Suchen

Wirtschaft Umfrage: Die Kaufprämie für E-Fahrzeuge wirkt

| Redakteur: Thomas Günnel

Die Fördermittel der Bundesregierung wirken als Kaufanreiz, zeigt eine Umfrage der Beratung AT Kearney unter Verbrauchern. Dagegen ist die Attraktivität der Modelle selten ein Kaufgrund.

Firmen zum Thema

Hybride und rein elektrisch angetriebene Modelle werden mehr akzeptiert – auch, weil es umfangreiche Kaufboni gibt.
Hybride und rein elektrisch angetriebene Modelle werden mehr akzeptiert – auch, weil es umfangreiche Kaufboni gibt.
(Bild: Jens Scheiner/»Automobil Industrie«)

Soll Ihr nächstes Auto hybrid oder rein elektrisch angetrieben sein? Dann gehören Sie zu den knapp 21 Prozent deutscher Autokäufer, die diese Antriebsformen bevorzugen. Das hat die Unternehmensberatung AT Kearney in einer Umfrage herausgefunden. „Rund sieben Prozent der Kunden, die planen, demnächst ein Auto zu kaufen, wollen ein Auto mit rein elektrischem Antrieb. Hinzu kommen nochmal 14 Prozent Hybrid-Fahrzeuge“, sagt Marcus M. Weber, Experte für E-Mobilität und Partner bei der Beratung.

Besonders für Kompakt- und Luxusfahrzeuge sind laut Weber die aktuellen Kaufanreize entscheidend. Fahrzeuge im Mittelklasse-Segment könnten hingegen kaum von der Konjunkturspritze profitieren. „Das ist kritisch, weil der Erfolg der deutschen Autohersteller stark auch von diesem Segment abhängig ist.“

Von den Befragten, die ein E-Auto kaufen wollen, entscheidet sich über die Hälfte aufgrund des sogenannten Umweltbonus dafür. Die Bundesregierung hatte dazu im Juli ein Maßnahmenpaket verabschiedet. Es umfasst eine Kaufprämie von bis zu 9.000 Euro – 6.000 Euro vom Staat, 3.000 Euro vom Hersteller – und einen reduzierten geldwerten Vorteil für die Versteuerung von Dienstfahrzeugen.

Besonders für rein batteriebetriebene Autos scheint der Kaufanreiz zu wirken. 52 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich aufgrund der finanziellen Unterstützung dazu entschlossen haben, ein solches Auto zu kaufen.

Dabei unterscheidet sich die Kaufmotivation bei den rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen je nach Preisklasse deutlich. Im Preisbereich bis 40.000 Euro, in dem die maximale Förderung greift, ist diese mit 57 Prozent auch der mit Abstand wichtigste Kaufgrund. Im Bereich bis 65.000 Euro ist das nur für 25 Prozent der Befragten wichtig. Kostet das Elektroauto mehr als 65.000 Euro, gilt also als Oberklassefahrzeug, nimmt die Bedeutung der Kaufanreize für 50 Prozent wieder deutlich zu.

Die bevorzugte Antriebsart bei einem Fahrzeugkauf im Überblick.
Die bevorzugte Antriebsart bei einem Fahrzeugkauf im Überblick.
(Bild: AT Kearney)

Dabei ist die Bewilligung der Kaufprämie nicht sicher, wie die Presseagentur dpa mit Bezug auf die Bundesregierung meldet. Die Quote lag im Juli bei 73 Prozent, mehr als jeder vierte Antrag für Autos mit E-Antrieb ist bislang nicht genehmigt worden. Gründe wurden nicht genannt.

Modelle nicht attraktiv genug

Besorgniserregend ist laut AT Kearney auch, dass sich nur sechs Prozent der Befragten aufgrund eines attraktiven Modells für ein rein batteriebetriebenes E-Auto entscheiden. „Erfolgreiche BEV-Modelle müssen die Kunden emotional begeistern, dass diese auch bereit sind, für anspruchsvolle technische Lösungen einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Nur dann ist die Profitabilität aus dem Abverkauf von E-Fahrzeugen ohne Kaufprämien langfristig gesichert", sagt Weber.

Für die Umfrage befragte AT Kearney nach Bekanntgabe des Konjunkturpakets im Juli 7.300 Personen zu ihrer Absicht, ein neues Auto zu kaufen oder zu leasen. 500 Personen erläuterten daraufhin ihre Entscheidung im Detail.

(ID:46807183)