IAA Neuer E-Kleinwagen von VW soll 2025 kommen

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Bislang schien auf der Elektro-Plattform der Wolfsburger nichts Kleineres als der ID 3 möglich zu sein. Jetzt ist es den VW-Ingenieuren offenbar doch gelungen, den Baukasten mit einem Kleinwagenkonzept in Einklang zu bringen.

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Schon mehrfach hatte VW Entsprechendes angedeutet, jetzt ist der kleine ID erstmals zu sehen.
Schon mehrfach hatte VW Entsprechendes angedeutet, jetzt ist der kleine ID erstmals zu sehen.
(Bild: Christoph Seyerlein)

In dem ab 2025 geplanten E-Kleinwagen von VW sollen sich wesentliche Funktionen durch das Smartphone der Fahrer steuern lassen. Der „ID Life“, dessen Konzeptstudie der Konzern am Montag zum Beginn der IAA in München vorstellte, soll ein Betriebssystem bekommen, das die vollständige Einbindung externer Endgeräte erlaubt.

So könnten zum Beispiel über ein Mobiltelefon oder Tablet „nahezu alle Funktionen kontrolliert“ werden, sagte eine Designerin mit Blick etwa auf Navigation- oder Entertainment-Module – „außer dem Fahren selbst“. Dazu ist eine komplexe Bord-Software nötig, die Wolfsburg selber entwickeln will.

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Der ID Life basiert auf einer kleineren, speziell für das Kleinwagensegment entwickelten Variante des modularen E-Antriebsbaukasten MEB des Herstellers. Erstmals ist damit ein auf der Grundlage des MEB konzipiertes Fahrzeug mit Frontantrieb ausgestattet. Mit seinem 172 kW (234 PS) starken Elektromotor beschleunigt der ID Life von null auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Seine 57 kWh Hochvoltbatterie soll eine Reichweite von rund 400 Kilometern ermöglichen (nach WLTP).

Das etwas mehr als 4 Meter lange und ab etwa 20.000 Euro erhältliche Auto ist laut Hersteller auf eine junge, städtische Zielgruppe ausgerichtet, es soll vorwiegend aus nachhaltigen Materialien gefertigt werden und ein eher minimalistisches Erscheinungsbild haben: „Je weniger Verzierungen, umso besser.“

Das Cockpit ist in einen Touchscreen im Lenkrad integriert, Außen- und Innenspiegel gibt es durch Kameratechnik nicht mehr. Auch eine kleine Filmleinwand und eine Computerspielkonsole sollen enthalten sein. Markenchef Ralf Brandstätter sagte, es gehe um „Integration des Autos in die Lebenswelt“. Produktionsland soll Spanien sein, wo die Wolfsburger auch den Aufbau einer weiteren Batteriezellfabrik anstreben.

Bisher hat Europas größter Autohersteller in dieser Reihe den Kompaktwagen ID 3 und den kleinen SUV ID 4 auf dem Markt. Anfang November soll das SUV-Coupé ID 5 kommen. In China gibt es bereits den großen SUV ID 6, der hierzulande erst 2023 erwartet wird.

Klimaschützern arbeitet Volkswagen zu langsam

Bis 2030 will die Hauptsparte des VW-Konzerns mehr als 70 Prozent ihrer Fahrzeuge in Europa vollelektrisch betreiben, in Nordamerika und China mindestens 50 Prozent. Klimaschützern geht der Umschwung von Verbrennern zu E-Autos jedoch noch nicht schnell genug: Sie fordern von Volkswagen die Festlegung auf konkrete Ausstiegsdaten für Diesel und Benziner. Außerdem werden Hybridwagen von ihnen wegen der häufig zugeschalteten Verbrennungsmotoren kritisch gesehen.

VW hatte die Entwicklung eines eigenen Elektro-Kleinwagens schon angedeutet, auch ein ID 2 in Polo-Größe war in der Diskussion. Auf der IAA zeigt das Unternehmen nun zudem eine Vorabversion des ID 5 mit Allradantrieb. Zu sehen sind diesmal nur elektrische Fahrzeuge.

Die Modelle sollen in den kommenden Jahren zunehmend auch auf das autonome Fahren ausgelegt werden – eine der Kernaufgaben der neuen Volkswagen-IT-Sparte. Konzernchef Herbert Diess sagte: „Autonomes Fahren wird unsere Industrie wie nichts anderes zuvor verändern.“ Der Mobilitätsmarkt könne sich bis 2030 verdoppeln – VW kalkuliert mit dieser Entwicklung beim Aufbau seiner Software- und Dienstleistungsplattformen. Auch neue Nutzungskonzepte wie Abo-Modelle sollen an Bedeutung gewinnen.

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