Das Düsseldorfer Start-up Ubitium hat einen Prozessor angekündigt, der alle denkbaren Rechenlasten auf einem einzigen Chip vereinen soll – also CPU, GPU, DSP und FPGA in einer Architektur.
Eine Workloadunabhängige Prozessorarchitektur, die alles kann – und den Einsatz spezialisierter Chips wie GPU, FPGA oder DSP unnötig macht. Nichts geringeres verspricht der angekündigte „Universalprozessor“ des Düsseldorfer Startups Ubitium.
Das Versprechen, mit dem Ubitium seinen RISC-V-Chip ankündigt, klingt geradezu revolutionär: „Die 500-Milliarden-Dollar-Prozessorindustrie ist auf restriktiven Grenzen zwischen Rechenaufgaben aufgebaut“, sagt Hyun Shin Cho, CEO von Ubitium. „Wir heben diese Grenzen auf. Unser Universalprozessor kann alles – CPU, GPU, DSP, FPGA – in einem Chip, einer Architektur.“
Mit diesem Versprechen hat das fünf Monate alte Düsseldorfer Start-up gerade eine Finanzierungsrunde mit einem eingespielten Gesamtkapital von 3,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Führende Investorengruppen sind Runa Capital, Inflection und der KBC Focus Fund.
Arbeitslastunabhängige Mikroarchitektur
Die Gründer von Ubitium sind langjährige Veteranen der Halbleiterindustrie. CTO Martin Vorbach soll bereits seit 15 Jahren an der Entwicklung einer solchen rekonfigurierbaren Computing-Technik gearbeitet haben. Auf Basis seiner Forschungen sei es ihm gelungen, eine arbeitslastunabhängige Mikroarchitektur zu entwickeln. Diese ermöglicht es, dieselben Transistoren für verschiedene Verarbeitungsaufgaben wiederzuverwenden. Der Bedarf an mehreren spezialisierten Kernen für bestimmte Aufgaben – etwa paralleles Computing oder Signalprozessoren – könne somit entfallen. Davon würden natürlich insbesondere besonders rechenintensive Anwendungen wie künstliche Intelligenz profitieren.
Mitgründer und CEO von Ubitium ist Hyun Shin Cho. Der gebürtige Koreaner bekleidete zahlreiche Positionen bei Thyssenkrupp, zuletzt als Head of Digital Transformation in der Aufzugssparte TK Elevator. Vervollständigt wird das Gründungstrio durch den Vorsitzenden Peter Weber, der mit Stationen bei Intel, Texas Instruments und Dialog Semiconductor auf langjährige Erfahrung bei führenden Halbleiterunternehmen zurückblickt,
Drastisch reduzierte Kosten
„Viel zu lange haben wir akzeptiert, dass intelligente Geräte komplex sein müssen“, sagt Hyun Shin Cho. „Mehrere Prozessoren oder Prozessorkerne, mehrere Entwicklungsteams, endlose Integrationsherausforderungen – heute ist das anders.“ Der RISC-V-basierte „Universalprozessor“ verspricht arbeitslastunabhängige und KI-fähige Rechenfunktionen für Edge-Geräte mit einem einzigen Prozessor. Das Wort „System-on-Chip“ findet in der entsprechenden Ankündigung keine Erwähnung. Es soll wie betont ein einzelner, lastunabhängiger Prozessor auf Basis von RISC-V sein.
Zunächst für embedded systems und Robotik
Das würde die Kosten drastisch reduzieren. In KI-lastigen Anwendungen entsteht durch das Hinzufügen von spezialisierten Recheneinheiten für extremes paralleles Computing wie GPUs, DSPs oder FPGAs zusätzlicher Hardware-und Entwicklungsaufwand. Dieser könne hier entfallen.
Die Technik von Ubitium zielt zunächst auf embedded systems und Robotik ab. Durch die Vereinfachung von Systemarchitekturen und die Senkung der Kosten soll der geplante Universalprozessor aber letztendlich fortschrittliche Rechenkapazitäten für alle Branchen zugänglich machen, ohne dass spezielle Hardware für jede Anwendung erforderlich wäre.
Ein neuer Standard ohne spezialisierte Chips?
Ubitium plant die Entwicklung eines vollständigen Portfolios an Chips auf Basis derselben Mikroarchitektur und mit einem vereinheitlichten Software-Stack, die sich je nach Komplexität der Anwendung in ihrer Array-Größe unterscheiden. Dieser Ansatz soll es Kunden ermöglichen, ihre Anwendungen je nach Bedarf ab- oder aufzuskalieren, ohne dabei den Entwicklungsprozess ändern zu müssen. Das RISC-V-basierte, Workload-agnostische Design wiederum stelle sicher, dass sich der Prozessor an jede Aufgabe ohne zusätzliche Hardware-Modifikationen oder Integration heterogener IP-Cores anpassen kann.
Ziel des Unternehmens ist nichts Geringeres, als seinen Universalprozessor als neuen Standard zu etablieren. Man wolle hiermit die Kosten- und Komplexitätsbarrieren durchbrechen, die „den Einsatz von fortschrittlichen Rechen- und KI-Funktionen in verschiedenen Branchen eingeschränkt“ haben. „Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der jedes Gerät autonom arbeitet, intelligente Entscheidungen in Echtzeit trifft und die Art und Weise, wie wir mit Technik interagieren, verändert“, fügt Hyun Shin Cho hinzu.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.