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IZB 2018

Überblick: Internationale Zuliefererbörse 2018

| Autor/ Redakteur: Svenja Gelowicz / Thomas Günnel

Vom 16. bis 18. Oktober findet in Wolfsburg die 10. Internationale Zuliefererbörse (IZB) statt. 34 Nationen werden dort durch Unternehmen der Autozulieferindustrie vertreten sein – der Schwerpunkt lautet: „Think Digital“.

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Impression der IZB 2016: Konzernvertreter begutachten Innovationen der Zulieferer.
Impression der IZB 2016: Konzernvertreter begutachten Innovationen der Zulieferer.
(Bild: Wolfsburg AG)

Rund 800 Aussteller zieht es Mitte Oktober nach Wolfsburg zur 10. Internationalen Zulieferbörse (IZB), dem Branchentreffen der Autozulieferindustrie. Die Jubiläumsausgabe wird laut der Veranstalter so international wie nie zuvor: Unternehmen aus 34 Nationen stellen ihre Produkte und Leistungen vor – heißt, dass rund ein Drittel der Aussteller aus dem Ausland kommt. Erstmals dabei: Bosnien, Herzegowina und Malta. Acht der globalen Top-Ten-Autozulieferern werden Produkte auf der Messe präsentieren. Einen Überblick gibt ab sofort die Ausstellerdatenbank der Internationalen Zuliefererbörse.

Fokus auf Digitalisierung

Der Schwerpunkt der diesjährigen IZB liegt auf dem Motto „Think Digital“. Laut der Veranstalter hat sich jeder zehnte Aussteller im Vorfeld diesem Fokusthema zugeordnet – insbesondere den Bereichen Elektrik, Elektronik, Mechatronik, Entwicklung sowie IT und Dienstleister. Bereits im Vorfeld der Internationalen Zuliefererbörse 2018 präsentieren über 100 Aussteller ihre Neuheiten und Weiterentwicklungen im IZB-Neuheitenreport.

Die neue Hallengliederung der diesjährigen IZB in Wolfsburg.
Die neue Hallengliederung der diesjährigen IZB in Wolfsburg.
(Bild: IZB)

So stellt SAPA beispielsweise weltweit zum ersten Mal auf einer internationalen Fachmesse mit der One-Shot-Methode einen All-in-One-Produktionsprozess vor, der Gewicht und Kosten der Autokomponenten reduziert. Der Media Hub MH3 von Amphenol Tecvox aus den USA, ebenfalls eine IZB-Weltpremiere, besitzt zwei USB-Type-C-Schnittstellen und entspricht dem kontinuierlich steigenden Bedarf nach höheren Datenraten und größerem Leistungsbedarf neuer Smartphones und anderer mobiler Geräte.

Auf der speziellen Präsentationsfläche in Halle 1 sowie in den anderen Messehallen im Wolfsburger Allerpark zeigen insgesamt 86 Unternehmen ihre Digitalneuheiten entlang der automobilen Wertschöpfungskette. Neben vielen Firmen aus Deutschland sind dies beispielsweise auch die französische A2Mac1 Automotive Benchmarking, die belgische Dakota, Fortop Industrial aus Taiwan oder Seoyon aus Südkorea.

Start-up „vr-on“

Außerdem tritt hier die Vr-on GmbH (Gewinner des Innovationspreises IT 2018) auf und präsentiert eine Virtual-Reality-Technologie für die Automobilindustrie. Das Start-up hat eine Software für VR-Konferenzen entwickelt, die mit heutigen VR-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive kompatibel ist.

„Mit Stage können Unternehmen zum Beispiel die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen erheblich beschleunigen, auch wenn die daran beteiligten Standorte weltweit verteilt sind“, erläutert Mathias Wochnig, Geschäftsführer und Mitgründer des zwölfköpfigen Unternehmens. Die Teilnehmer einer Stage-Sitzung stimmen sich online über Neuerungen ab und können bei „Milestone-Meetings“ wichtige Entscheidungen treffen, ohne sich real an einem Standort treffen zu müssen.

Ein Moderator führt dabei durch die Besprechung. Jeder Teilnehmer wird durch seinen eigenen Avatar dargestellt – eine grafische Figur, die sich analog der teilnehmenden Person durch den Raum bewegt. Dadurch lassen sich die Teammitglieder klar voneinander unterscheiden. Spannend wird es, wenn sich ein Teilnehmer in die Perspektive eines anderen versetzt, um die Informationen in dessen Weise wahrzunehmen.

