Car-IT Bosch führt Entwicklung von Fahrzeugsoftware zusammen

| Aktualisiert am 04.01.2022Von Thomas Günnel

Fahrzeugsoftware für alle Anwendungsschichten will Bosch künftig in einer Einheit entwickeln. In dieser wird ein weiteres Unternehmen aufgehen, das Cybersecurity-Konzepte anbietet.

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Bosch entwickelt Fahrzeugsoftware künftig in einer speziellen Einheit.
Bosch entwickelt Fahrzeugsoftware künftig in einer speziellen Einheit.
(Bild: ETAS)

Bosch entwickelt und vertreibt Fahrzeug-Basissoftware, Middleware, Cloud-Services und Entwicklungswerkzeuge künftig unter dem Dach seiner Tochter Etas. Ab Mitte 2022 sollen dort mehr als 2.000 Fachleute aus unterschiedlichen Entwicklungsbereichen beider Unternehmen zusammenarbeiten. Entstehen soll eine Plattform, mit der der Autozulieferer Software schneller und gemeinsam mit Partnern entwickeln will.

Zusätzlich wurde bereits Anfang Januar die Etas-Tochtergesellschaft Escrypt in das Unternehmen integriert. Escrypt ist ein Anbieter von Cybersecurity-Konzepten für den gesamten Security-Prozess: Prävention, Angriffserkennung und geeignete Reaktionen. Bereits heute arbeiten bei Etas rund 1.500 Beschäftigte in zwölf Ländern, 800 kommen von Bosch. Escrypt entwickelt an 19 Standorten weltweit mit über 400 Mitarbeitenden.

Neuer Geschäftsbereich für Fahrzeugsoftware

Vorausgegangen war vor rund einem Jahr die Gründung des Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions. Hier entstand Fahrzeugsoftware für spezifische Modelle und Ausstattungen, zum Beispiel für Fahrerassistenz und Infotainment. Diesen Geschäftsbereich erweitert das Unternehmen jetzt um anwendungsunabhängige Software für Fahrzeuge und Cloud.

In der neuen Organisation will Bosch ebenfalls die im Februar begonnene Zusammenarbeit mit Microsoft fortsetzen. Deren Ziel ist eine durchgängige Softwareplattform für die nahtlose Vernetzung von Fahrzeug und Cloud – um Fahrzeugsoftware einfacher und während des gesamten Fahrzeuglebens weiterzuentwickeln und sie per Cloud auf die Steuergeräte und Fahrzeugrechner zu bringen.

Software im Fahrzeug: Die Unterschiede

Software in Fahrzeugen besteht aus unterschiedlichen Schichten. Eine Schicht umfasst Softwarebausteine, mit denen Fahrzeughersteller ihre Modelle individualisieren: vom Antrieb über das Infotainment bis zu Assistenzsystemen. Hier unterscheiden sich die einzelnen Marken teils enorm.

Weitere Schichten, etwa die Basissoftware der Steuergeräte und sogenannte Middleware regeln grundlegende Aufgaben von Steuergeräten und Fahrzeugcomputern, die vom Autofahrer jedoch nicht wahrgenommen werden. Sie verwalten beispielsweise Prozessorleistung und Speicherplatz oder bestimmen, wie Steuergeräte untereinander oder mit der Cloud kommunizieren und Daten austauschen.

Einmal entwickelt, kann diese Software auf nahezu jedem Steuergerät genutzt werden – egal in welchem Bereich des Fahrzeugs und egal in welchem Fahrzeugmodell. Bekannt ist dieses System von Smartphones, bei denen unterschiedliche Apps ein zentrales Betriebssystem nutzen. Herausfordernd ist dabei oft, Open-Source-Software und die dazugehörigen Ecosysteme in bestehende Software einzubinden.

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