Ohne Radar und Lidar Hitachi entwickelt Multi-Kamera-Assistenzsystem

Von Sven Prawitz

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Der Zulieferer hat ein System mit mehreren Stereo-Kameras entwickelt, das Abstände messen kann und Verhaltensweisen erkennt. Das Konzept soll gegenüber hochauflösenden Radar- und Lidarsensoren günstiger sein.

Das Joint Venture von Honda und Hitachi – Hitachi Astemo – hat eine Umfelderkennung entwickelt, die ausschließlich Kameras nutzt.
Das Joint Venture von Honda und Hitachi – Hitachi Astemo – hat eine Umfelderkennung entwickelt, die ausschließlich Kameras nutzt.
(Bild: Hitachi Astemo)

Hitachi Astemo hat ein System entwickelt, das das vollständige Umfeld eines Fahrzeugs erkennt und für Fahrerassistenzsysteme geeignet ist. Wie der Zulieferer weiter mitteilt, nutzt ein Prototyp die Technik der 3D-Erkennung und arbeitet mit mehreren Kameras. Das Multikamerasystem soll deshalb hochauflösend und präzise sein.

Dafür nutzt das Unternehmen Stereokameras und eine spezielle Software, um Abstände zu messen. Die optischen Sensoren sind im Hitachi-Konzept allerdings nicht nahezu parallel angeordnet, sondern laut Angaben des Zulieferers in einem flexiblem Layout angeordnet. So werden etwa zehn Kameras mit unterschiedlichen Blickwinkeln kombiniert, einschließlich nicht paralleler Kameras. Das Ergebnis soll eine stereoskopische 3D-Sicht sein. Die integrierte 3D-Erkennung mit mehreren Kameras in ein einziges Kamerasystem ermögliche eine 360-Grad-Stereo-Sicht mit einem Kostenvorteil, hoher Genauigkeit und sehr guter Auflösung, beschreibt Hitachi sein neues Konzept.

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Erkennt Objekte und Verhaltensweisen

Das System generiere präzise Stereo-Abstandsinformationen rund um das Fahrzeug und könne so beispielsweise den Abstand zu einem Fahrzeug auf der Nachbarspur oder einem Zweirad erkennen, das von hinten an einer Autoschlange vorbeifährt. Laut Hitachi kann es die relative Geschwindigkeit sowie die Bewegungsrichtung abschätzen und diese Informationen bei der Fahrzeugsteuerung (ADAS) verwenden.

Neben der grundlegenden Erfassung von Objekten wie Autos, Motorrädern, Fußgängern und Fahrspuren enthalte die Erkennungsfunktion auch Blinker, rote Lichter und Bremslichter, um das Verhalten anderer Fahrzeuge vorherzusagen. Außerdem werden Verkehrszeichen, Straßenschilder, Straßenränder und freie Flächen erfasst, auf denen Fahrzeuge geführt werden dürfen.

KI erkennt Fehlerbilder aufgrund von Schmutz

Die Kamera-Sensorik sei gegen das Anhaften von Wassertropfen und Schmutz auf der Objektivoberfläche geschützt. Zudem habe die künstliche Intelligenz hierdurch verursachte Fehlermuster gelernt und könne die in den verschiedenen Kameras auftretenden Fehlfunktionen identifizieren und verhindern.

Herkömmliche Kamerasysteme nutzen monokulare Sensoren für die Rundumsicht und hätten deshalb nicht die erforderliche Genauigkeit. Hochauflösende Radarsensoren und Lidar-Geräte seien momentan noch zu teuer, heißt es in der Mitteilung von Hitachi Astemo.

Nahezu alle Autohersteller und die entsprechenden Systemlieferanten gehen davon aus, dass für automatisierte und autonome Fahrfunktionen über drei redundante Systeme – Kamera, Radar und Lidar – abgesichert sein müssen. Als bekanntestes Beispiel verzichtet Tesla bei seinem Assistenzsystem auf Radar und Lidar, um Kosten zu sparen.

Über Hitachi Astemo

Hitachi Astemo ist ein Joint Venture zwischen Hitachi und Honda. Mit 90.000 Mitarbeitern ist der global agierende Zulieferer ist in Produktbereichen wie beispielsweise elektrische Antriebe, AD/ADAS und Fahrwerke tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Japan.

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