Autonomes Fahren Sixt startet Ride-Hailing mit autonomen Fahrzeugen von Mobileye

Autor: Sven Prawitz

Sixt will 2022 einen Ride-Hailing-Dienst ohne Fahrer anbieten. Die Technik dafür kommt vom Zulieferer Mobileye und von einem chinesischen Autohersteller.

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Mit umgebauten ES8 von Nio will Mobileye gemeinsam mit Sixt einen Ride-Hailing-Dienst in München anbieten. Die Fahrzeuge sollen ohne Fahrer betrieben werden.
Mit umgebauten ES8 von Nio will Mobileye gemeinsam mit Sixt einen Ride-Hailing-Dienst in München anbieten. Die Fahrzeuge sollen ohne Fahrer betrieben werden.
(Bild: Mobileye)

Im zweiten Halbjahr 2022 will Sixt in München einen Ride-Hailing-Dienst mit autonomen Fahrzeugen anbieten. Die Technik dafür kommt vom Zulieferer Mobileye, der sein System für selbstfahrende Autos erstmals kommerziell Einsetzen wird. In der „erweiterten Innenstadt“ von München und auf einer Strecke zum Flughafen sollen zunächst 22 Robotaxis ohne Einschränken auf allen dort verfügbaren Straßen eingesetzt werden können. Kunden können die Fahrten entweder über die Sixt-App oder den Dienst Moovit, wie Mobileye zu Intel gehörend, buchen.

Die Basis für die selbstfahrenden Fahrzeuge bildet das Modell ES8 von Nio. Auf dem Dach sitzt eine Sensorbox, deren Form an einen Mantarochen erinnert. Darin enthalten sind selbstreinigende Kameras sowie Lidar- und Radar-Sensoren. Die Steuereinheit und das Modem für den Fernzugriff sitzen im Kofferraum unter dem Ladeboden. Der Kofferraum soll somit Kunden zur Verfügung stehen; ebenso wie sämtliche Plätze im SUV, das insgesamt drei Sitzreihen hat. Nur der Fahrerplatz werde gekapselt.

Nio bietet nötige Redundanz

Die Sensoren sind hauptsächlich auf dem Dach in einem Gehäuse montiert. Aber auch im Grill und über den hinteren Radkästen ist Sensortechnik angebracht.
Die Sensoren sind hauptsächlich auf dem Dach in einem Gehäuse montiert. Aber auch im Grill und über den hinteren Radkästen ist Sensortechnik angebracht.
(Bild: Mobileye)

Für Nio hätte gesprochen, dass alle sicherheitsrelevanten Systeme des ES8 redundant ausgeführt sind. Mobileye habe hier mit Nio zusammengearbeitet. Den Umbau der Fahrzeuge übernehme der Zulieferer jedoch selbst. Die Münchener Robotaxis werden laut Mitteilung zudem im Besitz von Mobileye bleiben. Sixt sei für den Betrieb und die Wartung der Flotte verantwortlich.

Fahrzeuge von deutschen Autoherstellern seien für den Einsatz in München nicht in Frage gekommen, heißt es aus dem Unternehmen Mobileye, da momentan kein Modell verfügbar sein, dass die Ansprüche an die Redundanz der sicherheitskritischen Systeme erfülle. Die umgebauten ES8 sollen ohne mit anderen Fahrzeugen oder der öffentlichen Infrastruktur vernetzt zu sein betrieben werden können, teilt Mobileye auf Nachfrage mit.

Zunächst Probebetrieb

Der Probebetrieb soll in der ersten Jahreshälfte starten. Bei der Typgenehmigung unterstütze der TÜV Süd. Der Zeitraum, bis die Robotaxis offiziell freigegeben sind, konnte man seitens Mobileye momentan nicht beziffern. Ein Sprecher von Sixt bekräftigte jedoch, dass der Dienst im zweiten Halbjahr 2022 starten soll.

Mobileye betreibt momentan in München bereits eine Testflotte. Das Unternehmen testet zudem unter anderem in Tel Aviv, Schanghai und New York. Im Herbst diesen Jahres soll noch Paris hinzu kommen.

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 Sven Prawitz

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Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility