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Karriere Studie: Gehälter im Projektmanagement steigen deutlich

| Autor: Jens Scheiner

Im Berufsbild Projektmanager stiegen die Gehältern zuletzt stark. Doch nicht jeder bekommt das gleiche Gehalt, wie aus einer Studie hervor geht.

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Das Berufsbild Projektmanager*in gewinnt nicht nur an Relevanz, das zeigt sich besonders an den Gehältern, die beständig ansteigen.
Das Berufsbild Projektmanager*in gewinnt nicht nur an Relevanz, das zeigt sich besonders an den Gehältern, die beständig ansteigen.
(Bild: Bosch)

Der Studie „Gehalt und Karriere im Projektmanagement 2019“ der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement zufolge, ist das durchschnittliche Jahresgesamtgehalt (brutto) von 87.000 Euro im Vergleich zu 2017 um neun Prozent gestiegen. Die höchsten Gehälter werden in der Automobilindustrie gezahlt, gefolgt vom Finanzsektor und der Pharma-/Chemieindustrie. Am wenigsten verdienen Projektmanager in den Sektoren Baugewerbe und in der IT/Telekommunikation.

Gender Pay Gap und wesentliche Gehaltstreiber

Eine große Diskrepanz besteht nach wie vor zwischen den Gehältern von Männern und Frauen: Der Gehaltsunterschied liegt laut Studie bei elf Prozent. Die GPM sieht daher in Deutschland weitere Anstrengungen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ebenso gefragt, wie der Aufbau von Verhandlungskompetenz seitens der Projektmangerinnen, um dieser Benachteiligung auf individueller Ebene zu begegnen. Besonders groß ist der Unterschied auf dem höchsten Level zwischen Projektdirektorinnen und Projektdirektoren; am geringsten ist die Differenz im Einstiegs-Level in Projekten und PMOs (Project Management Office).

Unabhängig vom Geschlecht haben das Hierarchielevel und die Berufserfahrung, aber auch die Übernahme von Verantwortung den stärksten Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Bei allen drei Faktoren beträgt der Gehaltszuwachs von der Einstiegs- bis zur Endstufe etwa das Doppelte. In diesem Zusammenhang wird deutlich: Wer durch Weiterbildung Kompetenzen erworben hat, bezieht durchschnittlich ein höheres Jahresgehalt.

Weiterbildung fördert den Gehaltszuwachs

Der Anteil derjenigen, die eine Weiterbildung oder einen Zertifikatslehrgang besucht haben, hat sich gegenüber der GPM Studie von 2017 erneut gesteigert. Zertifizierung spielt laut Studie vor allem für die Verbesserung der praktischen Arbeit in Projekten, als Nachweis des Projektmanagementwissens und hinsichtlich der Verbesserung der Karrierechancen eine zentrale Rolle für Projektmanager*innen.

Wie in der gesamten Studienreihe seit 2005 wird jedoch auch in der aktuellen Studie deutlich: Karrierepfade sind häufig wenig transparent oder nicht klar definiert, sodass persönliche Ziele im Rahmen von Projektkarrieren häufig nur unzureichend umgesetzt werden können.

Agilität wichtiger denn je

Unternehmen waren bereits vor der Corona-Krise zunehmend volatilen Projektbedingungen ausgesetzt. Nun rücken agile Prinzipien und Vorgehensmodelle noch stärker in den Blickpunkt. In nahezu der Hälfte der Unternehmen werden inzwischen solche Ansätze auf Unternehmens- und Projektebene eingesetzt. Im Fokus stehen die Methoden Kanban und Scrum; Design Thinking und Lean Startup werden dagegen seltener genutzt.

Agile Ansätze finden sich vor allem in kleinen und in sehr großen Unternehmen. Der Einsatz agiler Ansätze hat insbesondere unter volatilen Projektrahmenbedingungen einen positiven Einfluss auf den Erfolg von Projekten. Die erhobenen Daten zeigen darüber hinaus, dass für Projektmanagerinnen und Projektmanager mit hohen agilen Kompetenzen auch deutlich höhere Einkommen zu erzielen sind.

Über die Studie

Die GPM-Studie wird alle zwei Jahre erhoben und entstand in Zusammenarbeit mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, unterstützt von der Projekt Management Austria und der Swiss Project Management Association. Für die siebte Ausgabe der Studie legten 1.650 Manager ihre Gehälter offen. Darüber hinaus will die Studie Einblicke in Karrierepfade von Unternehmen und Weiterbildungsaktivitäten von Projektmanagerinnen und Projektmanager gewähren und die Analyseergebnisse eines in jedem Jahr wechselnden Schwerpunkthemas präsentieren.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE