Projekt Trinity VW-Chef Diess: „Autonomes Fahren wird etwa sechs Euro am Tag kosten“

| Aktualisiert am 05.03.2021Redakteur: Svenja Gelowicz

Mit dem Konzernprojekt „Trinity“ will Volkswagen neue Maßstäbe bei Software setzen und autonomes Fahren in den Massenmarkt bringen. Details dazu hat VW-Chef Herbert Diess nun in einem Video-Talk verraten.

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VW-Chef Herbert Diess.
VW-Chef Herbert Diess.
(Bild: Volkswagen)

Bereits Anfang des Jahres hatte der Autohersteller Volkswagen einige Details zu seinem E-Auto-Projekt „Trinity“ verraten. Im Jahr 2026 soll der Stromer auf den Markt kommen und neue Maßstäbe bei Software und Vernetzung setzen. Dabei soll das Modell den Massenmarkt erobern.

Der Hersteller forciert dabei auch autonomes Fahren. Neben Fahrerassistenzsystemen nach Level 2+ soll das Fahrzeug bis zu Level 4 schaffen – also keinen Fahrer mehr benötigen. „Trinity soll VW stärker revolutionieren als das ID-Projekt“, sagte Konzernchef-Chef Herbert Diess am Freitag (25. Februar) in einem auf der Karriereplattform Linkedin veröffentlichten Video-Gespräch mit VW-Markenvorstand Ralf Brandstätter.

Autonomes Fahren serienmäßig für 6 Euro am Tag

Mit dem Projekt wolle das Unternehmen laut Brandstätter zeigen, dass „autonomes Fahren im Volumensegment funktioniert“. Im nächsten Schritt soll die Technik dann auch in andere Fahrzeuge des Konzerns einziehen. Herbert Diess: „Autonomes Fahren wird etwa sechs Euro am Tag kosten. Dann werden alle autonom fahren, es wird nichts exklusives sein.“

Wie dieser Preis zustande kommt lässt Diess dabei im unklaren. Aus Konzernkreisen war zu erfahren, dass es sich dabei um eine Mischkalkulation handelt. Einerseits will VW in seiner Fertigung die Variantenvielfalt reduzieren. Das reduziere die Kosten für ein Fahrzeug, auch wenn dabei mehr Technik verbaut wird. Das System zum autonomen Fahren könnte somit ohne Aufpreis künftig serienmäßig in einigen VW-Modellen verbaut sein. Die Fahrzeugnutzer könnten die Funktion dann zeitweise buchen.

Neue Software für Volumenmodelle

Die beiden Manager betonen auch die Rolle des Projekts bei der Software. Gemeinsam mit dem neuen VW-Unternehmen „Software.Org“ soll Trinity gänzlich neue Software ins Volumen bringen. Volkswagen habe an den ID-Modellen bereits gelernt, komplexe Software in Fahrzeuge zu integrieren. Das sei teils „schmerzhaft“ gewesen, so Diess. Doch der Konzern profitiere von diesen Erfahrungen.

Zugleich kündigt der Konzernchef an, Fahrt bei over-the-air-Updates aufnehmen zu wollen: Zuerst bei eigenen ID-Flotten, später auch bei Kundenfahrzeugen. Das erklärte Ziel: Alle zwölf Wochen ein Software-Release fertigstellen, so Diess. Damit sei man „nah am Ziel, direkt ins Auto zu entwickeln“.

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