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Fahrbericht

Mitsubishi Space Star: Einer für die Stadt

| Autor: Jens Scheiner

Um mal wieder etwas anderes als die großen Trend-SUVs zu fahren, haben wir den Mitsubishi Space Star getestet. Der kleine Japaner ist preiswert, sieht ganz gut aus und überzeugt noch in einem weiteren Punkt.

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Der kleine Mitsubishi Space Star ist nicht nur in der Anschaffung preiswert.
Der kleine Mitsubishi Space Star ist nicht nur in der Anschaffung preiswert.
(Bild: Sven Prawitz/»Automobil Industrie«)

Nachdem wir in den letzten Monaten mit dem riesigen Seat Tarraco, dem sportlichen Skoda Kodiaq RS oder luxuriösen Porsche Macan S viele große SUVs getestet haben, rollt zur Abwechslung, und um die Redaktion wieder zu erden, ein Mitsubishi Space Star auf den Hof.

Obwohl der kleine Japaner in der Klasse der Kleinstwagen angesiedelt ist und in der Basisversion ab 7.990 Euro zu haben ist, muss man dennoch auf nichts verzichten – zumindest wenn man die getestete Ausstattungsversion „Top“ mit dem zusätzlichen Extra-Paket für 1.100 Euro wählt. Denn dann hat Mitsubishi so ziemlich alles reingepackt, was für den Space Star zu haben ist: Etwa Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Blinkleuchten in den Außenspiegeln, LED-Standlicht, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, ein Smart-Key-System samt Start-Stopp-Knopf und eine zweistufige Sitzheizung sowie Regensensor, Tempoautomatik oder eine Berganfahrhilfe. Dann steigt allerdings auch der Preis auf knapp 14.000 Euro.

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Gefällige Materialauswahl und gute Verarbeitung

Aber auch optisch kommt der Space Star gefällig daher. Denn Mitsubishi hat über die Jahre immer mal wieder kleine Änderungen an der Außenhaut vorgenommen: Beispielsweise eine neue Nase, etwas mehr Kontur auf der Motorhaube und ein etwas anders moduliertes Heck. Auch innen haben die Designer ein bisschen Hand angelegt und das Cockpit mit Chrom- und Klavierlack-Applikationen versehen. Das Multifunktionslenkrad ist mit Leder und die Sitze mit einem gemusterten Stoff überzogen. Sieht gut aus und fühlt sich auch gut an. Natürlich ist auch eine Menge Hartplastik verbaut, das stört aber dank des Materialmixes überhaupt nicht – auch weil die Verarbeitung gut ist. Gefehlt hat in unserem Testwagen ein Farbdisplay. Folglich gab es auch kein kamerabasiertes Rückfahrsystem. Das bietet Mitsubishi erst gar nicht an. Und das braucht der kleine Japaner auch nicht, denn die Rundumsicht ist bei einer Gesamtlänge von nur 3,80 Metern richtig gut.

Space Star hat ausreichend Platz für vier Personen

Gleiches gilt in Teilen für die Platzverhältnisse: Vorne sitzt man beispielsweise auch als großer Mensch über 1,80 Meter gut und bequem. Der Platz für die Ellbogen und über dem Kopf ist ordentlich bemessen. Hinten im Fond sitzt man auch noch gut, allerdings nimmt die Kopffreiheit dann schon deutlich ab. Längere Reisen sind im Space Star mit vier Personen ohne weiteres machbar, auch weil die Sitze auf Dauer bequem sind. Reisen mit drei Personen auf der Rückbank würden wir aus zwei Gründen nicht empfehlen: Erstens fehlt es zu dritt schlichtweg an Schulter- und Kniefreiheit. Zweitens geht dem kleinen Japaner aufgrund des Gewichts im Heck schnell die Luft aus.

Zwar hatte unser Testwagen den stärkeren der zwei angebotenen Dreizylinder-Benziner, dennoch kam das 1,2 Liter große und 59 kW/80 PS starke Aggregat an seine Grenzen, wenn der kleine Japaner voll beladen war. Auch, weil in dem Kofferraum mit 209 bis 881 Liter Fassungsvermögen noch Platz für etwas Gepäck ist. Ist der Space Star nicht im Grenzbereich unterwegs, läuft der Motor schön rund und produziert den typischen Dreier-Sound. Mit etwas Geduld und Rückenwind lässt sich auf der Autobahn bestimmt auch die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erreichen. Das muss aber nicht sein, denn zum einen ist es schon bei 150 km/h sehr laut im Innenraum und zum anderen ist die Lenkung für derartige Geschwindigkeiten viel zu weich ausgelegt. Gleiches gilt für das Fahrwerk.

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Überzeugt mit geringem Verbrauch

Der Space Star fühlt sich einfach in der Innenstadt am wohlsten. Hier kann er seine Größe ausspielen, den guten Abrollkomfort des Fahrwerks und die leichtgängige Lenkung. Sehr angenehm ist im Alltag auch der Wendekreis von nur 9,2 Meter – das hilft beim Schlängeln in der Stadt genauso wie beim Einparken. Auch die fünf Gänge des Schaltgetriebes lassen sich geschmeidig einlegen und selbst im unteren Drehzahlbereich kommt der Kleinwagen noch gut auf Touren. Dennoch ist gerade im Stadtverkehr das Automatikgetriebe die bessere Wahl. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,2 Liter auf 100 Kilometer zeigte sich der Japaner von seiner genügsamen Seite. Diesen Wert haben wir mit einer effizienten „Eco-Fahrweise“ kurzzeitig sogar auf 4,4 Liter gedrückt. Der kleine Space Star kann aber auch durstig: Auf der Autobahn mit 140 km/h im Schnitt standen am Ende der Fahrt sogar 7,9 Liter auf dem Display.

Insgesamt ist der Space Star insbesondere für den Stadtverkehr geeignet. Er kann aber auch kurze Strecken auf der Autobahn und überzeugt – je nach Fahrweise – mit einem geringen Verbrauch. Daneben punktet er auch noch mit fairen Preisen.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE