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Brennstoffzellenfahrzeug Toyota stellt Mirai in Deutschland vor

| Autor/ Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Toyota hat in München den Mirai präsentiert, der ab September in Deutschland für 78.580 Euro an ausgewählte Leasing-Kunden gehen soll.

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Toyota hat in München den Mirai präsentiert. Er soll September in Deutschland für 78.580 Euro an ausgewählte Leasing-Kunden gehen.
Toyota hat in München den Mirai präsentiert. Er soll September in Deutschland für 78.580 Euro an ausgewählte Leasing-Kunden gehen.
(Foto: Toyota)

Zu den verkaufsbremsenden Faktoren gehört der Preis, der schon höher liegt als bei einem Batterie-Stromer. Ein weiterer Negativpunkt: das noch fehlende Tankstellenetz für den Brennstoff Wasserstoff (H2). Das neue Elektroauto Toyota Mirai besitzt die Alltagstauglichkeit eines traditionellen Pkw. Aber es weist mit der Stromversorgung aus Brennstoffzellen den Weg in die Zukunft des rein elektrischen und schadstofffreien Fahrens. Nur Wasserdampf strömt aus dem Auspuff. Mit 500 Kilometer Reichweite und zeitlichem Tankvorgang eines üblichen Pkw ist das Brennstoffzellen-Auto die Alternative zu rein mit Batterie betriebenen Elektro- als auch zu Plug-in-Hybrid-Pkw.

Toyota FCV/Mirai

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Bislang 23 öffentliche Tankstellen

Mit der Serienfertigung des Mirai startete Toyota Mitte Dezember 2014 in Japan die Ära der Brennstoffzellen-Autos. Hyundai baut seit dem Jahr 2013 eine Kleinserie des SUV iX35 mit Elektroantrieb und Stromversorgung durch Brennstoffzellen, den sogenannten „Fuel Cell“ (FCell). Daimler, der in der Technologie als Pionier gilt, wollte eigentlich den Mercedes B-Klasse FCell auch dieses Jahr auf den Markt bringen. Technisch ist alles startklar, aber das fehlende Netz an H2-Tankstationen war ein Grund, den Start auf 2017 zu verschieben. Das gilt für andere Hersteller ebenso. Hierzulande sollen zu den bisher 23 öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen bis Ende des Jahres weitere fünf Stationen dazukommen.

Drei Fahrzeuge täglich

Toyota wurde von der relativ hohen Nachfrage des Mirai in Japan überrascht. Für die 4,89 Meter lange und 1,82 Meter breite Business Limousine, die in der Klasse von Audi A6, BMW 5er-Reihe, Lexus GS und Mercedes E-Klasse fährt, lagen nach einem Monat laut Hersteller bereits rund 1.500 Bestellungen vor, 40 Prozent von Privatkunden. Toyota plante anfangs mit einer Jahresproduktion von 400 Einheiten. Jetzt sollen dieses Jahr 700 Mirai ausgeliefert werden, 2016 schon 2.100 Stück und 2017 jährlich 3.000 Einheiten. Alle werden in Handarbeit im Werk Motomashi montiert, derzeit drei Fahrzeuge am Tag, nächstes Jahr täglich neun.

Kompakte Brennstoffzelle

Grundsätzlich gehört der Mirai zu den Hybrid-Autos, von denen der Hybrid-Pionier Toyota seit 1997 bis dato 7,5 Millionen Einheiten weltweit verkauft hat. Beim Mirai ist alles zum Antrieb gehörende – bis auf das H2 – elektrisch und kein Verbrennungsmotor an Bord. Er hat eine Wasserstoff-Brennstoffzelle, die den Strom liefert, aber auch wie jedes Hybridauto eine Hochvolt-Batterie zur Stromspeicherung etwa aus der Bremsenergie-Rückgewinnung, hier sind es Nickel-Metallhydrid-Akkus. Toyota optimierte die Brennstoffzellen-Einheit gegenüber dem Vorserienfahrzeug „FCV-R Fuel“ von 2011 deutlich. Das Bauvolumen wurde von 64 Litern auf 37 Liter vermindert, ebenso das Gewicht von 108 Kilogramm auf 56 Kilogramm. Gleichzeitig steigerten die Ingenieure die Leistungsdichte um 50 Prozent je Liter Bauvolumen auf jetzt 3,1 kW/l. Das alles ging einher mit der Verringerung der Brennstoffzellen von 400 auf 370 Stück, wobei maßgeblich der Entfall des separaten Befeuchters durch ein patentiertes ­3D-Maschengewebe beigetragen haben soll.

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