Software Autonomes Rennen: TU München siegt

Autor / Redakteur: Hartmut Hammer / Sven Prawitz

Nach vielen Monaten der Vorbereitung fand am Wochenende das finale Rennen der Indy Autonomous Challenge statt. Das Preisgeld von einer Million Dollar geht nach München.

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Ein Teil der etwa 45 Mitglieder des Rennsportteams der TU München vor dem Siegerfahrzeug.
Ein Teil der etwa 45 Mitglieder des Rennsportteams der TU München vor dem Siegerfahrzeug.
(Bild: Nathaniel Edmunds Photography)

Das Rennsportteam der Technischen Universität München hat am 23. Oktober die Indy Autonomous Challenge (IAC) gewonnen. Bei diesem Rennen für autonom fahrende Rennwagen lotsten die Münchner ihren Monoposto mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 219 km/h um das berühmte Rennoval des Indianapolis Motor Speedway in den USA.

Damit sicherte sich die TU München vor acht Konkurrenten das Preisgeld für den Sieger in Höhe von einer Million Dollar. Zweiter wurde Team Euroracing (Zusammenschluss von Universitäten aus Modena, Pisa, Zürich und Warschau). Euroracing fuhr zwar mit 224 km/h die schnellste Rennrunde, konnte dieses Tempo aber nicht über die gesamte Renndistanz halten. Den dritten Platz belegte das Team Polimove der Universitäten Mailand und Alabama.

Gleiche Technik, unterschiedliche Strategien

Die aus Studenten und Doktoranden gebildeten Rennteams entwickelten und optimierten in den vergangenen zwei Jahren die Softwarealgorithmen für das autonome Fahren zuerst in einer virtuellen Welt, seit Juni 2021 am realen Rennwagen. Ein einheitliches Rennauto von Dallara mit Steer-by-Wire-Lenkung und einem Set aus Radar-, Kamera- und Lidarsensoren plus GPS-Funktion gewährten Chancengleichheit.

Interessant war, dass die Teams in den Finalläufen unterschiedliche Fahrlinien und Rennstrategien wählten. Drei kleinere Unfälle in den Finalläufen verdeutlichten, dass zum Beispiel den Absicherungsstrategien in der Serienentwicklung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Mehrere Teams wollen nach der IAC ihre Algorithmen als Open Source der Öffentlichkeit zu Verfügung stellen.

Die Indy Autonomous Challenge

Die »Automobil Industrie« hat den Wettbewerb in den vergangenen Monaten mit Artikeln zur Technik und zu den beteiligten Unternehmen begleitet.

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