedes hat der V-Klasse nur ein dezentes Facelift spendiert.
Mercedes hat der V-Klasse nur ein dezentes Facelift spendiert.
(Bild: Daimler)

Streng genommen ist der größte Pkw mit Mercedes-Stern ein Nutzfahrzeug. Da die V-Klasse mit ihren bis zu acht Sitzen eng mit dem Transporter Vito verwandt ist, teilt sie sich mit ihm auch das üppige Platzangebot, das Raumgefühl und diverse Bauteile unterm Blech. Bei aller Ähnlichkeit haben die zweieiigen Zwillinge einen entscheidenden Unterschied: Da hier Menschen und keine Kisten und Kästen transportiert werden, bietet die bis zu 5,14 Meter lange V-Klasse fast den Komfort edler Limousinen und ein überragendes Verwöhnaroma vor allem auf langen Strecken. Seit dem Start des aktuellen Modells vor fünf Jahren wurde sie über 200.000 Mal verkauft.

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Also eigentlich kein Grund, das Erfolgsmodell grundlegend zu verändern. Die sogenannte Modellpflege, im internen Mercedes-Jargon als „Mopf“ bezeichnet, fiel denn auch so dezent aus, dass aktuelle Besitzer keinen Preisverfall befürchten müssen. So ist die neue V-Klasse nur von einer ihrer vier Seiten als solche zu erkennen, dort allerdings recht eindeutig. Die „Unterlippe“ macht den Unterschied. War der Lufteinlass unter dem typischen Mercedes-Kühler bisher dreigeteilt und eher filigran, betont jetzt eine durchgehende Öffnung mit Chromumrandung die Breite von 1,93 Metern deutlicher als bisher. Der Kühler selbst gleicht sich dank neuer Rautenstruktur den anderer Mercedes-Modelle an.

MBUX kommt zu einem späteren Zeitpunkt

Zurückhaltender agierten die Innenraum-Designer. Die Lüftungsdüsen wurden leicht umgestaltet und zeigen jetzt die Optik einer Turbine. Überarbeitet wurde die Darstellung der Anzeigen im großen Kombiinstrument. Eine reduzierte Darstellung soll dem Fahrer laut Mercedes die Orientierung erleichtern. Der Zentralmonitor, der mittig aus der Armaturentafel ragt, bleibt dagegen unangetastet. Erst später soll auch die V-Klasse auf das zum Beispiel aus der A-Klasse bekannte MBUX-Instrument, das an zwei nebeneinander platzierte Tablets erinnert, umgestellt werden.

Da sich das Alltagsleben in einem Auto dieser Art vor allem auf den Rücksitzen abspielt, spendierte Mercedes seinem Raumriesen gegen Aufpreis neue Luxussessel für die zweite der drei Reihen, die schon in der noblen S-Klasse für Entspannung sorgen. Liegefunktion für den Tiefschlaf auf der Autobahn, Massagetechnik zum Auflockern gestresster Manager und kühlende oder erwärmende Klimatisierung je nach Wetterlage. Fond-Wellness auf Rädern während sich der Kapitän vorne links seinen Weg durch den Verkehrsdschungel bahnt. Den wiederum entlasten zahlreiche elektronische Beifahrer vom Seitenwind-Assistenten bis hin zum aktiven Abstandsradar.

Neu in der V-Klasse ist ein Bremsassistent, der den Fahrer bei einem drohenden Auffahrunfall zunächst warnt und bei dessen ausbleibender Reaktion eine automatische Notbremsung einleitet. Im Stadtverkehr werden dabei auch leichtsinnige Fußgänger oder stehende Hindernisse erkannt. Auch ein verbessertes automatisch abblendendes Fernlicht ist jetzt für die V-Klasse zu haben.

Drei Katalysatoren und ein Partikelfilter säubern die Abgase

Von außen unsichtbar sind die Neuerungen unter der kurzen, nach vorne angeschrägten Motorhaube. Ein moderner Vierzylinder-Diesel mit zwei Litern Hubraum löst den in die Jahre gekommenen bisherigen Selbstzünder mit 2,1 Litern Hubraum ab. Das Aggregat, das schon in diversen Mercedes-Limousinen Dienst tut, verfügt über die beste derzeit erhältliche Abgasreinigung. Gleich drei Katalysatoren sorgen zusammen mit einem Partikelfilter für Zukunftssicherheit auch in drohenden Fahrverbotszonen. Der Lohn für die Ingenieure: Alle V-Klassen erfüllen die Euro 6d-Temp-Norm und die künftige Gesetzgebung RDE, die reale Verbräuche im Alltagsbetrieb misst.

Das größte „V“ im Programm ist der neue V 300 d mit 176 kW/239 PS, der mit einer Durchzugskraft von 500 Newtonmetern glänzt, die dank einer Boostfunktion beim Beschleunigen um weitere 30 Newtonmeter gesteigert werden kann. Beim Spitzenmodell ist die für die V-Klasse neue Neungangautomatik schon eingebaut. Bei den anderen Versionen kann sie gegen Mehrpreis bestellt werden. Der V 300 d ist dabei mit einem Schnittverbrauch von rund sechs Litern zumindest ist der Theorie erfreulich genügsam.

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Über das Einstiegsmodell in die Van-Welt spricht Mercedes derzeit noch nicht. Fest steht aber, dass es 37.000 Euro kosten und vermutlich V 220 heißen wird. Leistungs- und Verbrauchsdaten sind noch nicht bekannt. Bestellt werden kann die erneuerte V-Klasse ebenso wie das Freizeitmodell Marco Polo mit gleicher Technik ab März, Premiere ist auf dem Genfer Automobilsalon. Dort wird dann auch der EQV enthüllt, die erste rein elektrische Großraumlimousine der Welt. Deren Daten sind bis dahin aber noch „streng“ geheim.

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