Halbleiterengpass „Bei weitem am problematischsten“: Tesla-Chef Musk beklagt sich über Bosch

Autor: Svenja Gelowicz

Tesla kämpft mit „extremen Einschränkungen in der Lieferkette“ – nun nennt Unternehmenschef Elon Musk zwei Lieferanten beim Namen. Einer davon ist der weltgrößte Zulieferer Bosch.

Elon Musk nennt in der Chipkrise Bosch und Renesas als „am problematischsten“.
Elon Musk nennt in der Chipkrise Bosch und Renesas als „am problematischsten“.

Elon Musk hatte sich bereits in der Vergangenheit verärgert über die Chip-Engpässe gezeigt. Nun deutet der Tesla-Chef mit dem Finger auf zwei Zulieferer, welche für das kalifornische E-Auto-Unternehmen die meisten Probleme bei bestimmten „Standard-Automobilchips“ verursachen würden: „Am problematischsten sind bei weiten Renesas und Bosch.“ Tesla sei mit „extremen Einschränkungen in der Lieferkette konfrontiert“.

Das hat Musk beim Nachrichtendienst Twitter als Antwort auf einen Tweet von Cathie Wood, der Chefin des Investmentberatungsunternehmens Ark Invest, geschrieben.

Bereits Anfang Juni hatte Elon Musk seinen Unmut über die Halbleiterkrise geäußert, die er in Teilen für selbst verschuldet hält. Ebenfalls auf Twitter schrieb er, dass die Angst vor knappen Vorräten Unternehmen zu Überbestellungen veranlassten – ähnlich wie bei den Hamsterkäufen zu Beginn der Pandemie.

Aktuell ist Elon Musk in Deutschland und besuchte die Baustelle des Tesla-Werks in Grünheide. Am Freitag will er sich mit dem CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet treffen.

Reaktion von Bosch: „Unternehmen alles in unserer Macht stehende“

Dem „Handelsblatt“ sagte Bosch zu den Vorwürfen nur allgemein, man unternehme „in dieser angespannten Situation alles in unserer Macht Stehende, um unsere Kunden zu unterstützen, und arbeiten mit Hochdruck daran, die Belieferung möglichst aufrechtzuerhalten“.

Der japanische Chip-Konzern Renesas wiederum kämpfte im Frühjahr mit einem Großbrand, der eine wichtige 300-mm-Waferlinie vernichtet hat und dadurch einen mehrwöchigen Produktionsstopp ausgelöst hat. Elf Maschinen sind damals nach Unternehmensangaben zerstört worden.

Auch Volkswagen-Manager hatten im Winter die Schuld bei den Automobilzulieferern gesucht. Sie hätten durch schlechte Planungen den Mangel an Chips verschärft, lauteten die Vorwürfe in Berichten.

Laut der Analysten von IHS Markit können Autobauer im aktuellen Jahr wegen des Chipmangels weltweit 5,2 Millionen Fahrzeuge nicht fertigen. „Die von den OEMs bis dato gemeldeten tatsächlichen Ausfälle summierten sich im ersten Halbjahr 2021 auf rund vier Millionen Einheiten“, sagte IHS-Analyst Henner Lehne am Donnerstag im Interview mit „Automobil Industrie“.

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Redakteurin im Ressort Management