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Engineering-Dienstleister Csi kauft Unternehmensanteile von Audi zurück

| Autor: Christian Otto, Jens Scheiner

2011 hatte Audi 49 Prozent an der Csi-Gruppe übernommen. Nun hat der Entwicklungsdienstleister seine Anteile vom Ingolstädter Premiumhersteller zurückgekauft. Schon im vergangenen Jahr gab es Gerüchte über ein Ende der Beteiligung.

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Wie Csi heute bekannt gab, hat der EDL die ausstehenden 49 Prozent der Anteile zurückgekauft, die seit 2011 von Audi gehalten wurden.
Wie Csi heute bekannt gab, hat der EDL die ausstehenden 49 Prozent der Anteile zurückgekauft, die seit 2011 von Audi gehalten wurden.
(Bild: Audi)

Schon im Frühjahr vergangenen Jahres wurde über einen Verkauf der Anteile an dem Entwicklungsdienstleister (EDL) Csi durch Audi spekuliert. Damals dementierten beide Seiten einen solchen Schritt. Laut Insidern stand auch das zweite Engagement an dem Entwicklunsgdienstleister PSW Engineering zur Diskussion. PSW ist anders als Csi eine hundertprozentige Tochter von Audi. Inwieweit sich der OEM auch hier von Anteilen trennt, ist derzeit noch unklar.

Bei der IAA dementierte Audi-Technikvorstand Hans-Joachim Rothenpieler im Gespräch mit »Automobil Industrie« noch einen möglichen Verkauf von Anteilen an beiden Unternehmen. Vielmehr wollte man prüfen, wie man die Zusammenarbeit noch verbessern könne. Nun scheint man zumindest Csi in die komplette Eigenständigkeit entlassen zu haben.

Wie Csi heute bekannt gab, hat der EDL die ausstehenden 49 Prozent der Anteile zurückgekauft, die seit 2011 von Audi gehalten wurden. In diesem Zuge wird Csi-Mitbegründer Steffen Boll alleiniger Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Trotz der gesellschaftlichen Neuausrichtung soll eigenen Angaben zufolge die bisherige Zusammenarbeit mit dem Ingolstädter Premiumhersteller weiter intensiviert und strategisch ausgebaut werden.

Audi auf Sparkurs

Audi hat infolge der Diesel-Affäre einen klaren Sparkurs ausgegeben. In diesem Zusammenhang wurden laut Branchenkennern auch Beteiligungen unter die Lupe genommen. Aus der EDL-Branche ist immer wieder zu hören, dass es derzeit an Aufträgen aus Ingolstadt mangele. Umso mehr sind Entwicklungstöchter eher ein unattraktives Invest. Csi hatte schon in den vergangenen Jahr seinen Kundenstamm erweitern können und bedient mit seiner Entwicklungsarbeit verschiedene Hersteller und Zulieferer.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE