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Neues Modell VW Golf: Aus Plus wird Sportsvan

| Autor / Redakteur: Patrick Broich/SP-X / Michael Ziegler

Volkswagen erweitert die Golf-Familie um den Sportsvan und schickt den Vorgänger Golf Plus damit auf das Altenteil. Mit der Namensänderung verspricht sich die Marketingabteilung eine Verjüngung der Kundschaft. Am Charakter des Vans hat sich grundsätzlich aber nichts geändert.

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Mit der neuen Bezeichnung Golf Sportsvan soll auch jüngere Kundschaft angesprochen werden.
Mit der neuen Bezeichnung Golf Sportsvan soll auch jüngere Kundschaft angesprochen werden.
(Foto: Michael Ziegler)

Wenn Technikvorstand Heinz-Jakob Neußer schon über Design spricht, sollte man aufhorchen, denn das macht er in der Regel nicht. Neußer betont, der Sportsvan sei sportlicher geworden als der Vorgänger Golf Plus und weist auf die markante „Charakterlinie“ in der Flanke hin. Und nicht nur das: Die Scheinwerfer sind viel konturierter als früher, und die Silhouette wirkt dank vier Zentimeter niedrigerer Dachlinie und elf Zentimeter längerem Radstand gestreckter. Doch richtig drahtig ist der zwischen 19.625 Euro (1,2 TSI mit 63 kW/85 PS) und 28.350 Euro (2,0 TDI mit 110 kW/150 PS) teure Sportsvan nicht.

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Stattdessen gefällt der laut Hersteller um 20 Prozent sparsamer gewordene Van (3,6 bis 5,6 l/100 km) durch seine komfortable Note. Christian Schulz aus der Gesamtfahrzeug-Entwicklung bestätigt eine im Vergleich zur Golf-Limousine kommodere Abstimmung der Dämpfereinheit. Dieser Einschlag wird vor allem beim Überfahren kurzer Wellen deutlich – die Passagiere bleiben weitgehend von den Unbilden des Straßenzustands verschont. Lange Autobahnverwerfungen pariert der Niedersachse mit sanftem Nachschwung und beweist damit Gleiter-Qualitäten.

Geräumig und komfortabel

Dazu passen auch der geräumige Innenraum sowie neue Komfort-Gimmicks, zu denen beispielsweise eine Lenkradheizung sowie ein Massagesitz gehören. Der verlängerte Radstand kommt nahezu 1:1 der Beinfreiheit im Fond zugute, erklärt Schulz. Selbst größere Insassen stoßen mit ihren Knien kaum an die Vordersitzlehnen. Je nach Bedarf kann die Rückbank getrennt verschoben werden, um entweder mehr Kofferraumvolumen zu schaffen oder die Beinfreiheit zu erhöhen. Wer die Lehnen umklappt (kann asymmetrisch erfolgen), bekommt bis zu 1.520 Liter Stauvolumen – immerhin 70 Liter mehr als beim verflossenen Modell. Nur beim Thema Ablagen kann der Sportsvan nicht so recht punkten; es fehlt an pfiffigen Boxen, das löst der französische Wettbewerb mitunter besser. Dafür genügt die Verarbeitungsqualität dem gewohnten Volkswagen-Standard: Sämtliche Taster klicken präzise, gleiches gilt für die Drehregler der Klimaautomatik.

Der Instrumententräger besteht in sicherheitstechnisch vorbildlicher Weise aus einem nachgiebigen Werkstoff. Auch dem Auge wird etwas geboten. Die Architektur präsentiert sich nämlich akkurat und aufgeräumt, was der Bedienung entgegen kommt. Die großflächigen Täfelungen mit Klavierlack-Paneelen in den Testwagen wirken stilsicher. Eine wohldosierte Balance aus Knöpfchen und Menü beugt gegen unnütze Stunden mit der Gebrauchsanweisung vor.

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