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Volkswagen Dr. Heinz-Jakob Neußer zum Nordamerika-Programm von Volkswagen

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Dr. Heinz-Jakob Neußer, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen und Leiter Aggregateentwicklung des VW-Konzerns, über die Inhalte des Sieben-Milliarden-Dollar-Programms für Nordamerika, das Midsize-SUV und die Technikleidenschaft der US-Amerikaner.

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Dr. Heinz-Jakob Neußer ist Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen und Leiter Aggregateentwicklung des VW-Konzerns.
Dr. Heinz-Jakob Neußer ist Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen und Leiter Aggregateentwicklung des VW-Konzerns.
(Foto: Volkswagen )

Volkswagen antwortet auf den jüngsten Absatzrückgang bei der Marke VW in Nordamerika mit Vor-Ort-Investitionen. Wohin sollen die mehr als sieben Milliarden US-Dollar in den nächsten fünf Jahren fließen?

Zunächst einmal hat der VW-Konzern seit dem Jahr 2008 den Absatz in den USA mehr als verdoppelt. Und mit über 600.000 Auslieferungen im Jahr 2013 eine neue Rekordmarke gesetzt. Das jetzt angekündigte Investitionsprogramm wird diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Es umfasst Kapazitätserweiterungen in unseren Fabriken, neue Produkte, Facelifts, Nachfolgemodelle und Derivatisierungen.

Denn der amerikanische Markt will jedes Jahr etwas Neues, etwas Frisches haben. So werden wir zum Beispiel den US-Passat mit neuen Motorenvarianten anbieten, unter anderem stellten wir in Detroit eine Blue-Motion-Version vor, und vom Golf 7 werden wir auch den Variant nach Nordamerika bringen. Auch die in Detroit gezeigte Studie Beetle Dune könnten wir in wenigen Monaten umsetzen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil unserer Wachstumsstrategie ist das völlig neue, große Volkswagen-Midsize-SUV.

Dieser Stadtgeländewagen soll 2016 in Nordamerika an den Start gehen. Auf welcher Architektur basiert er?

Das Midsize-SUV ist eine spezielle Entwicklung für Nordamerika. Es basiert – anders als der Touareg – auf unserer MQB-Architektur, wobei viele Komponenten wie schon beim Passat aus Nordamerika kommen werden. Mit etwa fünf Metern Länge und ausgestattet mit sieben Sitzen wird es das obere Ende des MQB abbilden. Den Touareg selbst werden wir weiterhin als Exportfahrzeug in den USA anbieten.

Welche Motoren wird es geben?

Wir können auf die gesamte Antriebspalette des MQB zurückgreifen, also auf Diesel-, Otto- und Erdgasmotoren sowie auf unsere Hybrid- und Elektroantriebe.

Gibt es zunächst nur eine Variante?

Wir werden mit einer Variante starten. Spätere Derivate, etwa ein coupéartiges SUV, sind vorstellbar.

Werden Sie das Midsize-SUV auch außerhalb Nordamerikas anbieten?

Dieses Modell ist vor allem eines für Amerika. Außerhalb Nordamerikas kommt der chinesische Markt in Frage – dann allerdings aus der Produktion vor Ort mit der dortigen Lieferantenbasis. Denn anders als im Premiumsegment können Sie im Volumensegment nur lokalisiert Fahrzeuge bauen und vertreiben.

Als Produktionsstandort favorisiert Volkswagen Chattanooga.

Für beide Hauptmärkte haben wir die Produktionsstandorte noch nicht festgelegt. In Nordamerika stehen unsere Werke in Chattanooga/USA oder Puebla/Mexiko bereit.

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