Workshop Innenraum-Emissionen

Beutel-Emissions-Tests für asiatische OEMs

| Redakteur: Christian Otto

Dr. Freudenmann betonte die hohe Relevanz der Veranstaltung vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Dr. Freudenmann betonte die hohe Relevanz der Veranstaltung vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen. (Foto: Benecke-Kaliko/ Mick Ryan)

Der Beutel-Test ist vor allem aufgrund geringerer Kosten bei den asiatischen OEMs beliebt. Allerdings gibt es laut Dr. Roland Freudenmann verschiedene Test-Spezifikationen. Björn Maxeiner von der Odournet Gmbh sprach sich zudem für die Verbesserung bestehender Geruchstests aus.

Dr. Roland Freudenmann von Benecke-Kaliko berichtete in seinem Vortrag über den Aufbau und die Erfahrungen mit Emissions-Beutel-Methoden seines Unternehmens für asiatische OEMs. Gerade in der chinesischen Automobilindustrie werde jene Technik häufig verwendet, um sowohl flüchtige organische Verbindungen als auch Aldehyde und Ketone, die von synthetischen Materialien emittiert werden, zu untersuchen.

Die Beutel-Methode hat vor allem aufgrund des Aufbaus Kostenvorteile. Beutel und Ofen sind im Vergleich zu anderen Versuchsaufbauten wesentlich günstiger. Es gibt laut Dr. Freudenmann aber nicht nur eine Beutel-Methode, sondern fast jeder OEM hat seine eigenen Test-Spezifikationen, welche mehr oder weniger von der ISO 12219-2 abweichen.

Verschiedene Test-Parameter

In seinen Betrachtungen wies er auf den großen Einfluss verschiedener Parameter für die Test-Resultate hin. Parameter wie die Probenvorgeschichte, die Ofentemperatur, die Zeit im Ofen etc. werden in verschiedenen Ausprägungen kontrolliert variiert. Während die qualitativen Resultate eher nicht so stark abweichen, sind die Unterschiede bei den quantitativen Ergebnissen substanzieller, in Abhängigkeit von verschiedenen Test-Parametern.

Der größte Einfluss ergibt sich laut dem Experten infolge der Probenvorgeschichte bzw. des Probenalters. Diese können zu Abweichungen von bis zu 2000 Prozent führen. Der zweite Parameter mit einem großen Einfluss auf die Resultate ist die Ofentemperatur. Auch hier ergeben sich starke Abweichungen.

Unklare Definition führt zu starken Abweichungen

Dr. Freudenmann betonte, dass in manchen Test-Spezifikationen chinesischer Hersteller die Probenvorgeschichte nicht oder nur unklar definiert wurden, obwohl diese Größe einen entscheidenden Einfluss auf die Resultate hat. Ohne eine präzise Fixierung dieser Werte ist bei allen Beutel-Methoden eine sehr große Varianz zu erwarten. Eine klare Festlegung ist wichtig, um reproduzierbare Ergebnisse zu generieren.

Mit der Identifizierung und Definition der Einflussfaktoren der Beutel-Methode sei es laut Freudenmann Benecke-Kaliko gelungen asiatische Hersteller optimal bei ihren Messungen zu unterstützen.

Freudenmann betonte abschließend auch nochmals die hohe Relevanz der Veranstaltung: „Durch die Gesetzgebung in China bedingt, ist das Thema Emissionen im Kfz-Innenraum eines der wichtigsten Themen für die verwendeten Materialien. Dies erklärt auch das große Interesse an dieser Konferenz. Neue emissionsarme (toluolfreie) Materialien sind sowohl bei chinesischen als auch europäischen OEMs gefragt.“

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