Live-Demo des VR-Tools

Stage lässt sich beispielsweise einsetzen, um das Felgendesign abzustimmen oder das Layout einer Fertigungsanlage zu besprechen. Vr-on ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit mehreren großen Herstellern und Zulieferern.

Ein Vorteil von Stage sind laut des Start-ups sinkende Aufwendungen für die Produktentwicklung, da durch die Online-Zusammenarbeit einzelne Produktvarianten direkt verglichen und Entscheidungen über das weitere Vorgehen schon am digitalen Prototyp getroffen werden könnten. Dadurch seien weniger reale Prototypen erforderlich, was die Zeitspanne bis zur Markteinführung verkürze. Darüber hinaus sollen Unternehmen so Reisekosten für Entwickler sparen. Eine Live-Demo der VR-Kollaborationssoftware gibt es in der Innovationsarena der Wolfsburg AG (Stand 1304, Halle 1).

Conti zeigt schlaue Plattform

Mit interessanten Neuheiten im Messegepäck reisen auch viele weitere Unternehmen nach Wolfsburg. Continental zum Beispiel zeigt zur Internationalen Zulieferbörse eine Computer-Vision-Plattform, die künstliche Intelligenz, neuronale Netze und maschinelles Lernen einsetzt, um Sensortechnologien noch weiter zu verbessern.

„Colimna“ wiederum heißt die Plattform von Fujitsu Technology Solutions, die alle Arten von Fertigungslinien, Menschen und Dinge durch Daten verbindet und neue Dienste für die Verarbeitungsindustrie generieren können soll.

Megatech Industries aus dem Fürstentum Liechtenstein präsentiert zur IZB neue Leichtbauansätze, die auf natürlichen Vorbildstrukturen basieren. Dahinter verbirgt sich ein neuer Produktentstehungsprozess mittels Topologie-Optimierung, unterstützt durch CAD-Entwicklung sowie CAE-Berechnung.

Und ZF Friedrichshafen zeigt auf der Messe mit dem Intelligent Dynamic Driving Chassis (IDDC) eine hochflexible Plattform für autonome Elektrofahrzeuge, die laut Aussteller auch beispielgebend für den Weg zu null Emissionen ist. Weitere IZB-Innovationen finden Sie im Themenkanal zur IZB.

IZB-Kongress

Am 15. Oktober 2018 findet außerdem der IZB-Kongress statt. Unter dem Leitthema „Digital Car Revolution“ werden in der Konferenz drei Themenfelder adressiert: Elektromobilität, Digitalisierung und vollautonomes Fahren. Zu diesen Themen wird es Keynotes, interaktive Formate und Workshops geben. Beiträge gibt es von Unternehmen wie VW, Bosch, Conti, Automobili Lamborghini, IAV oder Valeo. Weiterhin findet am 17. Oktober ein „Business Breakfast“ im Ritz Carlton Hotel statt– für Aussteller aus dem Ausland.

Am 18. Oktober findet außerdem zum siebten Mal der IZB Jobbörsentag statt. In den vergangenen Jahren haben mehr als 12.500 Interessierte die Möglichkeit des persönlichen Kennenlernens mit den Personalverantwortlichen genutzt. Auf dem Programm des diesjährigen Jobbörsentages am 18. Oktober stehen individuelle Fachberatungen der sich beteiligenden Aussteller sowie ein kostenloser Bewerbungsmappen-Check in Halle 1, der wieder von der Personalabteilung der Wolfsburg AG durchgeführt wird. Stellenangebote sind an der Jobwall in Halle 1 während der gesamten Messe zu finden.

Überblick mit der IZB-App

Die Internationale Zulieferbörse gibt es dieses Jahr übrigens erstmals als App: Für Android- oder Apple-Betriebssysteme steht sie im jeweiligen App-Store zur Verfügung. Sie beinhaltet laut Veranstalter viele Infos und Services. Dazu gehören zum Beispiel: Ausstellerübersicht und Warengruppen, Lageplan und Hallenübersicht, Anreise, Veranstaltungskalender, Messeneuigkeiten, Twitterwall, Jobbörsentag, Neuheitenreport und Messeumfrage.

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Über den Autor

 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin