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Volkswagen T-Cross: Der Kleinste im Bunde

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Volkswagens SUV-Familie bekommt im Frühling 2019 ein neues Mitglied. Der T-Cross soll jüngere Menschen für die Marke begeistern, VW bezeichnet das Auto selbst als „cool“. Das wirkt aufgesetzt. Ein Erfolg dürfte das Modell trotzdem werden.

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Nach Touareg, Tiguan und T-Roc hat Volkwagen offiziell sein vorerst kleines SUV vorgestellt: den T-Cross.
Nach Touareg, Tiguan und T-Roc hat Volkwagen offiziell sein vorerst kleines SUV vorgestellt: den T-Cross.
(Bild: Volkswagen)

„Volkswagen war nie so cool wie heute.“ Steile These in Zeiten, in denen an den Wolfsburgern vielerorts der Dieselbetrüger-Stempel klebt. Und doch stellte sie Andreas Krüger, bei VW Leiter der kleinen Baureihen, am Donnerstagabend (25. Oktober) bei der Weltpremiere des VW T-Cross in Amsterdam auf. T was? Hat man sich an den T-Roc gerade erst gewöhnt, bereitet Wolfsburg bereits den nächsten Ableger mit etwas sperrigem Namen vor.

Ab April 2019 wird der T-Cross auf den Straßen zu sehen sein. Wen will VW mit dem Auto ansprechen? „An ein junges und jung gebliebenes Publikum, das sein positives Lebensgefühl selbstbewusst darstellen will“, heißt es in der offiziellen Pressemappe zum neuen Modell.

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Am SUV-Boom partizipieren

An anderer Stelle heißt es, der T-Cross sei „die praktische, coole und vielseitige Ergänzung des SUV-Programms von Volkswagen“. Bei allem Streben danach, cool zu wirken – letztlich ist das Kalkül der Wolfsburger klar. Auch sie wollen künftig vom boomenden Segment der kleinen SUVs profitieren. Generell erwartet der Hersteller ja, dass SUV-Modelle im Jahr 2025 mindestens die Hälfte des eigenen Absatzes ausmachen werden. Da kommt der T-Cross gerade recht.

Im Vergleich zu seinem großen Bruder T-Roc ist er mit einer Länge von 4,11 Metern zwölf Zentimeter kürzer – Ist der T-Roc das „Golf-SUV“, so kann man den T-Cross als „Polo-SUV“ bezeichnen. Gegenüber dem Kleinwagen bietet er gut fünf Zentimeter mehr Länge und ist mit 1,56 Meter gut elf Zentimeter höher. So bietet er laut VW selbst einen – Achtung, cool! – „bequemen Einstieg durch vier große Türen.“ Auch die erhöhte Sitzposition – vorne sitzen T-Cross-Insassen knapp 60 Zentimeter über der Fahrbahn, hinten gut 65 Zentimeter – preist VW an.

Breites Angebot an Assistenzsystemen

Punkten will der Hersteller bei Kunden auch mit einem breiten Angebot an Assistenzsystemen. Dabei schlagen die Wolfsburger beim T-Cross einen Weg ein, den man so bisher nicht unbedingt von ihnen gewohnt war. Die gerne mal für ihren Aufpreis-Fetischismus bekrittelte Marke liefert in ihrem neuen SUV doch tatsächlich das ein oder andere nette Helferlein schon in der Basisvariante mit.

Serienmäßig gibt es beispielsweise einen „Front Assist“ samt Fußgängererkennung und „City-Notbremsfunktion“, einen Berganfahrassistenten, einen Spurhalte- und Spurwechselassistenten und einen damit kombinierten Ausparkassistenten. Raum dafür, die Hütte so richtig voll zu machen, lässt VW aber selbstverständlich trotzdem genügend. Neben der Basislinie T-Cross wird es noch die Optionen „Life“ und „Style“ geben. Letztere lassen sich zudem mit einem Design- oder einem R-Line-Paket zusätzlich aufhübschen.

Drei Benziner, ein Diesel in der Motorenpalette

Motorentechnisch wird der VW zum Marktstart mit zwei Benzinern und einem Diesel anrollen. Bei den Ottomotoren stehen zunächst zwei 1.0-TSI-Aggregate mit 70 kW/95 PS bzw. 85 kW/115 PS zur Verfügung. Später wird eine 1.5-TSI-Version mit 110 kW/150 PS folgen. Aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten mit der WLTP-Zertifizierung im eigenen Haus hat VW jene Variante aber erst einmal für die aus ihrer Sicht volumenträchtigeren Modelle hinten angestellt.

Beim Diesel setzt der Hersteller auf einen 1.6-Liter TDI mit 70 kW/95 PS. Allen Unkenrufen zum Trotz rechnet Ralf Brandstätter, COO der Marke Volkswagen, damit, dass auch der Selbstzünder bei Kunden Anklang finden wird. „Wir gehen in Deutschland von einer Verteilung 65 Prozent Benziner und 35 Prozent Diesel aus“, sagte er. Zu konkreten Absatzzielen für das Auto hierzulande wollte er sich aber nicht äußern.

Basispreis unter 18.000 Euro

Und was wird das Ganze kosten? Wer zur Einstiegsvariante mit dem 95-PS-Benziner greift, kann den T-Cross ab 17.975 Euro haben. Das klingt durchaus fair, gerade da das Auto wie erwähnt auch in jener Version nicht ganz so „leer“ daherkommt, wie man das bei den Wolfsburgern auch schon gesehen hat. Generell ist davon auszugehen, dass das Auto ein Erfolg wird. Es bedient ein Segment, in dem große Dynamik und Nachfrage herrscht. Optisch ist er schicker als der T-Roc, und der ist trotz WLTP-Engpässen laut Kraftfahrt-Bundesamt im laufenden Jahr das SUV mit den drittmeisten Neuzulassungen in Deutschland. Und um die Verarbeitungsqualität muss man sich bei VW ja traditionell eher wenig Sorgen machen.

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Auf jene Werte sollte sich die Marke auch besinnen. Ein selbstverordnetes „cool“ steht VW nicht. Volkswagen baut Autos, die den Geschmack der breiten Masse treffen, sie bedienen den Mainstream. Das wird auch mit dem T-Cross so bleiben. Oder um es mit einem Zitat von COO Brandstätter auf den Punkt zu bringen: „Wir bauen Autos für Millionen, nicht für Millionäre.“

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