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Entwicklung ZF zeigt erste gemeinsame Produkte mit Wabco

| Autor / Redakteur: Sven Prawitz / Lena Bromberger

ZF hat Wabco im Frühjahr übernommen. Jetzt zeigte der Automobilzulieferer bereits erste gemeinsame Produkte für die Transport- und Mobilitätszukunft.

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ZF und Wabco haben nach der Übernahme im Mai ihre ersten gemeinsamen Produkte vorgestellt.
ZF und Wabco haben nach der Übernahme im Mai ihre ersten gemeinsamen Produkte vorgestellt.
(Bild: Dominik Gigler/ZF)

Nach der Ende Mai zumindest formal abgeschlossenen Übernahme von Wabco hat ZF erste Ergebnisse der Zusammenarbeit vorgestellt.

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Die beiden Leiter der Nutzfahrzeugsparte des Zulieferers zeigten neue Assistenzsysteme, Leichtbaukomponenten und elektrische Antriebstechnik. Zwei Geschäftsführer gibt es deshalb, um die Integration von Wabco in Ruhe durchzuführen, teilte Andreas Moser, Leiter der Division Nutzfahrzeugtechnik, mit. Er rechne mit etwa 15 Monaten, die es ab jetzt noch braucht, um Wabco vollständig einzugliedern.

Assistenzsysteme für Lkw

Das frühere Wabco ist deshalb vorerst eine Division von ZF: Commercial Vehicle Control Systems. Diese leitet Fredrik Staedtler. Er stellte zwei Assistenzsysteme vor: Eine automatisierte Rückfahrhilfe zeigt dem Fahrer auf einem Monitor den Bereich hinter dem Auflieger. Wie im Pkw soll das System Hindernisse und sich bewegende Objekte erkennen können und vor einer Kollision warnen.

Neu ist zudem ein System, das Lkw und Auflieger automatisiert miteinander verbindet. Nach Angaben des Zulieferers soll das die Zeit für das Ankuppeln halbieren. Beide Assistenzsysteme sollen auf dem Betriebshof die Unfallgefahr und den Personal- und Zeitaufwand reduzieren.

Beide Systeme basieren auf der Software-Plattform „Adopt“ (Autonomous Driving Open Technology) von Wabco. Sie vernetzt die Steuerelektroniken mit den Aktuatoren. Außerdem soll die Software das Regelverhalten stabilisieren und so präzise Manöver ermöglichen.

Leichtbau und Hybridtechnik zum Nachrüsten

Neben dem Leichtbau-Konzeptfahrzeug „Lightweight Future Truck“ – alleine die Zugmaschine soll 150 Kilogramm leichter sein – zeigte ZF einen Auflieger mit integrierter E-Achse. Mit diesem Trailer soll ein Lkw mit Verbrennungsmotor zum Hybridfahrzeug werden. Bis zu 16 Prozent Kraftstoff soll diese Kombination gegenüber der konventionellen Technik einsparen können. Das Gespann soll zudem besser Beschleunigen und die Bremsen weniger verschleißen.

Bis spätestens 2023, so ZF, werde ein vollständiger modularer Elektroantriebsbaukasten mit Achs- und Zentralantrieben für Busse und Lkw bis 44 Tonnen aufgebaut. Dieser soll technologieoffen sein, sich also zum Beispiel mit Batterie oder Brennstoffzelle kombinieren lassen. Bei letzterer müsse man als Zulieferer selbst Kompetenzen aufbauen, sagte Moser. Man könne nicht warten, bis die OEMs entsprechende Systeme entwickeln.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist