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Neue Modelle Neuer Opel Astra kommt nur noch mit Dreizylindern

| Autor/ Redakteur: Jan Rosenow / Maximiliane Reichhardt

Der Opel-Bestseller geht mit einem schmalen Motorenprogramm auf die Zielgerade seines Modelllebens. Hybrid- und Elektrovarianten fehlen weiterhin, dafür sind die Automatikgetriebe topmodern.

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Die schmale Chromspange in der Front, die in die Schweinwerfer übergeht, kennzeichnet den neuen Astra.
Die schmale Chromspange in der Front, die in die Schweinwerfer übergeht, kennzeichnet den neuen Astra.
(Bild: Opel)

Seine Messepremiere erlebt der überarbeitete Opel Astra nächste Woche auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main, doch schon ein paar Tage vorher zeigte der Rüsselsheimer Hersteller seinen neuen Kompaktwagen der Presse. Vertriebsleiter Ulrich Selzer hob bei der Präsentation die Bedeutung des Astra hervor, der trotz des SUV-Booms nach wie vor eines der bestverkauften Modelle bei Opel ist und zudem äußerst wichtig, um die Kohlendioxidgrenzwerte zu erreichen.

CO2-Ausstoß reduziert

Ein möglichst niedriger CO2-Ausstoß stand denn auch im Lastenheft der Opel-Entwickler, und diese haben geliefert: Um bis zu 21 Prozent konnten sie die Emission und damit den Verbrauch im Vergleich zur vorherigen Fahrzeuggeneration senken. Dafür verantwortlich ist eine neue Motorenbaureihe, die allerdings nicht von der neuen Konzernmutter PSA, sondern von General Motors stammt.

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Die Benziner liegen (mit Schaltgetriebe) in allen drei Leistungsstufen bei einer Emission von minimal 99 Gramm pro Kilometer, beim Diesel sind es 94 Gramm (Werte nach NEFZ korrigiert). Sowohl der Otto- als auch der Dieselmotor sind als Dreizylinder ausgeführt. Stärkste Variante ist der Benziner mit 107 kW/145 PS, während der Diesel maximal 90 kW/122 PS leistet. Stärkere Aggregate sind nicht mehr geplant; auf der Zielgerade seines Modelllebens lässt es der Astra also eher ruhig angehen. Vor dem Hintergrund der strengen CO2-Grenzwerte ist das logisch und nachvollziehbar, aber trotzdem werden die traditionsreichen Fahrspaßvarianten der Opel-Kompaktklasse sicher vielen Kunden fehlen.

Zwei unterschiedliche Automatikgetriebe für Otto und Diesel

Brandneu sind auch die Automatikgetriebe, wobei sich Opel den Luxus zweier unterschiedlicher Bauarten leistet. Der Diesel ist mit einer Neungang-Wandlerautomatik kombinierbar, der Otto mit einem stufenlosen Getriebe. Opel-Vertreter erklärten das mit der unterschiedlichen Nutzung der beiden Motortypen: Während der Otto eher im Stadtverkehr eingesetzt würde, wo das CVT wegen der fehlenden Schaltrucke komfortabler sei, wäre der Diesel die Wahl der Langstreckenfahrer, und für diese eigne sich das extrem lang übersetzte Stufengetriebe besser. Bei den Testfahrten, die vom Frankfurter Flughafen in den Taunus führten, ließen sich die unterschiedlichen Antriebscharakteristiken deutlich spüren: Der Diesel dreht im neunten Gang bei Richtgeschwindigkeit gerade einmal 2.000 Touren. Selbst bei Landstraßentempo legt das Getriebesteuergerät die höchste Stufe ein, wobei der Dreizylinder dann rattert wie ein alter Traktor und kaum noch Durchzugskraft aufweist.

Alle Motoren erfüllen Euro 6d

Für den Ottomotor ist das CVT mit der ungewöhnlich hohen Spreizung von 7,0 ebenfalls ein guter Partner. Bei starker Beschleunigung fährt der Variator fest definierte Übersetzungspunkte an und täuscht so ein Stufengetriebe vor, um den bei CVT üblichen Gummibandeffekt zu vermeiden. Bei normaler Fahrweise reicht das Drehmomentangebot des Dreizylinders aber aus, um ohne laut heulendes Hochdrehen adäquate Durchzugswerte zu realisieren. Partikelfilter beim Otto und SCR-Kat beim Diesel bringen sämtliche Motorvarianten auf die künftige Norm Euro 6d. Antriebsseitig also alles schick beim neuen Astra? Was die konventionellen Aggregate betrifft – zweifellos. Alternativen in Form von Hybriden oder Elektroantrieben sind allerdings nicht zu haben. Diese gibt es ausschließlich bei den auf PSA-Plattformen aufbauenden Modellen.

Aerodynamik: So gut wie vor 30 Jahren

Der Antriebsstrang ist sicher die größte Änderung beim neuen Astra. Doch auch Karosserie und Innenraum erhielten Feinschliff und neue Optionen. Besonders stolz verwies Opel bei der Präsentation auf den guten Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) von 0,26. Damit hat man nach exakt 30 Jahren wieder das Niveau des legendären Calibra erreicht. Wobei gern vergessen wird, dass in den Luftwiderstand nicht nur der cw-Wert, sondern auch die Stirnfläche eingeht– und die ist bei modernen Autos viel größer als bei älteren.

In Sachen Fahrerassistenz haben die Opel-Ingenieure das Fahrzeug mit einer neuen optionalen Frontkamera sowie einer Rückfahrkamera aufgerüstet. Die Frontkamera ist kleiner und durch den schnelleren Prozessor leistungsfähiger als bisher. So erkennt sie nun auch Fußgänger. Fahrer blicken erstmals auf einen digitalen Tacho. Und für die Ohren gibt es auf Wunsch ein Bose-Soundsystem mit sieben Lautsprechern inklusive Rich-Bass-Subwoofer. Der neue Astra kann ab November bestellt werden und kostet ab 19.990 Euro. Der Dieselmotor ist ab 23.385 Euro zu haben. Die Kombivariante Sports Tourer kostet 1.000 Euro Aufpreis.

„Opel Connect“: Der Nachfolger für „OnStar“


Für Opels neuere Pkw-Modelle ist ab sofort außerdem „Opel Connect“, der Nachfolger für Onstar, für 300 Euro zu haben. Zu den Funktionen der fest an Bord installierten Konnektivitätssoftware zählen Echtzeit-Verkehrsdaten für die Navigation, Notruf- und Pannenruffunktion sowie die Fernabfrage von Fahrzeugdaten. Darüber ermöglicht das System, digitale Schlüssel auf dem Smartphone einzurichten, um Freunden und Familie einfachen Zugang zum Fahrzeug zu ermöglichen. Die Connect-Technik ist für alle Opel-Modelle mit Technik des früheren Kooperationspartners und heutigen Eigners PSA zu haben. Dazu zählen der neue Corsa, die SUV-Modelle Crossland X und Grandland X, die Vans Combo Life und Zafira Life sowie die Nutzfahrzeuge Combo Cargo und Vivaro.

Mit Material von ampnet

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