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OEM-Strategie

Audi investiert bis 2023 14 Milliarden in Trendthemen

| Redakteur: Christian Otto

Der Ingolstädter OEM Audi richtet sich neu aus. Für die Themen Elektromobilität, Digitalisierung und automatisiertes Fahren sollen deshalb bis zum Jahr 2023 14 Milliarden Euro in die Hand genommen werden.

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Bram Schot, Interims-CEO von Audi, hat ein Investitionsprogramm verabschiedet.
Bram Schot, Interims-CEO von Audi, hat ein Investitionsprogramm verabschiedet.
(Bild: kati ebner/ Audi)

Audi forciert die Neuausrichtung und will in die Trendthemen investieren: Von 2019 bis Ende 2023 plant das Unternehmen laut eigener Angaben rund 14 Milliarden Euro in Elektromobilität, Digitalisierung und automatisiertes Fahren zu stecken. In dieser Vorleistung sind auch Sachinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen enthalten. In Summe sollen sich die für den Planungszeitraum der kommenden fünf Jahre vorgesehenen Gesamtausgaben auf rund 40 Milliarden Euro belaufen.

„Wir priorisieren unsere Mittel konsequent für zukunftsorientierte Produkte und Services mit hoher Attraktivität und Marktrelevanz“, kommentiert Bram Schot, kommissarischer Vorstandsvorsitzender der Audi AG, das Investitionsprogramm. Dabei scheint der Hersteller vor allem beim Kunden wieder Boden gut machen zu wollen: „Mit Modellen wie dem gerade vorgestellten Audi E-Tron GT Concept wollen wir die Menschen wieder für Audi elektrisieren und dabei ein agiles und sehr effizientes Unternehmen sein.“

Synergien heben heißt Sparen

Der verkündete Zukunftskurs soll aus eigenen Mitteln finanziert werden. Basis dafür ist der schon wirkende Transformationsplan. Mit dem Programm wird Audi laut eigener Angaben 2018 bereits positive Ergebniseffekte von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaften. Der Transformationsplan soll unter anderem Komplexität abbauen, Synergien ausschöpfen und nicht mehr kundenrelevante Aktivitäten streichen – heißt sparen.

Das Audi sich neu aufstellen muss, zeigen auch die Zahlen: Vor allem die Probleme mit der Umstellung auf den strengeren Abgasprüfstandard WLTP hatten im Oktober bei Audi für Absatzrückgänge gesorgt. Die Verkaufszahlen sackten in Europa um knapp 53 Prozent ab, in Deutschland um fast 58 Prozent. Auch der weltweite Absatz ging im Oktober um gut ein Viertel zurück auf 117.600 Fahrzeuge.

Damit lag der Premiumhersteller weit hinter dem Rivalen Mercedes, dem man einst mit dem Claim „Vorsprung durch Technik“ und den dazugehörigen Produkten den Markt streitig gemacht hatte.

Elektrisch und digitalisiert

Beginnend mit dem Audi E-Tron plant das Unternehmen in den kommenden Jahren zahlreiche Elektroautos auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig wollen die Ingolstädter kontinuierlich ihre Autos und Werke digitalisieren. Dabei sollen auch neue Geschäftsmodelle wie „functions on demand“ eine wichtige Rolle spielen.

Während des Planungszeitraums soll deshalb auch der Anteil der Mittel für Zukunftsthemen an den Gesamtausgaben deutlich ansteigen. Insbesondere ab 2021 hofft Audi, dass die Vorleistungen sich auch auszahlen. Dabei sollen laut der Audi-Strategen bei der Elektromobilität Skaleneffekte auch aufgrund markenübergreifender Architekturen und damit hoher Konzern-Synergien entstehen. Dazu entwickelt Audi gemeinsam mit Porsche die Premium-Architektur Elektrifizierung (PPE) für große Elektroautos und zusammen mit Volkswagen den modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB).

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