Interview mit Jan Dannenberg und Tobias Keil Top-100 Zulieferer: „Drei strategische Ansätze“

Autor / Redakteur: Christian Otto / Thomas Günnel

Dr. Jan Dannenberg, Partner, und Tobias Keil, Principal bei Berylls Strategy Advisors, über das Erfolgsrezept der Top-Supplier, die Folgen des Dieselskandals, die größten Auf- und Absteiger des Jahres 2016 sowie die Auswirkungen der Transformation auf den Arbeitsmarkt.

Dr. Jan Dannenberg (l.), Partner, und Tobias Keil, Principal bei Berylls Strategy Advisors, im Gespräch mit »Automobil Industrie« unter anderem über das Erfolgsrezept der Top-Zulieferer, die Folgen des Dieselskandals und die größten Auf- und Absteiger des Jahres 2016.
Dr. Jan Dannenberg (l.), Partner, und Tobias Keil, Principal bei Berylls Strategy Advisors, im Gespräch mit »Automobil Industrie« unter anderem über das Erfolgsrezept der Top-Zulieferer, die Folgen des Dieselskandals und die größten Auf- und Absteiger des Jahres 2016.
(Bild: Charles Diehle Photography, Berylls)

Herr Dannenberg, Herr Keil, An der Spitze der Top-100-Supplier-Liste positionieren sich auch 2017 die bekannten Unternehmen. Was ist das Erfolgsrezept der diesjährigen Top 3?

Bosch und Continental, aber auch Denso verfolgen einen sehr konsequenten, unternehmerisch geprägten Weg. Sie nehmen in Kauf, für eine gewisse Transformationsphase Rückgänge bei der Profitabilität zu akzeptieren, um sich mit umfangreichen Vorleistungen, die nicht unbedingt einen sofortigen Return on Investment liefern, bereits heute die Zukunftsfelder der Automobilindustrie zu erschließen.

Zuletzt waren es vor allem die deutschen Zulieferer, die bei Wachstum und Profitabilität ganz vorne mitspielten. Hat dieser Trend durch die Folgen des Dieselskandals und die starken Investitionen in die Zukunftsfelder gelitten?

Der Dieselskandal hat aktuell nur leichte Spuren hinterlassen; er wird sich eher langfristig auswirken. Keine Frage, die Investitionen in künftige Innovationsfelder wie Leichtbau, Konnektivität, automatisiertes Fahren, E-Mobilität, künstliche Intelligenz, Big Data, Cyber Security und neue Mobilitätskonzepte verschlingen Milliarden, die sich erst in Jahren vollumfänglich amortisieren – wenn überhaupt. Wer allerdings heute nicht den Mut zum unternehmerischen Risiko eingeht, in diesen Zukunftsfeldern ganz vorne mitzuspielen, wird sehr schnell nach hinten durchgereicht. So verwundert es nicht, dass bei einigen Zulieferern die Profitabilität im vergangenen Jahr rückläufig gewesen ist.

Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE