CoFAT 2014 Die Zukunft der Elektromobilität

Redakteur: Michael Ziegler

Bereits zum dritten Mal öffnete die TU München am Campus Garching ihre Tore für die „Conference on Future Automotive Technology“ (CoFAT). Der Fokus lag auf der Elektromobilität.

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Die dritte „Conference on Future Automotive Technology“ (CoFAT) stand wieder ganz im Zeichen der Elektromobilität.
Die dritte „Conference on Future Automotive Technology“ (CoFAT) stand wieder ganz im Zeichen der Elektromobilität.
(Foto: Bayern Innovativ GmbH/Thomas Geiger)

Am 17. und 18. März 2014 nutzten über 330 Teilnehmer die in enger Kooperation der Bayern Innovativ GmbH mit dem Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München konzipierte Konferenz, um sich über neueste Trends der Automobiltechnologie mit dem Schwerpunkt Elektromobilität zu informieren und innovative Projekte anzustoßen.

„Keine andere Branche bedingt derart vernetztes Denken zwischen den Megathemen Automobil – Energie – Stadt der Zukunft wie die Automobilindustrie“, beschreibt Prof. Werner Klaffke, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH, die Anforderungen an Entwicklungen für die künftige Mobilität. „Dies erfordert vollkommen neue Fahrzeugkonzepte, neue Antriebs- und Energiespeichertechnologien und neue Mobilitätsdienstleistungen.“ Zwischen 2020 und 2025 werde ein massiver Umbruch zur Elektromobilität erfolgen, ist sich Prof. Markus Lienkamp, Inhaber des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TU München, sicher. Wesentliche Treiber werden nach Meinung des Automobil-Experten nicht schärfere Auflagen des Gesetzgebers sein, sondern die steigenden Mobilitätskosten für den Verbraucher. „CO2-Gesetze werden keine große Rolle mehr spielen, durch Elektrofahrzeuge spielen Mobilitätsangebote eine immer größere Rolle“, erläuterte Lienkamp zur Eröffnung des Kongresses den rund 330 Teilnehmern aus sieben Ländern.

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Antriebs- und Systemtechnik, Energiespeichertechnik, Mobilität und Dienste

In einem Plenarvortrag präsentierte Thomas Weilnhammer, stellvertretender Fahrzeugprojektleiter i8 der BMW Group München, das Konzept des voraussichtlich ab Juni 2014 erhältlichen BMW i8. Mit diesem Fahrzeug wird bei BMW der Sportwagen neu gedacht. „Der BMW i8 ist ein Plug-in-Hybrid, der die Vorteile von innovativer Elektro- und Verbrennungsmotortechnologie in sich vereint“, so Thomas Weilnhammer. In der Folge präsentierten Wissenschaftler und Unternehmensvertreter in drei parallelen Vortragsreihen aktuelle Projekte und Konzepte zu den drei Themenfeldern Antriebs- und Systemtechnik, Energiespeichertechnik sowie Mobilität und Dienste.

Hybridsysteme und Thermomanagement

Verlustarme Antriebe lassen sich sowohl rein elektrisch als auch in Hybridsystemen realisieren. Die Auslegung der E/E-Architektur sowie verschiedene Spannungsebenen geben den erforderlichen Spielraum, wie das Beispiel eines 48 V Mild-Hybrids von IAV zeigt. Auch die seit langem diskutierten Ansätze im Thermomanagement finden zunehmend konkrete Umsetzungen. Beispielhaft präsentierte Sebastian Bender, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München das Elektro-Konzeptfahrzeugs EVA. Dieses speziell für asiatische Megacities entwickelte Taxi ermöglicht unter anderem eine individuelle Klimatisierung für jeden Passagier, was zur Optimierung der Energiebilanz des Fahrzeugs beitragen soll.

Zwischen 2020 und 2025 werde ein massiver Umbruch zur Elektromobilität erfolgen, ist sich Prof. Markus Lienkamp, Inhaber des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TU München, sicher.
Zwischen 2020 und 2025 werde ein massiver Umbruch zur Elektromobilität erfolgen, ist sich Prof. Markus Lienkamp, Inhaber des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TU München, sicher.
(Foto: Bayern Innovativ GmbH/Thomas Geiger)

Einen wesentlichen Einfluss auf die Reichweite von Elektrofahrzeugen haben neben leistungsfähigen Stromspeichern nicht zuletzt die Komponenten. Die Entwicklung und Optimierung energiesparender Komponenten liegt daher im Fokus der Entwickler, erläuterte Prof. Lienkamp. Vor einer grundlegenden Entscheidung steht die Industrie bei den Energiespeichern der Elektrofahrzeuge: VDA-Zellen konkurrieren hier mit 18650er Laptopzellen. Bei Lithium-Ionen-Batterien bestimmen die eingesetzten Keramiken und Polymere wesentlich die Leistungsstärke. Überraschendes Ergebnis eines Forschungsprojektes an der TU München ist der mögliche positive Einfluss der Rekuperation auf die Batterielebensdauer. „Batteriespeicher sollten möglichst viel durch Rekuperation geladen werden, dies reduziert die Entladetiefe und verkürzt nachfolgende Ladephasen, die idealerweise bei einer Batterietemperatur von 25 °C stattfinden sollten“, so das Fazit von Peter Keil.

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