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Fahrbericht

Range Rover Velar: Hightech-SUV fürs Gelände

| Autor: Jens Scheiner

Range Rover gibt mit dem Velar einen Ausblick auf die nächste Modellgeneration. Das Midsize-SUV glänzt mit einem neuartigen Infotainmentsystem und einer optimierten Aerodynamik, ohne dabei seine Kernkompetenz zu vernachlässigen.

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Der Velar ist das mittlerweile vierte Modell aus dem Hause Range Rover und platziert sich zwischen den Evoque und den Range Rover Sport.
Der Velar ist das mittlerweile vierte Modell aus dem Hause Range Rover und platziert sich zwischen den Evoque und den Range Rover Sport.
(Bild: Jens Scheiner)

Bereits im Jahr 1969 prangte der Schriftzug Velar auf der Motorhaube des ersten Range-Rover-Prototypen, als dieser in geheimer Mission quer durch die afrikanische Wüste unterwegs war. Heute ist Velar nicht mehr nur der Name eines Konzeptfahrzeugs, sondern das erste Modell einer neuen Range-Rover-Generation.

Der Velar ist das mittlerweile vierte Modell aus dem Hause Range Rover und zwischen dem Evoque und dem Range Rover Sport platziert. Technisch ist das Midsize-SUV eng mit dem Jaguar F-Pace verwandt: Es baut auf dessen modifizierter IQ-Plattform auf. Optisch fügt sich der Velar nahtlos in die Modellreihe ein, obwohl er punktuell modifiziert wurde.

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Range Rover Velar: Coupécharakter

Der markentypische Kühlergrill dominiert nach wie vor die Front, wird aber von sehr schmalen LED-Schweinwerfern flankiert, dessen LED-Einsätze erstmals viereckig sind. Die lange Motorhaube, die relative flache Linie sowie das leicht abfallende Dach mit integriertem Dachkantenspoiler verleihen dem Fahrzeug Coupécharakter. Das Heck wird von extrem schmalen Rückleuchten sowie von den in die Heckschürze nach unten gebogenen Endrohren geprägt.

Mit 4,80 Metern Länge ist der Neuling gerade einmal fünf Zentimeter kürzer als der Ranger Rover Sport, aber über zehn Zentimeter flacher. Dies führt gemeinsam mit der klaren und aerodynamischen Formensprache zu einem cW-Wert von 0,32. Damit ist der Velar das effizienteste Modell der Land-Rover-Geschichte.

Einen Teil dazu tragen die versenkbaren Türgriffe bei, die sich beim Abschließen oder ab einer Geschwindigkeit von acht km/h in die Karosserie zurückziehen. Berührt im Stand der Zeigefinger kurz den Türgriff, fährt dieser sofort aus, und die Tür kann geöffnet werden. Dabei senkt die optional erhältliche Luftfederung das Fahrzeug automatisch ab, um so den Einstieg zu erleichtern.

Das Interieur des Velar

Elegant und komfortabel geht es im Innenraum weiter: Ein neugestaltetes Diamantmuster erstreckt sich vom Armaturenbrett über die Edelstahl-Lautsprecherabdeckungen bis zu den Türverkleidungen. Auch die perforierten Sitze aus hochwertigem Windsor- oder genarbtem Leder führen diesen Stil fort. Zur Materialauswahl gehört neben Leder auch ein edel wirkendes Wollmischgewebe oder Velours, das aus recycelten Plastikflaschen stammt. Die beheizbaren oder kühlenden Vordersitze sind mit einer Massagefunktion ausgestattet und lassen sich 20-fach elektrisch verstellen. Die Rücksitze sind gegen Aufpreis mit einer Heizung sowie einer elektrischen Neigungsverstellung ausgestattet. Für ein angenehmes Raumklima sorgt die optional erhältliche 4-Zonen-Klimaautomatik sowie ein System zur Ionisierung der Innenraumluft.

Infotainmentsystem fast ohne Schalter

Im Velar debütiert das neue Infotainment-System „Touch Pro Duo“: Die Mittelkonsole besteht aus einem schwungvoll gestalteten schwarzen Glas. Darunter verbirgt sich ein 10,2-Zoll-HD-Touchscreen, mit dem die Klimatisierung oder das Terrain Response gesteuert werden kann, sowie zwei Multifunktionsdrehregler aus mattiertem Chrom. Ein dritter Drehschalter für die Getriebeeinstellungen fährt beim Zünden des Motors aus der Mittelkonsole hoch. Im oberen Bereich des Armaturenträgers befindet sich ein weiterer hochauflösender 10,2-Zoll-HD-Touchscreen, der sich um bis zu 30 Grad neigen lässt. Hierüber kann der Fahrer Navigation, Medien und Telefon bedienen.

Haufenweise Assistenten

Beide Bildschirme werden wie bei einem Smartphone durch Wischen und Zoomen bedient. Auch über die Touchpads am Multifunktionslenkrad lassen sich verschiedene Befehle ausführen. Das Cockpit besteht aus einem 5-Zoll-TFT-Display, das von zwei Analoganzeigen umgeben ist. Optional ist ein interaktives 12,3-Zoll-Display verfügbar. Das vollfarbige Head-up-Display mit LED-TFT-Technik spiegelt beispielsweise Warnungen des aktiven Sicherheitssystems direkt auf die Windschutzscheibe. An Bord hat der Velar neben sechs Airbags eine Fülle an Assistenzsystemen, darunter einen autonomen Notfall-Bremsassistenten mit Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent, einen Toter-Winkel-Spurassistenten mit Annäherungssensor und eine Verkehrszeichenerkennung mit adaptivem Geschwindigkeitsbegrenzer.

Macht auch im Gelände eine gute Figur

Bei aller optischen und technischen Finesse ist ein Range Rover nach wie vor ein Fahrzeug für das Gelände. Um sicher durch das Terrain zu kommen, verfügt der Neuling über einen Allradantrieb, eine optionale Luftfederung sowie eine für Geländeeinsätze optimierte Karosseriegeometrie. Mit einer Bodenfreiheit von 251 Millimetern (213 Millimeter bei Versionen mit Stahlfederung) und einer Wattiefe von 650 Millimetern (600 Millimetern) ist der Velar absolut geländetauglich. Und mit dem „Terrain Response“ ist eine Fahrt durch die Wüste im Vergleich zum Ur-Velar noch einfacher und sicherer: Das System passt Motor, Getriebe, Mittendifferenzial sowie Assistenz- und Fahrwerksysteme automatisch an die Anforderungen des jeweiligen Geländes an.

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Für den Vortrieb sorgen sechs Diesel- und Benzintriebwerke, die jeweils mit einer Acht-Gang-Automatik von ZF gekoppelt sind. Das Leistungsspektrum reicht vom kleinsten Diesel, dem D180 mit 132 kW/180 PS bis zum 3,0-Liter-V6-Kompressor mit 280 kW/380 PS. Das Vollaluminium-Aggregat beschleunigt den 1.900 Kilogramm schweren SUV in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ein alternativer Antrieb ist laut Range Rover bislang noch nicht geplant, bietet sich aber aufgrund des niedrigen cW-Werts und des Leichtbau-Materialmixes durchaus an: Die verwindungssteife Karosserie besteht zu 80 Prozent aus Aluminium. Auch Magnesium und Verbundwerkstoffe haben die Ingenieure in die Karosserie verbaut.

Das kostet der Range Rover Velar

Mit dem Velar hat Range Rover eine echte Alternative zum Porsche Macan oder BMW X4 geschaffen. Denn mit 56.400 Euro bewegt sich der Velar auf gleichem Niveau wie der Macan (55.669 Euro), wartet aber mit innovativerem Design, futuristischerem Innenraum sowie überarbeiteter Technik auf.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE